Induktionsschleife aktiviert

Hörtests von Besuchern der Fautenbacher Tandemkirche

Autor: 
Michael Karle
Lesezeit 3 Minuten
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15. Dezember 2018
In der Fautenbacher Tandemkirche konnten Besucher am Dienstag ausprobieren, wie sie dank Induktionsschleife besser hören können.

In der Fautenbacher Tandemkirche konnten Besucher am Dienstag ausprobieren, wie sie dank Induktionsschleife besser hören können. ©Michael Karle

Menschen, die besser verstehen wollen, was der Pfarrer predigt oder was gesungen wird, versammelten sich für die Aktivierung der Induktionsschleife in der sanierten und zur Tandemkirche umfunktionierten Kirche.

 »Gutes Hören war uns von Anfang an wichtig«, erläuterte Gerold Bruder. Deshalb habe man bei den Bauarbeiten die für die Verbesserung des Hörens notwendige Induktionsschleife unter dem Parkettboden eingelegt. Abwarten habe man jedoch wollen, so Bruder, wie sich die neue Akkustik denn bewährt und was aus der Gemeinde rückgemeldet wird. Nach aktiver Befragung durch die Mitglieder des Bauausschusses hatte man ein klares Votum. »Ich höre zu wenig«, sagten nicht wenige der Befragten mit Hörhandicap. Damit war auch klar, dass die vorgeschriebene Barrierefreiheit nicht erreicht ist. »Nicht verstehen können hindert am Dabeisein«, erklärte Pfarrgemeinderätin Luzia Mark.

Idealer Standort gesucht

Jetzt hat man die Induktionsschleife mit entsprechendem Gerät aktiviert. »Die Induktionsschleife kommt als Sender über ein elektromagnetisches Feld mit einem Empfängerteil im jeweiligen Hörgerät in Verbindung«, fasst Manuel Spang von der Technikgruppe der Jugendkirche zusammen. Mit David Falk und dem technischen Dienstleister Sebastian Meyer war Spang gut beschäftigt, bis jeder Teilnehmer seinen idealen Stand- oder Sitzort fürs möglichst gute Hören gefunden hatte. 

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Immerhin 20 Personen aus der Pfarrgemeinde waren gekommen. Sie hatten sich zuvor meist auch mit dem jeweiligen Hörgeräteakustiker darüber unterhalten, welche Möglichkeiten die eigenen Hörhilfen hergeben. Ältere Geräte haben keinen Empfänger, deswegen kann man mit ihnen gar nichts erreichen. Moderne Hörgeräte lassen sich jeweils einfach einstellen, so die Erfahrung des Abends. Gern genutzt wurde auch die Möglichkeit, Kopfhörer auszuprobieren. »Bei entsprechendem Bedarf könnten wir noch einige Kopfhörer anschaffen und sie jeweils für den Gottesdienst ausleihen«, meint Luzia Mark. Befanden manche als komisch, einen Hörer auf dem Kopf zu haben, erinnerten sich andere an die alten an jeweils einer Kirchenbank angebrachten Telefonhörer. »Wenn’s hilft, ist das Aussehen nicht so wichtig«, schmunzelte Gerold Bruder.

Scheck überreicht

Der Vorsitzende des Vereins für Alten-, Kranken- und Familienhilfe überreichte einen Scheck über 3000 Euro, um die Freischaltung zu bezahlen. »Ob man direkt auf der Schleife sitzt, oder etwas weiter weg seinen Platz hat, macht einen deutlichen Unterschied«, erkannte einer der Tester. Ein anderer stellte fest, dass er direkt unter einem Lautsprecher den besten Empfang hat. »Vermutlich werden wir noch einige Gottesdienste lang ausprobieren, wie sich der optimale Effekt einstellen lässt«, benannte Gerold Bruder zum Ende der Probe das allgemeine Fazit. Von denen, die bislang schlecht verstanden haben, gab es denn auch viel Anerkennung. Aber schauen, so Bruder, müsse man halt auch wieder, wie sich die Effekte in einer vollbesetzten Kirche einspielen. 

Seitens Pfarrgemeinderat und Gemeindeteam freute sich Luzia Mark über die Verbesserung ebenso wie die durch den Verein für Alten-, Kranken- und Familienhilfe in Aussicht gestellte Unterstützung der Orgelsetzeranlage. »Dort haben wir viel wertvolle Unterstützung schon bekommen. Aber etwa 5000 Euro fehlen eben noch.« 

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