Vortrag mit Brigitte Wörner

Hospizdienst Oberkirch klärt über Vorsorgevollmacht auf

Autor: 
red/RK
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27. Oktober 2020

Brigitte Wörner sprach beim Oberkircher Hospizdienst über Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. ©Hospizdienst

Die Intensivkrankenschwester Brigitte Wörner sprach beim Hospizdienst Oberkirch über die Themen Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. 

Wenn ich am Lebensende nicht mehr entscheiden kann, müssen dies andere für mich tun, möchte ich das? Diese Frage stellten sich die Teilnehmer des öffentlichen Vortrags zur Patientenverfügung im katholischen. Gemeindezentrum in Oberkirch. Eingeladen hatte dazu der Hospizdienst Oberkirch am vergangenen Donnerstag.

Die Leiterin, Claudia Braun, begrüßte zu Beginn die Referentin Brigitte Wörner, welche dann ausführlich auf die wichtigsten Punkte der Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht einging. „Mit einer schriftlichen PV (Patientenverfügung) können Patienten vorsorglich festlegen, dass bestimmte medizinische Maßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen sind, falls sie nicht mehr selbst entscheiden können.“ Je differenzierter eine PV ausgefüllt ist, so die Referentin, welche selbst als Intensivkrankenschwester jahrelange gearbeitet hat, desto sicherer ist diese für die Ärzte. Eine PV greife erst dann, wenn kein Wille mehr geäußert werden könne und ist rechtlich bindend. Dazu bedarf es des Instrumentes der Vorsorgevollmacht, am besten mit zwei Vertretern, welche in dieser schweren Situation den Patienten vertreten.

Mit verschiedenen Impulsen konnten sich die interessierten Zuhörer selbst fragen, ob sie auf eine solche Situation „vorbereitet“ wären. Eine PV könne jederzeit widerrufen werden und mache nur Sinn im Zusammenhang mit einer Vorsorgevollmacht. Alle drei bis fünf Jahre sollten diese Dokumente mit einer Unterschrift erneuert werden, so Brigitte Wörner.

Auch wenn es schwerfalle, sollten Betroffene mit ihren nahestehenden Personen über ihre Haltung zum Sterben und Tod sprechen. Für viele stelle sich die Frage, wie sie ihren Angehörigen die Last der Entscheidung im Ernstfall abnehmen könnten. Dies könne in einer PV detailliert niedergeschrieben werden.

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Bei der Vorsorgevollmacht werden eine oder mehrere vertraute Personen zum Bevollmächtigen bestimmt. Diese Personen treffen im Ernstfall als Vertreter jegliche Entscheidungen im Sinne des Erkrankten. Die Vorsorgevollmacht sei das mächtigste Vorsorgedokument und beinhaltet Wünsche zu den Themen Krankenhausaufenthalt, Umzug ins Heim, Wohnungskündigung, aber auch und gerade alle Fragen um die Gesundheit. Die Vollmacht sollte in mehrfacher Kopie vorhanden sein.

In der vorgestellten Vorsorgemappe finden sich Vordrucke zur PV, Vorsorgevollmacht, Vollmacht für Rechtsgeschäfte aller Art, Betreuungsverfügung, Behandlungsverfügung aber auch Raum für Gedanken zum Sterben und grundlegende Fragen zur Selbstbestimmung am Lebensende.

Im Anschluss beantwortete Brigitte Wörner verschiedene Fragen der Gäste. Die Einsatzleiterin des Hospizdienstes Oberkirch bat am Ende um eine Spende für die Hospizarbeit. Mappen der IGLS können unter info@hospizdienst-oberkirch.de oder über Anrufbeantworter 0 78 05/91 56 971 zum Selbstkostenpreis angefordert werden.

Weitere Informationen zum Hospizdienst finden sich auch unter www.hospizdienst-oberkirch.de.

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