Neues Baugebiet

Gute Ackerfläche geht in Gamshurst verloren

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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14. Februar 2019

Auf dieser Ackerfläche zwischen Lange Straße und Meisenstraße in Gamshurst soll ein Neubaugebiet mit 69 Bauplätzen entstehen. ©Michaela Gabriel

Aus landwirtschaftlicher Fläche wird Wohnbaufläche: Vorgezeichnet war das Ergebnis der Abstimmung im Gemeinsamen Ausschuss über die Änderung des Flächennutzungsplans auf der Gemarkung Gamshurst. 
 

Die Vertreter der Gemeinden Achern, Lauf, Sasbach und Sasbachwalden stimmten am Dienstag im Rathaus Illenau dem Entwurf der Änderung zu. 
Im Vorfeld war aus keiner der mitentscheidenden Kommunen ein Nein gekommen. Dementsprechend gaben die Vertreter im Gemeinsamen Ausschuss

ihr Einverständnis einstimmig. Die Sitzungsunterlagen bestanden aus einem zweieinhalb Zentimeter hohen Papierstapel und wogen 1,1 Kilo. Die Sitzungslänge verhielt sich wie von Sitzungsleiter Dietmar Stiefel vorhergesagt, genau umgekehrt: Sie dauerte nur wenige Minuten.

Vor den Vertretern des Gemeinsamen Ausschusses lagen ein Umweltbericht, schalltechnische Untersuchungen und Stelllungnahmen, Staub- und Immissionsprognosen wegen des benachbarten Kieswerks und die Ergebnisse einer Baugrunduntersuchung vor. Außerdem konnten sie vorher eine artenschutzrechtliche Potentialabschätzung lesen, ein Gutachten zur Betroffenheit streng geschützter Arten und die Stellungnahmen aus der frühzeitigen Beteiligung zu dem Verfahren.
»Wir freuen uns, dass das Neubaugebiet ›Südlich der Meisenstraße‹ auch in Lauf, Sasbach und Sasbachwalden gut geheißen wird«, sagte der Acherner Stadtrat Edgar Gleiß, der in Gamshurst wohnt. Es sei richtig, hier auch höhere Gebäude zuzulassen. In Zukunft werde es immer weniger Einfamilienhäuser geben, weil man auf den Flächenverbrauch achten müsse, so seine Einschätzung. 

Andere Dachformen

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Man müsse sich umgewöhnen, ergänzte Acherns Stadtrat Karl Früh und sprach auf die Dachformen in dem geplanten Neubaugebiet auf dem Dorf an. Es sei heute effizient, Stand der Technik und im Trend, Flachdächer zu bauen. 
Im Umweltbericht ist von landwirtschaftlichen Flächen »bester Bodenqualität« die Rede, die verloren gehen werden. Die Ackerflächen hätten jedoch eine sehr geringe Bedeutung als Biotope. Eine hohe Bedeutung wird zwei alten Birnbäumen als Lebensraum für die streng geschützte Käferart Körnerbock und einem Schilfröhricht als Lebensraum für die Kreuzkröte beigemessen. Gefunden wurden die Tiere von den Gutachtern jedoch nicht. Das Amt für Umweltschutz beim Landratsamt erklärte, dass es grundsätzlich keine Bedenken gegen die Änderung des Flächennutzungsplans habe, weil keine gesetzlich geschützten Flächen betroffen seien.

Mäßig artenreich

Das Gebiet sei nur mäßig artenreich, heißt es in einem der Gutachten. Nur sieben Vogelarten, die dort auch brüten, seien gefunden worden. Sie könnten ausweichen und würden nicht gefährdet. Das geplante Grünkonzept für das Baugebiet werde den Eingriff in ihrem Lebensraum mildern, heißt es. 

Die Geschäftsstelle der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Achern im Illenau Rathaus hat vom Gemeinsamen Ausschusses jetzt den Auftrag, den Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplans öffentlich auslegen. Außerdem werden die Träger öffentlicher Belange nochmals beteiligt. Danach haben alle Ratsgremien der Verwaltungsgemeinschaft noch einmal das Wort und der Ausschuss muss nochmals beschließen. Die Genehmigung zur Änderung des Flächennutzungsplans erteilt letztlich das Regierungspräsidium Freiburg. Den Bebauungsplan für das Neubaugebiet entwickelt parallel dazu die Stadt Achern. 

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