Ein besonderer »Mundart-Owe« im Appenweierer Zunfthaus

Geschichten und Reime »direkt us em Läbe«

Autor: 
Stephanie Rohn
Lesezeit 2 Minuten
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18. Oktober 2018

Die Autoren des »Alemannischen Mundart-Owe«, von links: Vorsitzende Margot Müller, Josef Wilhelm, Anita Wiegele und Elsa Lerch. ©Stephanie Rohn

Das Zunfthaus in Appenweier war am Samstag voll besetzt beim »Alemannischen Mundart-Owe« der Offenburger Muttersproch-G‘sellschaft zu Ehren des kürzlich verstorbenen Georg Lechleiter – gleichzeitig wurde das 40-jährige Bestehen  der Appenweierer Gruppe gefeiert.
 

2008 haben sich die »Abbewiehrer Mutterspröchler« auf Initiative von Oskar Ernst und dem kürzlich verstorbenen Georg Lechleiter der Offenburger Muttersproch-G‘sellschaft angeschlossen. Gegründet wurde die Appenweierer Mundart-Gruppe allerdings schon am 22. Oktober 1978, wie Margot Müller, Vorsitzende der Muttersproch-Gesellschaft, erklärte.
 Um diesen Geburtstag zu feiern, hatte der ehemalige Schriftleiter Georg Lechleiter viele Stunden Planung investiert. So war es, wie die Vorsitzende verriet, für die Gruppe selbstverständlich, den Abend ihrem verstorbenen Mitglied zu widmen. Dies wurde während des ganzen Abends immer wieder deutlich, einerseits durch den mit Blumen geschmückten Stuhl, der zu Ehren des Verstorbenen vor dem Lesepult stand, sowie durch die Anwesenheit seiner Familie.

Drei Autoren

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Drei Mundart-Autoren gaben ihre persönlichen Werke zum Besten, Heiteres und Besinnliches, Geschichten und Reime, Lyrik mit Inhalten direkt »us em Läbe« gegriffen. Lebensweisheiten, mit denen sich jeder Besucher identifizieren konnte. Den Anfang machte Else Lerch aus Nußbach. Im Gepäck hatte sie Gedichte über den Herbst und den Wein. Mit ihrem Gedicht über »Schläggsel« weckte sie so manche Erinnerung an selbstgemachte Marmelade in der Kindheit.  
Der einzige männliche Autor an diesem Abend war Josef Wilhelm aus Mösbach. Der Landwirt und Obstbauer erzählte in bunten Farben und humorvoll von seiner Heimat, dem Kirschdorf. Außerdem erinnerte er sich an den Dorfladen seiner Kindheit. Auch mit der Geschichte über die »ald Briefbeddi« mit ihrem Traktor unterhielt er die Besucher prächtig. 
Die dritte im Bunde war die Oberkircherin Anita Wiegele. Mit »Johrmerkt« und der Geschichte vom Tante-Emma-Laden »Bi's Webers« erinnerte sie charmant an die gute alte Zeit. Dass man auch auf der »Bänkle-Tour« im Alter oder als Zuschauerin auf einem Spielplatz viel beobachten kann, brachte sie zum Ausdruck und sorgte dabei für viele heitere Momente. 

Spontan-Auftritt

 Für einen spontanen Höhepunkt sorgte die älteste Besucherin des Abends. Die Appenweiererin Käthe Bollack entschied kurzfristig, nach der Pause auch das Rednerpult zu betreten. Mit ihren Erinnerungen und Witzen, die sie zum Besten gab, brachte sie den Saal zum Kochen. Nicht minder trug die »Quetschfidele-Akkordeongruppe« aus Appenweier mit ihrem munterem Liedgut zur Stimmung bei. Mit der passenden Zusammenfassung »Des isch Lebenskunde pur« beendete Margot Müller zu vorangerückter Stunde den unterhaltsamen und besinnlichen Abend.

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