Lichtenauer Rat stimmt Maßnahmen zu

Grauelsbaumer Baggerseen gehen zurück an die Natur

Autor: 
Anne-Rose Gangl
Lesezeit 3 Minuten
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25. Juni 2019
Die Firma Sehring muss die drei Baggerseen in Grauelsbaum der Stadt Lichtenau in rekultiviertem Zustand zurückgeben.

Die Firma Sehring muss die drei Baggerseen in Grauelsbaum der Stadt Lichtenau in rekultiviertem Zustand zurückgeben. ©Anne-Rose Gangl

Der noch amtierende Lichtenauer Gemeinderat musste sich mit den Baggerseen in Grauelsbaum befassen. Eine Thematik, die seit Jahrzehnten Ordner im Rathaus füllt und die zunehmend auf Kritik stößt, denn abermals wurde die Stadt nur im Rahmen eines Verfahrens um ihre Stellungnahme gebeten.

Seit 1954 förderte die Firma Sehring Sand & Kies GmbH in zwischenzeitlich drei Baggerseen Rohstoffe links und rechts der Nato-Straße im Lichtenauer Stadtteil Grauelsbaum. Ende des Jahres 2018 liefen die Pachtverträge aus. Die Seen müssen nach einem Abschlussbetriebsplan und einem vereinbarten Rekultivierungskonzept in ordentlichem und sicherem Zustand an die Stadt zurückgegeben werden.

Zuständige Behörde hierfür ist die beim Regierungspräsidium Freiburg angesiedelte Landesbergdirektion, die die Stadt Lichtenau hinsichtlich zweier vom Kieswerksbetreiber vorgelegter Anträge um Stellungnahme gebeten hat. Zum einen soll der Wasserspiegel im See I bei Niedrigwasser um rund 0,30 Meter gestützt werden, da der Zufluss von salzhaltigem Grundwasser festgestellt wurde. Zum anderen wurden Änderungen im Verfahren zum Abschlussbetriebsplan für den See II beantragt.

Mehrere Gutachten

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Bereits vor fünf Jahren sei bei Kontrolluntersuchungen im östlichen Bereich des Sees I eine sogenannte haline Schichtung in der Tiefe festgestellt worden, die ein Gutachter auf einen Zustrom salzhaltigen Grundwassers aus tieferen Schichten zurückführte, heißt es im wasserrechtlichen Antrag des Kieswerksbetreibers, der im Jahr 2016 an die Landesbergdirektion gestellt worden war. Weitere Gutachten wurden eingeholt und auch die Naturschutzbehörde eingebunden. Durch die Stützung des Wasserspiegels soll nun der Zustrom der salinaren Tiefenwässer insbesondere bei Niedrigwasser unterbunden werden.

Zwar sprachen sich die Lichtenauer Gemeinderäte in ihrer Stellungnahme für diese Maßnahme zur Verbesserung der Wasserqualität im See I aus, jedoch forderten sie eine mindestens halbjährige Überprüfung und eine Ursachenerkundung. Nicht nur Renate Schwarz (SPD) stellte die Frage, ob dieses Vorkommen schon vor der Auskiesung bekannt gewesen sei. Eine komplette Vermessung des Sees forderte wiederholt Werner Lindner (BfL). Karl-Heinz Geißler (CDU) wunderte sich, warum die eigentlich bei der Auskiesungsgenehmigung vereinbarte Auffüllung des Sees I mit Feinsand nicht erfolgt sei. »Wäre dies erfolgt, hätten wir dieses Problem jetzt vielleicht nicht«, sagte Geißler, der auf 500 000 Kubikmeter feinen Sands aus dem See II verwies, der auf Halde gelagert worden sei.

Ein gewisses Maß an Skepsis wurde auch laut beim Antrag zur Ergänzung zum Abschlussbetriebsplan für den See II. Beantragt wurde vom Kieswerksbetreiber, eine Verbindung zwischen den Seen I und II herzustellen, so dass im Hochwasserfall die Durchgängigkeit gewährleistet ist. Ein Gedanke, der von der Fischereibehörde und den Naturschutzverbänden unterstützt worden sei, heißt es im Antrag. Weiterhin soll am Nordufer eine Steilwand als Bruthabitat für Eisvögel und Wildbienen angelegt werden. 

Der Gemeinderat stimmte bei einer Gegenstimme den Ergänzungen zu, forderte jedoch eine Messung der rekultivierten 13 Hektar großen Fläche, die nun eine Höhe von 132 Meter haben und aufgeforstet werden soll.

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