Tag des offenen Denkmals in Renchens

Geschichte der Firma Carl Riel präsentiert

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 2 Minuten
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11. September 2019

Heinz Schäfer bei einem Vortrag über die Renchener Firma Riel. ©Peter Meier

Am Tag des offenen Denkmals hatte der »Arbeitskreis Stadtgeschichte« in die Hauptstraße 77 eingeladen. Hochbetrieb herrschte beim Vortrag von Heinz Schäfer, der mit einer Bildpräsentation an die Firma Carl Riel erinnerte. Sie war als Pionier des Fertigbaus von Holzhäusern vor dem 2. Weltkrieg einer der größten Arbeitgeber der Region. 

Heinz Schäfer erinnerte, dass der in Frankental geborene Kaufmann Carl Riel 1906 die Holzhandlung Adolf Siebert erworben hatte, die sich nach dem Bau der Bahnlinie Mitte des 19. Jahrhunderts in Renchen auf dem Gelände zwischen Mühlbach, Plauelbach und Rench angesiedelt hatte. 

Bis heute erhalten

Aus der Sammlung von Karl König wurden Rechnungen der jungen Firma aus jener Zeit gezeigt. Auf Bildern wurde deutlich, dass einzelne Gebäude und vor allem die Villa bis heute erhalten sind. Holzhandlung und Sägewerk wurden vom neuen Besitzer ausgebaut. Nach der schwierigen Phase des 1. Weltkrieges kamen Hobelwerk, Trocknungsanlage und große Produktionshallen hinzu, in denen Module für Brücken, Baracken und Fertighäuser aus Holz hergestellt wurden. Gegründet wurden eine Niederlassung in Berlin sowie mehrere Sägewerke im Schwarzwald, um den Nachschub an Holz zu sichern. Bis zu 300 Beschäftigte hatte Riel in Renchen. 

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Katalog mit Fertighausmodellen

Schäfer hatte einen Katalog mitgebracht, in dem Riel in den 30er-Jahren seine Fertighausmodelle und deren Vorzüge präsentierte. Die Palette reichte von Kleinsthäusern bis zu Villen und Mehrfamilienhäusern. Neben Carl Riehl trugen auch Architekt Tuck und Kaufmann Karl Sprenger viel zum Erfolg der Firma bei, die auch komplexe Projekte wie den Bau einer Rheinbrücke bewältigte.
Veränderungen brachte die NS-Zeit, Riel hatte sich auf den Baracken-Bau zu konzentrieren. Bombenangriffe gegen Kriegsende zerstörten bis zu 90 Prozent der Firmenanlagen. Nach dem Tod des Firmengründers 1949 führte Tochter Margarete Rösch mit ihrem Mann Jakob den Betrieb weiter und machte sich unter schwierigen Bedingungen an den Wiederaufbau. Als segensreich erwies sich die Kantine, in der auch für Essen der Mitarbeiter-Familien gesorgt wurde. So erinnerten sich Teilnehmer der Veranstaltung, dass sie als Kinder dort Suppe holten. 
Aufträge der Besatzungsmächte vor allem in der Pfalz leiteten das Ende der Firma ein. Verspätete oder gar nicht bezahlte Rechnungen führten zu Schwierigkeiten. Im Sommer 1953 musste Insolvenz angemeldet werden. Mit Bildern erinnerte Schäfer abschließend an Riel-Fertighäuser, die in Renchen standen oder heute noch stehen, sowie an die Siedlung, in der zahlreiche Riel-Mitarbeiter lebten.

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