Rüdiger Kopp spricht Rheinauer an

Haus abgebrannt: Pfarrer will Hecklinger Schulfreund helfen

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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18. Januar 2019
Ein Schulkamerad aus Hecklingen, woher auch Pfarrer Kopp stammt, hat durch ein Feuer sein Hab und Gut verloren. Rüdiger Kopp hofft nun auf Spenden.

Ein Schulkamerad aus Hecklingen, woher auch Pfarrer Kopp stammt, hat durch ein Feuer sein Hab und Gut verloren. Rüdiger Kopp hofft nun auf Spenden. ©Ellen Matzat

Der katholische Pfarrer Rüdiger Kopp ist gebürtiger Hecklinger. Einem seiner Schulkameraden aus der immer noch eng zusammenstehenden Grundschul-Clique brannte am Wochenende das Haus ab. Der Geistliche will ihm helfen.

 »Er konnte immerhin sein Leben retten, hat aber Hab und Gut verloren«, erzählt Pfarrer Rüdiger Kopp unserer Zeitung vom Schicksal seines Grundschulfreundes in Hecklingen. Derzeit sei das Unglücksopfer bei Verwandten untergekommen. Erfahren hat Kopp die Tragödie von seinen Eltern. Fast zeitgleich wurde schon eine Helfergruppe gegründet. 

»Als erstes war ich erleichtert, dass meinem Klassenkameraden nicht passiert ist«, erinnert sich Kopp an die Schreckensnachricht. Er will es sich nicht vorstellen, was es heißt, in wenigen Minuten alles zu verlieren, obdachlos zu werden und auf Hilfe angewiesen zu sein. »Das fängt bei Kleidung und Obdach an und reicht bis zum Aufbau einer neuen Existenz.« Jedem könne das passieren.

Fasziniert hätten Kopp die von ihm betreuten Flüchtlinge, die sich ebenfalls sofort bereit erklärten zu spenden, obwohl sie selbst wenig haben. Einer von ihnen habe gesagt: »Wenn jeder nur zehn Euro gibt, ist viel geholfen.« Kopp ergänzt: »Wer sofort hilft, hilft doppelt.« 

Der Brand hat eine Welle der Hilfsbereitschaft losgetreten, die Kopp beeindruckt. Es gibt den Helferkreis, wozu seine Grundschul-Clique gehört, die auch nach all den Jahren sehr eng befreundet ist und sich zweimal im Jahr trifft. »Wir haben einen ganz rührigen Zusammenhalt«, sagt Kopp. Ein fester Termin ist der 27. Dezember.

Intensiver Austausch

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Es sei sofort klar gewesen, dass die Kameraden helfen. In der extra gegründeten What‘s-App-Gruppe herrschte gleich intensiver Austausch. Als Ergebnis wurde ein Spendenkonto als Hilfsfonds bei der Kenzinger Bürgerstiftung ins Leben gerufen. Jeder organisierte Hilfe, wo er konnte. 

Kopp leitete den Hilfeaufruf an all seine Kontakte weiter und erreichte dadurch die komplette Kirchengemeinde Hanauerland mit seinen 18 Ortschaften. »Ich habe nicht die Erwartung, dass jeder hilft, aber so kann man die heutige Vernetzung für einen guten Zweck nutzen«, sagt er. 

Das Schöne dran sei, zu sehen, wie schnell man im Notfall zusammenrückt, wie fraglos geholfen wird. In so einer Gruppe könne man darauf vertrauen, dass einem Leute beistehen, wenn man in Not gerät.

Großartige Feuerwehr

Die Feuerwehr habe in jener Hecklinger Nacht eine »Wahnsinnsarbeit« geleistet. Der Brand wurde laut Kopp wahrscheinlich durch eine defekte Heizdecke ausgelöst und verbreitete sich rasend schnell. Die Feuerwehr schaffte es, das Haus abzuschirmen und hat damit eine Katastrophe verhindert, sagt Kopp anerkennend. In nur sechs Minuten seien die ersten Feuerwehrkameraden vor Ort gewesen und das zu einer Zeit, wo fast alle anderen schlafen. Kopp: »Das Positive an der traurigen Geschichte ist vielleicht zu erkennen, dass man von mehr helfenden Händen umgeben ist, als einem bewusst ist.« 

Stichwort

Spendenkonto

Wer dem Hecklinger Brandopfer spenden will: Spendenkonto Bürgerstiftung Kenzinger Hilfsfonds, IBAN: DE87 6805 0101 0022 2277 75, Verwendungszweck »Hausbrand Hecklingen«. 

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