Achern

Hilfseinsatz nach GPS-Ortung im Raum Achern möglich

Autor: 
Nicole Rendler
Lesezeit 2 Minuten
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05. Oktober 2017
Verunglückt ein Wanderer in abgelegenem Gelände, kann sein Standort mittels detaillierter Nachfragen und GPS-Ortung ermittelt werden. Dafür muss er aber seine Zustimmung geben, auch ein Mobilfunknetz muss vorhanden sein.

Verunglückt ein Wanderer in abgelegenem Gelände, kann sein Standort mittels detaillierter Nachfragen und GPS-Ortung ermittelt werden. Dafür muss er aber seine Zustimmung geben, auch ein Mobilfunknetz muss vorhanden sein. ©Matthias Heidinger

Immer mehr Menschen besitzen inzwischen ein Handy. Damit kann nicht nur die Kommunikation gepflegt, sondern im Notfall auch schnell Hilfe gerufen werden, selbst wenn der Hilfsbedürftige  seinen Standort nicht genau beschreiben kann.

Die Integrierte Leitstelle des Ortenaukreises, bei der Notrufe eingehen, hat ein Arbeitsverfahren festgelegt, wie ein Hilfesuchender unter Anleitung der Leitstelle die GPS-Daten mit dem Smartphone an die Leitstelle übermitteln kann. Jedoch komme es äußerst selten vor, dass Menschen, die einen Notruf absetzen, nicht wissen, wo sie sind, erklärt Kai Hockenjos, Pressesprecher des Landratsamts im Ortenaukreises auf Anfrage der Acher-Rench-Zeitung.

Gezielte Fragen

Kann jemand seinen Standort nicht genau nennen, wird versucht, durch Fragen an den orientierungslosen Hilfesuchenden, insbesondere bei Freizeitaktivitäten in der Natur, den Standort einzugrenzen, wie etwa: »Wo war Ihr Ausgangsort, wo liegt der Zielort, welche Strecke sind Sie gefahren, wie lange sind Sie gefahren? Nennen Sie markante Punkte in der näheren Umgebung!«

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Lässt sich der Standort durch die Fragen nicht genau ermitteln, holt sich der Mitarbeiter der Leitstelle vom Hilfesuchenden durch direkte Frage die Zustimmung zur Standort­ermittlung per GPS ein, die sonst nicht erlaubt ist, und leitet den Hilfesuchenden an. Dieser übermittelt dann selbst mit einer App die Daten an die Leitstelle. 

Schwierig werden kann es jedoch, wenn in der freien Natur kein ausreichendes Mobilfunknetz vorhanden ist. So forderte etwa jüngst die südbadische CDU-Bundestagsabgeordnete Kordula Kovac per Pressemitteilung die Möglichkeit, zumindest Notrufe via Handy über das bestehende Digitalfunknetz für Einsatzkräfte absetzen zu können.

Konnte der Notruf jedoch erfolgreich abgesetzt werden, lag bis zur Alarmierung des Rettungswagens im Jahr 2015 der Mittel-Wert in Baden-Württemberg bei 124 Sekunden, gibt Hockenjos weiter Auskunft zum Thema.

Es müsse bei der Interpretation des Wertes berücksichtigt werden, heißt es weiter vom Landratsamt, dass diese 124 Sekunden etwa die Lokalisierung des Anrufers, die Abfrage oder Aufnahme des Geschehens sowie die Disposition und Alarmierung des jeweiligen Rettungsmittels umfasst. Dieser Wert decke sich dabei laut Hockenjos im Durchschnitt mit den Angaben der anderen Bundesländer.

Stichwort

Leitstelle Ortenau

Als Pilotprojekt des Landes Baden-Württemberg nahm die Integrierte Leitstelle Ortenau mit Sitz in Offenburg ihren Dienstbetrieb 1998 auf. Aus Gründen der Effektivität ist die Integrierte Leitstelle in Kooperation mit dem Landratsamt Ortenaukreis entstanden.

Die Leitstelle Ortenau ist für die gesamte nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr im Ortenaukreis zuständig. Diese Einrichtung nimmt für die Fachbereiche der Rettungsdienste und Feuerwehren die Leitstellenfunktionen hoheitlich war, heißt es auf der Homepage.nr

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