Lautenbach

Hochwasserschutzprojekt an der Rench bringt Synergieeffekte

Autor: 
Roman Vallendor
Lesezeit 3 Minuten
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11. Juni 2021
In Lautenbach soll ein Teil des Renchdamms rückverlegt werden. Das dient unter anderem dem Hochwasserschutz und bringt Land und Gemeinde Synergieeffekte.

In Lautenbach soll ein Teil des Renchdamms rückverlegt werden. Das dient unter anderem dem Hochwasserschutz und bringt Land und Gemeinde Synergieeffekte. ©Roman Vallendor

Faire Lösungen für die Landwirte sind die Grundlage für eine Rückverlegung des Renchdamms in Lautenbach. Das Projekt wurde im Gemeinderat vorgestellt. Auch Bürger meldeten sich zu Wort.

Die Renchdammrückverlegung bringt nach Auskunft von Bürgermeister Thomas Krechtler vielfachen Synergieeffekte sowohl für das Land als auch für die Gemeinde Lautenbach. „So können nicht nur für die sanierungsbedürftigen Renchdeiche Retentionsvolumen geschaffen und somit Hochwasserschutz an der Rench gesichert werden, sondern gleichzeitig kann der rechtsseitige Renchdamm in Fließrichtung überwiegend wasserseitig saniert werden“, erläuterte er dem Gemeinderat. So können weitere Eingriffe in landwirtschaftliche Grundstücke vermieden werden.

Die Retentionsfläche sei ökologisch wertvoll und könne sich zu einem wichtigen Naherholungsgebiet für Lautenbach entwickeln. Abbaumaterialien könnten vor Ort für notwendige Auffüllungen Verwendung finden und bräuchten nicht ökologisch und wirtschaftlich belastend ab- und angefahren zu werden. In gemeinsamer Planung mit dem Land könnten zudem die Siedlungsbereiche am Sendelbach hochwassersicherer gestaltet werden. Die Problematik der Regenwasserbeseitigung bei Starkregen könnte zum Schutze der bestehenden Bebauung verbessert werden. Die Regenwasserableitung könne über ein neues Teilkanalnetz in die Rench erfolgen. Der bestehende Regenwasserkanal und der Sendelbach werden entlastet und zusätzlich entsteht neuer Wohnraum. „Es müssen jedoch adäquate und faire Lösungen für die betroffenen Landwirte gefunden werden“, bekräftigte Krechtler im Gemeinderat. Landwirte, die teilweise bereits Grundstücke für die B28 Umfahrung eingebracht haben, würden ansonsten weitere obstbaufähige Flächen verlieren. Deshalb müsse es Ziel zur Sicherung der Existenz- und Wirtschaftsgrundlagen dieser Betriebe sein, möglichst gleichwertige und nahegelegene Ersatzflächen zu beschaffen und in der Gesamtbewertung für einen fairen Ausgleich zu sorgen.

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Dass der Ausgleich für Landwirte oberste Priorität haben müsse, unterstrichen auch die Gemeinderäte Markus Kohler (BL), Gabriele Waidele (CDU) und Hubert Busam. Die Planung der Dammrückverlegung zum Hochwasserschutz wurde unisono befürwortet. Hubert Busam befürwortete „Hochwasserschutz nur über Renaturierung“. Er sei dafür, dass man mit solchen Maßnahmen noch mehr ins Tal gehen sollte.

Gabriele Waidele meinte, dass man bedenken sollte, dass Hochwasserschutz auch in 100 Jahren Bestand haben müsse und deshalb die Deichrückverlegung angegangen werden sollte. Ein Bürger sprach an, dass man mit dem Hochwasserschutz in den Seitentälern anfangen sollte. Für die fünf Gewässer, die zur Rench fließen, bestehe bereits ein mit dem Regierungspräsidium abgestimmtes Hochwasserschutzkonzept, das nach und nach realisiert werde, erwiderte Krechtler. Ein Landwirt erklärte, bei der vorgesehenen Planung verliere er durch die Rückverlegung des Damms rund zwei Hektar Fläche. Daher schlug er vor, „rechts und links beide Dämme zurückzusetzen“.

Diesem Ansinnen widersprachen Projektleiterin Elisabeth Korb wie auch der Bürgermeister. Zumal beidseitig landwirtschaftliche Flächen benötigt würden und die Synergieeffekte geschmälert würden. Auch wäre dann eine Vielzahl weiterer Landwirte betroffen, deren Grundstücke „zerschnitten“ würden. Im Gegensatz zur Renaturierung in Erlach vornehmlich um den Hochwasserschutz Lautenbach/Oberkirch mit ökologischen und vielen weiteren Synergieeffekten.

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