Weihnachtsstück »Frau Holle«

Illenau-Theater Achern mit märchenhafter Technik

Autor: 
Regina de Rossi
Lesezeit 3 Minuten
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04. Dezember 2018
Die Blondmarie weiß mit ihrem Fließ Frau Holle zu überzeugen.

Die Blondmarie weiß mit ihrem Fließ Frau Holle zu überzeugen. ©Regina de Rossi

Frau Holle steht als Weihnachtsstück auf dem Spielplan des Illenautheaters und lockt Groß und Klein ins Maison de France zu einer kurzweiligen und kindgerechten Aufführung. 

Die Premiere ist gelungen, der Schnee kann kommen. Dafür sorgt die fleißige Goldmarie, denn nachdem ihr die Spindel in den Brunnen gefallen ist und sie den Tadel der strengen Mutter fürchtet, springt sie hinterher und landet punktgenau in Frau Holles Welt. Bevor sie aber der gütigen Frau entgegentreten darf, muss sie weitere Aufgaben erfüllen. Da dampft der Ofen und das Brot ruft, will herausgenommen werden, während der Apfelbaum unter seiner schweren Last ächzt und stöhnt. 

Goldmarie, hier die Blondmarie, springt freundlich hin und her. Helfen, das mag sie, Gutes tun, das ist ihre Aufgabe und die meistert die junge Lina Ernst mit herzerfrischender kindlicher Anmut. Wie eine große Verheißung erscheint da die mütterliche Frau Holle (Heide Eisinger) in türkisfarbenem, ausladendem Tüllkleid mit weißer Haube und weißem Spitzenkragen. Sie singt und die Kinder werden ganz still. Zahlreich sind sie hier in Begleitung ihrer Eltern oder Großeltern erschienen und sie sind ganz schnell mitten im Spiel. Dafür sorgt nicht zuletzt der herzerfrischend spielende David Doll, der sich hier in den stolzen Hahn verwandelt hat und das Geschehen pfiffig und souverän moderiert.

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Sanfte weiße Flocken

Blondmarie schüttelt indessen auf Wunsch von Frau Holle kräftig die rotkarierten Kissen auf und siehe da: »Es schneit!« Sanfte weiße Flocken hat die erwähnenswerte Technik auf die Bühne gezaubert und begleitet von feinem Gesang entsteht ein richtiger Winter­zauber.

So viel Fließ muss belohnt werden. Und ehe sich die kleine Blondmarie versieht, ist sie über und über mit Gold behangen und darf so nach Hause gehen. Dass die faule Schwester sie mit Neid und Argwohn empfängt, passt zu ihrem Charakter und die Mutter (Clara Burger) kann sie nicht aufhalten,  diese Reise ebenfalls anzutreten. Herrlich versteht es Sophie Friedmann in die Rolle der bequemen und unmotivierten Schwarzmarie zu schlüpfen. Wer das Märchen kennt, weiß, wie es der Pechmarie ergangen ist, denn Viktoria Sutterer und Constanze Fliegel haben sich als Regieseurinnen an die Gebrüder Grimm angelehnt. Die Umsetzung ist sehr gelungen. Simon Weck hat das Stück mit bekannten Melodien ausgestattet. Die Texte wurden passend zum Geschehen konzipiert und die bereits erwähnte Technik hat sehr zum Staunen der Kinder den Ofen zum Qualmen gebracht, die Äpfel zum Sprechen und es tatsächlich schneien lassen. Vor einem bunten Bühnenbild entfaltete sich diese schöne Geschichte um die gütige Frau in den Wolken, die das Gute belohnt, das Schlechte bestraft und wenn man Glück hat, es bald so richtig schneien lassen wird.

Stichwort

Aufführungen

Weitere Aufführungen sind am 8. und 9. und am 15. und 16. Dezember jeweils um 15 und um 17 Uhr. Das Stück, geeignet für Kinder ab drei Jahren, wird in Maison de France, Karl-Hergt-Str. 9 in Achern aufgeführt und dauert ohne Pause eine Stunde. Kartenvorverkauf (Kinder fünf,  Erwachsene sieben Euro) ist in der Tourist-Info Achern (• 642 1900) und in der Buchhandlung Büchermehr (• 641 570).rdr

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