Premiere am Samstag

Illenau-Theater probt für »Liebende in der Untergrundbahn«

Autor: 
Regina de Rossi
Lesezeit 3 Minuten
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04. Oktober 2018

»Die Liebenden in der Untergrundbahn« heißt das Stück, das das Illenau-Theater am Samstag, 6. Oktober, uraufführt. Thorven Sonntag (Dritter von rechts) spielt dabei den Verliebten, der kein Durchkommen zu seiner Liebsten Alexandra Schmidt (links) findet. ©Regina de Rossi

»Die Liebenden in der Untergrundbahn« (Les amants du métro) heißt der Titel des Herbststückes, das sich das Illenau-Theater ausgesucht hat. 23 Rollen entfallen dabei auf neun Schauspieler. Am Samstag wird es uraufgeführt.
 

Gespannt sein darf man auf die Premiere am Samstag, 6. Oktober. »Denn«, so Regieseurin Rosa Maria Gannuscio, »Jean Tardieu (1903 – 1995), ein französischer Dichter und Dramatiker, ist bekannt für experimentelles, absurdes Theater.« Etwas, so erfährt man, das vom Ensemble ganz gerne in der Herbstzeit aufgegriffen und gespielt werde. 

Die Proben im Maison de France sind derzeit in vollem Gange. Flackernde Neonröhren, Geräusche einer U-Bahnstation, quietschende Züge, fast nimmt man kalten Zigarettenrauch wahr. Könnte passen zur Szenerie, die mit einer wild durcheinander laufenden Menschenmenge sehr authentisch wirkt. »Woher kommen diese vielen Menschen?«, ist man zu fragen geneigt, doch Rosa Maria Gannuscio kann aufklären: »Es sind ganze 23 Rollen, die von neun Schauspielern getragen werden«, sagt sie lachend, und sieht man das Liebespaar (Alexandra Schmidt und Thorven Sonntag), so kann man sich denken, dass eine gute »Umzieh-Organisation« hinter der Bühne stattfinden muss. 

Hinter Masken versteckt

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Stress ist den Protagonisten nicht anzumerken. Sie schweben regelrecht durch die Metrostation, ihre Gesichter hinter weißen Masken versteckt. Anonym, isoliert, jeder ist für sich, so kennt man es von großen Bahnhöfen, Flughäfen und eben U-Bahn-Stationen. Fein säuberlich wird der Fokus auf einzelne Darsteller gelenkt. Menschen, die tatsächlich ins Gespräch kommen, sei es, um Auskunft zu bekommen, sei es, weil man den anderen in seinem Anders-Sein interessiert wahrnimmt oder gar, wie die beiden Liebenden, die sich in diesem Wirrwarr entdecken. 

Interessant sind die Kommunikationsebenen, vor allem die Kommunikationsart. Und schnell wird klar, was von Tardieu hier an Aussage heraufbeschworen wird. »Stopp, hier etwas lauter und dort das Licht langsam ausblenden!« Der Appell geht an die Technik. »Thorven, die Stimme halten…!« Und schwupps sitzt das Ensemble in einem engen, schaukelnden Zugabteil. So eng, dass es kein Durchkommen gibt. Weder für Menschen, Worte und schon gar nicht für Gefühle. Wie soll das Liebespaar hier bestehen, sich »verstehen« lernen?

Die anderen, nun, die haben ja sich, der Priester, der Zeitungsleser, der Dolmetscher, die Studentin oder das hüpfende, Lolli lutschende Mädchen im Rüschenröckchen und all den anderen Reisenden.  

Wie wird sich die Liebe hier teilen und halten können? Witzige Wortspielereien, Sätze, die einfach abgebrochen werden, Kauderwelsch, den keiner versteht – gespannt sitzt Rosa Maria Gannuscio in den Zuschauerreihen und verfolgt ihre Protagonisten. Diese scheinen ihre Hausaufgaben gemacht zu haben und so bleibt die Spannung auf die Premiere.

Hintergrund

Termine und Karten

Die Uraufführung ist am Samstag, 6. Oktober, 20 Uhr. Weitere Aufführungen sind am 12., 13., 19., 20., 26. und 27. Oktober, jeweils um 20 Uhr geplant. Am 21. Oktober kann man das etwas 80-minütige Stück bereits um 19 Uhr sehen. Einlass ist 45 Minuten vor Beginn. Karten gibt es im Vorverkauf bei Büchermehr und Osiander Buchhandlungen, in der Tourist-Info (• 0 78 41/6 42 11 40) sowie im Kulturamt der Stadtverwaltung (• 0 78 41/6 42 11 40).

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