Rheinau-Rheinbischofsheim

In »Bische« liegt Beik weit vorn

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 4 Minuten
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23. Januar 2016
Ortshistoriker mit Leib und Seele: Kurt Lacker, Kurt Werner, Eberhard Doerr, Herbert Klaus und Rolf Beik (von links) wissen viel Interessantes über »ihr« Rheinbischofsheim zu berichten.

(Bild 1/2) Ortshistoriker mit Leib und Seele: Kurt Lacker, Kurt Werner, Eberhard Doerr, Herbert Klaus und Rolf Beik (von links) wissen viel Interessantes über »ihr« Rheinbischofsheim zu berichten. ©Ellen Matzat

In Rheinbischofsheim ist Beik mit 31 Namensträgern der gängigste Familienname. Auf Platz zwei und drei folgen aber welche, die auch deutschlandweit an gleicher Stelle rangieren.

 Der 2005 gegründete »Verein für Heimatgeschichte Rheinbischofsheim« ist eine wichtige Anlaufstelle, wenn man in »Bische« was zur Ortshistorie erfahren will – etwa zu den gängigsten Familiennamen im Dorf. Bei der Recherche waren allen voran Kurt Werner und Kurt Lacker beteiligt. Aber auch Rolf Beik, Herbert Klaus und Eberhard ­Doerr standen mit ihrem Wissen und ihren Erinnerungen zur Seite. Die bisherigen Schwerpunkte der »Bischemer« Historiker waren die Erforschung der Häuser und ihrer Geschichten, die Erinnerung an den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die jährliche Herausgabe des »Bischemer Bott«. Zu diesen Themen wurden bereits Bücher herausgegeben. 

Der Name Beik ist vom früheren Beikler – Eichmeister – hergeleitet und in Rheinbischofsheim ein altes Zimmermannsgeschlecht. In einem alten Kirchenbuch fand Rolf Beik, der die Geschichte seines eigenen Namens erforschte, einen Eintrag eines 1816 geborenen Friedrich Beik als Zimmermann. Bereits 1697 kam ein Hans Beyk aus Durlach nach »Bischoffsheim zum Hohensteg«, wie das Dorf damals hieß. Dieser ist der erste schriftlich erwähnte »Beyk/Beik« im Dorf. Bis heute hat sich die Tradition des Zimmermannberufs durchgesetzt, der von den heutigen neun Beik-Familien immer noch in fünf ausgeübt wird. 

Handwerk gab Namen

Der Name Schmidt ist nicht nur in Rheinbischofsheim auf Platz zwei, sondern deutschlandweit. In »Bische« wohnen derzeit fünf Familien sowie drei Einzelpersonen mit diesem Namen, darunter die Bäcker-Familie. Der Name Schmidt ist selbsterklärend, und stammt vom Handwerk der früheren Schmiede. Weiter folgt »Bische« dem Namenstrend bei den Schneiders, die auch bundesweit auf Platz drei liegen. Im Dorf tragen heute noch sechs Familien diesen Namen, dessen Bedeutung sich ebenfalls selbst erklärt. So gab es noch vor 1800 die Weberei von Webermeister Michael Schneider in der Bärengasse. Geschneidert und gewebt haben früher überwiegend Landwirte im Nebenerwerb. 

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Auch Koch ist selbsterklärend und führt auf einen Beruf zurück. Der Name ist heute nicht mehr so weit verbreitet. Die alten »Bischemer« Koch-Familien sind ausgestorben, die heutigen neu zugezogen. Daher ist über ihre Geschichte kaum etwas bekannt. Zink – heute mit noch vier Familien und drei Einzelpersonen – sowie Zimpfer – fünf Familien und eine Einzelperson – sind alteingesessene Namen. Während Zink auf die körperliche Besonderheit einer besonders ausgeprägten Nase hinweisen könnte, ist Zimpfer wahrscheinlich auf den Rufnamen des heiligen Symphorianus, dem Patron des Falkners, der ­gegen die Dürre gerufen wurde, zurückzuführen. Symphorianus ist griechisch und heißt »der Nützliche«. 

Wappen für Geier?

Auf einen Hausnamen, ein Bild am Haus, Signum oder Wappen geht wahrscheinlich der Namen Geier zurück, den es in Rheinbischofsheim seit circa 1800 gibt. Die Hügels haben wahrscheinlich einmal auf oder an einem Hügel gewohnt. 1818 wurde Karl Hügel geboren, der später das Gasthaus »Zur Pfalz« sowie eine Bierbrauerei hatte. Diese ist heute eine Schnapsbrennerei. Die Brüder Christian waren Uhrenmacher und Friedrich II. Schreinermeister. Die Nachkommen sind ebenfalls in Rheinbischofsheim geblieben. 

Den Namen Rohr brachte Friedrich Rohr um 1938 von Freistett mit, als er mit seiner Familie nach Rheinbischofsheim zog. Auch dieser Name ist auf die Lage der Wohnstätte, nämlich am Schilfrohr, zurückzuführen. Ein uralter Name im Dorf ist Scherwitz – er ist auf das Scheren zurückzuführen – den heute noch drei Familien tragen. In elf Generationen haben sie als Metzger gearbeitet. Hermann Scherwitz, Großvater von Richard Scherwitz, hatte als letzter Scherwitz den Beruf des Metzgers gelernt, aber nicht mehr geschlachtet. Er war hauptberuflich Landwirt und von 1923 bis 1933 auch Bürgermeister von »Bische«.

Stichwort

Häufigste Namen

Die häufigsten Namen in Rheinbischofsheim (aktuell 1970 Einwohner) sind:
1. Beik (31 Personen) 
2. Schmidt und Schneider (je 23)
3. Koch und Zink (je 21)
4. Zimpfer (19) 
5. Geier, Hügel und Rohr (je 14)em

Hintergrund

Alt und teils ausgestorben

Alte Namen von Rheinbischofsheim sind zudem Rußi/Ruhsi, Hamm, Drischel, Durban, Doerr (heute noch eine Familie), Abel (vor 1800), Aßmus, Bürkel, Feldmüller, Grampp, Klaus, Weik und Waag. Seit 1825 gibt es den Namen von Bühren, den heute noch eine Familie trägt. Gar nicht mehr treten Gall, Batt, Wetzel, Wesel, Hottel, Jäger, Heckmann, Greiner/Kreiner und Oehler auf. em

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