Mit dem Nachtwächter durch Renchen

Geschichtsstunde auf historischen Pfaden

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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13. August 2018

Mit »Nachtwächter» Heinz Schäfer ging es nach dem Vortrag im Simplicissimushaus bei einem Stadtrundgang durch Renchens Geschichte. ©Peter Meier

Der Renchener Arzt Leo Mühlenbein und die Geschichte des damaligen Krankenhauses der Grimmelshausenstadt waren  Schwerpunkte des historischen Streifzugs durch die Stadtgeschichte, zu dem die Grimmelshausenfreunde am Donnerstag eingeladen hatten. 

Eine Anfrage im Rathaus nach Dr. Leo Mühlenbein weckte bei Heinz Schäfer das Interesse. Über Albert Dietrich erhielt er erste Hinweise und über Hans Baumert, Karl König, Stefan Reinspach aus Renchen sowie die Fautenbacher Patrick Genter und Burgert weitere Informationen und auch Bilder über den Arzt, der Anfang des 20. Jahrhunderts 25 Jahre erfolgreich in Renchen wirkte und für seine für die damalige Zeit revolutionären Behandlungsmethoden als medizinische Kapazität in Europa bekannt war. 
Geboren im Januar 1871 in Ehrenbreitenstein bei Koblenz studierte Mühlenbein ab 1898 Medizin an der damaligen Kaiser-Wilhelms-Universität in Straßburg. 
Nach Renchen ist er vermutlich in den Jahren 1911/12 gekommen, das belegt ein Beleg, nach dem Mühlenbein einem Patienten für die ganzjährige Behandlung 3,50 Goldmark in Rechnung stellte. Dass dies ein ansehnlicher Betrag war, verdeutlichte Schäfer am Beispiel des Städtischen Krankenhauses Renchen, das 1896 gegenüber der evangelischen Kirche gebaut wurde und damals 3600 Goldmark kostete. Schräg gegenüber vom Krankenhaus, wo Mühlenbein auch ab und zu praktizierte, kaufte der Arzt an der Einmündung der Kappelstraße in die Hauptstraße ein markantes Gebäude, das als »Villa Mühlenbein« Motiv zahlreicher Postkarten mit Bildern von Renchen jener Zeit wurde. 
Interessante Informationen gab es zu den Behandlungsmethoden mit nach eigenen Rezepten zusammengestellten Spritzen, zur Familie von Mühlenstein mit seiner Frau Luise und der schwer behinderten Tochter und zum Auto des Arztes, einem Opel P4. Anzeigen im Verkündblatt zum 60. Geburtstag des geschätzten »Bürgers und Wohltäters« und zu seinem frühen Tod am 28. Mai 1936 im Alter von erst 65 Jahren rundeten das Bild ab. 
Nach dem Vortrag von Heinz Schäfer und Doris Schlecht im Simpicissimushaus folgte ein Rundgang mit Schäfer als »Nachtwächter« durch Teile der Grimmelshausenstadt. Vor dem Anbau des Simmplicissimushauses führte Schäfer zunächst in die Pflichten eines  Nachtwächters ein und gab einen Einblick in historische Ereignisse in der Grimmelshausenstadt. 

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Erinnerungen

So erinnerte er an die Geschichte des früheren Krankenhauses und der verschiedenen Rathäuser, an die Römerstraße und das Schloss als Sommersitz der Fürstbischöfe. Vor der Apotheke berichtete er vom Ehrenbürger Ignaz Benedikt Heim, der sich der Musik zuwandte und als Komponist und Chorleiter berühmt wurde. 
Mit Laternen ging es dann weiter Richtung katholischer Kirche, wo Josef Braun bei dessen Geburtshaus über das Leben von Amand  Goegg berichtet. Vorbei am Grimmelshausendenkmal ging es zur Stadtmühle, hier erzählte Doris Schlecht von der Vielzahl der Renchener Mühlen und der Mühlenordnung, die Grimmelshausen als Schultheiß erließ. Am Mummelseebrunnen ging Anny Spinner auf die entsprechende Episode im »Simplicissimus« ein. 

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