Rheinau - Rheinbischofsheim

Historiker in Rheinbischofsheim haben nun viel Arbeit

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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29. Februar 2016

Vier Ordner mit Dokumenten von 1786 bis 1810 werden den Verein für Heimatgeschichte Rheinbischofsheim die nächsten zwei Jahre beschäftigen. Sie müssen zuerst vom Altdeutschen in die heutige Schrift übertragen werden. ©Ellen Matzat

Der 58 Mitglieder zählende Verein für Heimatgeschichte Rheinbischofsheim hat mit Akten aus einem Speicherfund für die nächsten zwei Jahre alle Hände voll zu tun. Das wurde in der Hauptversammlung der Ortshistoriker am Mittwoch deutlich. Die vier Ordner enthalten Dokumente von 1786 bis 1810 in alt-deutscher Schrift. Die Dokumente handeln vor allem über die Entstehung der Stockfeldmühle in Freistett, die 1797 an den Galgenbach/Kanal gebaut werden sollte, was aber nicht genehmigt wurde. So wurde sie rund zehn Jahre später im Stockfeld Freistetter Bannes errichtet. 

Geteilte Arbeit

Zwei der Ordner sind bei Mitgliedern des Historischen Vereins Rheinau zum »Übersetzten« in die heutige lateinische Schrift. Um die anderen beiden kümmern sich die »Bischemer« Historiker selbst. »So kommen wir viel schneller voran«, freute sich Vorsitzender Rolf Beik über die Unterstützung. Auch Stadtarchivar Dirk Wacker ist mit von der Partie. »Es gibt nicht mehr viele Leute, die diese Schrift lesen können«, erklärt er. Wenn alles fertig ist, soll wieder ein kleines Buch oder eine Broschüre herausgegeben werden.

Schriftführer Marcus Matz berichtete vom 2015 gefeierten zehnjährigen Vereinsbestehen. Das Fest inklusive Buchvorstellung und Ausstellung über den Ersten und Zweiten Weltkrieg war ein voller Erfolg. Den konnte auch der kleine Wehrmutstropfen, ein Brief der Gema, nicht zu Nichte machen: Die Jugendkappelle hatte zu den Feierlichkeiten drei Musikstücke gespielt, die vergessen wurden anzumelden. So wurde eine Aufführungsgebühr von 135 Euro nachgefordert sowie eine Strafe fürs Nichtanmelden von nochmals 135 Euro. Beim »Feschd ums Kirchel« des Heimatbundes Freistett beteiligte sich der Verein mit Seegrasspinnen.

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Vorsitzender Rolf Beik sprach vor allem Kurt Lacker und Kurt Werner seinen Dank für ihre intensive Arbeit am Buch »Erinnerungen«, in dem Geschichten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg von Rheinbischofsheim zu lesen sind, aus. Von den 250 gedruckten Büchern sind bisher rund 100 verkauft worden. In der Ortsverwaltung kann es für 24 Euro weiterhin erstanden werden. 

Minus in der Kasse

Der Druck der Bücher aus eigener Kasse erklärte das Minus im Kassenbericht von Selina Beik-Riebs. Der Kassenstand ist stabil, und nach weiteren Buchverkäufen soll sich auch das Minus wieder in ein Plus verwandeln. Rolf Beik ergänzte den Jahresbericht um die kulinarische Radtour beim Kreativsommer. Das Jahr 2016 hat mit dem Saukopfessen am Dreikönigstag und den monatlichen Stammtischen wieder gut angefangen. Am 28. Mai ist ein geselliger Nachmittag mit Geschichten und Gedichten von Heinz Wendling in der Graf-Reinhard-Halle geplant. Am 9. Juli ist eine Gemarkungsfahrt um den westlichen Teil Rheinbischofsheims angedacht.

Die bereits zweimal verschobene Fahrt nach Freiburg zum Schloss Ebnet am Tag des offenen Denkmals soll im September nachgeholt werden. Das Schloss wird heute noch von den Freiherrn von Gayling von Altheim, Nachkommen von Graf Reinhard (nachdem die Festhalle in Rheinbischofsheim benannt ist) bewohnt. Ortsvorsteher-Stellvertreter Frank Schadt dankte dem Verein für sein Engagement. 

Stichwort

Vortrag über Donau-Schwaben

Im Anschluss an die Versammlung hielt Stadtarchivar Dirk Wacker den interessanten Vortrag »Das Banat und die Geschichte der Donauschwaben«. Auch einige Rheinbischofsheimer haben Wurzeln im Banat, wie Barbara Ruch-Eckert und Stephan Beik. Zwischen 1720 und 1750 wanderten viele Süddeutsche ins Banat aus, weil dort die Lebensbedingungen besser waren. 
Die deutschstämmigen Banaten haben viel aufgebaut und bewegt. Im Ersten Weltkrieg wurde das Gebiet in Serbien, Rumänien und Ungarn aufgeteilt und die Bedingungen verschlechterten sich erheblich. 
Im Zweiten Weltkrieg 1944/1945 wurden sie vertrieben oder verschleppt. Viele mussten in Bergwerken, Steinbrüchen oder im Wald Zwangsarbeit leisten. Wer fliehen konnte, war lange in Österreich in Lagern und wurden dann nach Deutschland verteilt.

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