Neujahrsempfang der Rotarier

Gernot Erler warnt vor neuem weltweiten Wettrüsten

Autor: 
Wolfgang Winter
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06. Februar 2019
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Gernot Erler im Gespräch mit Rotary-Präsident Wolfgang Reik (links) und Christian Gospos, der den Gastredner nach der Veranstaltung durch das Illenau-Museum führte. ©Daniela Busam

Der Neujahrsempfang der Ortenauer Rotary-Clubs stand ganz im Zeichen aktueller Weltpolitik. Gastredner Gernot Erler informierte unter der Überschrift »Zwischen Sackgasse und Dialogbereitschaft« über den »aktuellen Stand und die Perspektiven der deutsch-russischen Beziehungen«.
 

Wolfgang Reik, Präsident des 2014 gegründeten Rotary-Clubs Achern-Bühl, begrüßte am Sonntag im dicht gefüllten Festsaal der Illenau, Wolfgang Jokerst (Bühl), Oberbürgermeister Matthias Braun (Oberkirch) und weitere Ehrengäste. Reik blickte auf ein erfolgreiches Vereinsjahr zurück. So konnten zum Beispiel jeweils 10 000 Euro an den Kinder- und Jugendhospizdienst in Offenburg und der in Benin tätigen Stiftung »Aktion pro Humanität« übergeben werden. 

Illenau-Historie Thema

»Unser Credo ist die Welt ein klein wenig besser machen«, erklärte Reif unter dem begeisterten Beifall der Besucher. Oberbürgermeister Klaus Muttach machte die Gäste anschließend mit der Historie der Illenau vertraut. Seine Informationen über den geplanten Wohnungsbau auf den Illenau-Wiesen und den Bau eines Kultur- und Tagungszentrum im ehemaligen Kirchenraum des Zentralgebäudes eröffneten einen vielversprechenden Ausblick auf eine erfolgreiche Vollendung des Gesamtensembles. 
Mit Gernot Erler, den der ehemalige Acherner Rotary-Präsident Erik Füssgen vorstellte, gewann der Club einen renommierten Gastredner. Der ehemalige Staatssekretär des Außenministeriums, der zuletzt von 2014 bis 2018 als Russland-Beauftragter der Bundesregierung tätig war, informierte detailliert über die wechselvolle Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen seit dem Zweiten Weltkrieg und die aktuelle weltpolitische Lage.

Im Schlussteil seiner Ausführungen berichtete Erler über die »jüngste katastrophale Entwicklung«, die mit der Kündigung des INF-Vertrag, der bisher die Stationierung atomwaffenfähiger Mittelstreckenraketen in Europa untersagte, einen besorgniserregenden Höhepunkt erreichte. 

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Wettrüsten befürchtet

Da 2021 auch der »New Start Vertrag« ausläuft, der für die Reduzierung und Beschränkung der Nuklearsprengköpfe sorgte, ist, so Erler, ein dringender Bedarf für Verhandlungen gegeben. In einer Welt, in der die Auflagen für Atomwaffen außer Kraft treten, sei es sonst ganz schwer, zu verhindern, dass es schon bald neue Atommächte gibt, warnte Erler. Zur »Entfremdungs-Bekämpfung« zwischen Ost und West sei die Abrüstung konventioneller Waffen nötig. Dabei solle die Nato nicht vor einseitigen Maßnahmen, wie dem Verzicht auf Militärmanöver, zurückschrecken. 

Die EU müsse wieder handlungsfähig werden, erklärte Erler, werde sie doch dringend gebraucht, damit in der Welt nicht wieder allein das Recht des Stärkeren regiere. 

Da passte der von Frank Renschler und der Band Gin Fizz gekonnt vorgetragene Armstrong-Klassiker »Wonderful World« perfekt ans Ende des offiziellen Teils und mit großem Applaus bedachten Neujahrsempfangs des Rotary-Clubs Bühl-Achern. 

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