Oberkirch

Grimmelshausen kehrt als Wachsfigur zurück

Autor: 
Rüdiger Knie
Lesezeit 2 Minuten
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18. Mai 2018
Gottfried Krüger richtet die Grimmelshausen-Wachsfigur her, die im »Silbernen Stern« einen Platz im Museumszimmer gefunden hat.

Gottfried Krüger richtet die Grimmelshausen-Wachsfigur her, die im »Silbernen Stern« einen Platz im Museumszimmer gefunden hat. ©Rüdiger Knie

Grimmelshausen als Wachsfigur sitzt seit Dienstag im »Silbernen Stern«. Im ersten Stock der Oberkircher Gastwirtschaft kann man ihn im Museumszimmer bewundern.

Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen sitzt wieder in der Gastwirtschaft  »Zum Silbernen Stern«. Man schreibt aber nicht das Jahr 1658, sondern 2018. Der ehemalige Burgverwalter der Schauenburg sitzt unter einem flackernden Leuchter am Schreibtisch, eine Feder in der Hand – als Wachsfigur. 

Im Auftrag von Ulrich Freiherr von Schauenburg haben Saskia Ruth und Gottfried Krüger die lebensgroße Figur geschaffen. Vorlage für den Kopf war das vor einigen Jahren der Stadt Oberkirch zum Kauf angebotene Gemälde, das möglicherweise ein Porträt des Barockdichters zeigt. Für den Körper stand Daniel Kalisch Pate, der Küchenchef des »Silbernen Sterns«. Er wurde zu diesem Zweck mit Gips überschüttet, der auf dem Körper über 45 Minuten aushärten musste. 

Die Wachsfigur im Museumszimmer der Gaststätte ist stilecht gekleidet, mit Wams und Stiefeln. Am vergangenen Dienstag lieferte Krüger die fertige Grimmelshausen-Figur in Oberkirch ab: einen bekleideten Torso mit Armen und Beinen, im Kofferraum eines Autos liegend. Kopf und Hände wurden erst vor Ort befestigt. Am besten wirkt das neue Schmuckstück im »Silbernen Stern«, wenn der Kopf angeleuchtet wird.

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Merkel in Arbeit

Krüger, gelernter Holzbildhauer, arbeitet auch für das Hamburger Wachsfigurenkabinett Panoptikum. Über 40 Figuren aus dem Atelier der beiden Künstler sind dort zu sehen. Unter www.wachsfiguren.net haben sie eine Auswahl von zwölf Figuren zusammengestellt, die von Papst Benedikt XVI. bis zu Udo Lindenberg reicht. Neben Projekten für die Werbe- und Filmindustrie spezialisierten sich Ruth und Krüger auf die Herstellung realistisch aussehender Figuren aus Wachs beziehungsweise Kunststoff. 

Aktuell arbeitet Krüger an einer neuen Angela-Merkel-Figur fürs Panoptikum. Das Vorgängermodell entspricht inzwischen nicht mehr dem heutigen Aussehen der Kanzlerin und wird ersetzt. Krügers erster Auftrag fürs Wachsfigurenkabinett war vor vielen Jahren eine Charlie-Chaplin-Figur, erinnert er sich. Ziel sei es, die Wachsfiguren auch aus der Nähe lebensecht aussehen zu lassen.

Stichwort

Wachsfiguren-Fertigung

Der Grimmelshausen-Kopf wurde aus Ton modelliert. Aus Gips wurde das »Negativ« hergestellt. In die Gipsform kam das heiße Wachs. Nach dem Abkühlen wurde der Kopf aus der Form genommen. Die Ausstattung mit Glasaugen und menschlichem Haar sorgt für die Lebendigkeit der Figur, ebenso die Farbschichten, die aufs Gesicht aufgetragen werden. rüd

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