Auf einer Fläche von 1,5 Hektar

In Önsbach werden nun sogar Melonen angebaut

Sascha Bäuerle
Lesezeit 3 Minuten
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20. September 2018
Der Melonen-Spezialist Thomas Köninger pflanzt seine Wassermelonen im Freiland an. Insgesamt erntete er im August zwei Sorten.

(Bild 1/2) Der Melonen-Spezialist Thomas Köninger pflanzt seine Wassermelonen im Freiland an. Insgesamt erntete er im August zwei Sorten. ©privat

Thomas Köninger aus Önsbach ist einer von wenigen Wassermelonen-Anbauern in der Region. Die Kultur von Melonen im Achertal funktioniert, allerdings ist sie von den Witterungsbedingungen abhängig. In diesem Sommer lief die Ernte für den Anbauer erfolgreich. 

»Ein Freund hat mich 2012 gefragt, ob wir Melonen anpflanzen wollen«, sagt Thomas Köninger. »Es funktioniert, allerdings nicht jedes Jahr.« Beide haben jedoch schnell gemerkt, dass es in der Acherner Umgebung möglich sei, die exotische Frucht anzupflanzen. 

Hilfreich war dabei Köningers Erfahrung im Nebenerwerbsbetrieb mit Sonderkulturen. »Ich pflanze schon eine Weile Kürbisse an und Melonen sind kein völlig anderes Gewächs. Beide werden zur selben Zeit gepflanzt und haben fast die gleiche Kulturführung«, berichtet Köninger, der hauptberuflich Ackerbauberater für Landwirtschaft beim Landratsamt im Ortenaukreis ist. 

Sommerernte erfolgreich

Insgesamt pflanze er zwei Sorten an. Eine habe ein Gewicht von zwei bis drei, die andere wiege zwischen acht  bis zehn Kilogramm. In diesem Sommer habe der Melonen-Anbauer auf eineinhalb Hektar Wassermelonen geerntet. Durch das heiße Wetter verlief die Ernte schnell und die Qualität der exotischen Früchte war gut. Nur die Menge fiel aufgrund der Trockenheit und dem fehlenden Wasser geringer als im vergangenen Jahr aus. 

Im Vergleich zu seinen Anfangsjahren wurde die Anbaufläche dennoch stetig ausgeweitet. 2012 seien es Wassermelonen auf nur 50 Ar gewesen. »Damals waren die Melonen nicht gut«, berichtet der 30-Jährige. »Uns war auch nicht klar, woran man erkennt, dass sie reif sind.« Mittlerweile müsse er die Melonen nur anschauen, um den Reifegrad farblich zu erkennen. Jede Sorte sei dabei anders. Auch durch Klopfen kann die Reife erkannt werden. 

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Bei der Bepflanzung setzt der Ackerbauberater auf  eine andere Methode als andere Anbauer. »Es gibt zum einen die Folientunnel-Methode, die sehr teuer ist und die Freiland-Methode, die ich für den Anbau von Wassermelonen nutze«, sagt Köninger. Für ihn sei der Folientunnel auch schwierig, da er im Sommer dort andere Pflanzen kultiviert. Trotz unterschiedlicher Art und Weise bei der Anpflanzung von Wassermelonen könne die Frucht nur wachsen, wenn die Wetterbedingungen warm sind. 

»Feuchtes Wetter ist schlimm für die Wassermelone, weil sie dann Pilzkrankheiten wie Didymella, Fusarium an den Wurzeln und Mehltau bekommen«, erklärt der Ackerbauberater. Nicht nur Pilzkrankheiten können das Wachstum der Früchte beeinträchtigen, auch Tiere gehören zu ihren natürlichen Feinden. »Wir hatten dieses Jahr Hasenfraß. Die Hasen nagen willkürlich an den Schalen«, beklagt sich Köninger. 

Wenn die Melonen daraufhin weiter wachsen, platzen sie auf, da der Schale daraufhin die Stabilität fehlt. Zusätzlich gebe es jedes Jahr Krähenfraß und auch Wühlmäuse, die die Wurzeln oder die Melone fressen. 

Weitere Exotenfrüchte 

Vor dem 15. Mai könne er die Exotenfrucht nicht anpflanzen, da es bis dahin noch Frost geben könne und die Pflanze sehr frostempfindlich sei. Die Ernte erfolge in der ersten oder zweiten Augustwoche. Insgesamt habe Köninger für beide Sorten vier Wochen Erntezeit benötigt. Seine Melonen vermarktet Thomas Köninger über den Obstgroßmarkt Mittelbaden.

Er gehe davon aus, dass weitere exotischen Früchte künftig in Deutschland angebaut werden. »Wir haben mittlerweile die Technik zur Verfrühung, Bewässerung und gezielte Düngung«, sagt der Melonen-Spezialist aus Önsbach.

Stichwort

Anbau-Tipps

Bei Wassermelonen handelt es sich um ein Kürbisgewächs. Laut »Plantura« sind sie im Vergleich zu Gurken und Kürbissen wesentlich empfindlicher auf Kälte. 

Melonenpflanzen bevorzugen sandigen und humosen Boden. Zu schwere Böden behindern die Durchwurzelung und neigen zu Stauwasser. Neben dem richtigen Boden ist ein warmer, sonniger und windgeschützter Platz, beispielsweise die Südwand des Hauses oder ein Gewächshaus, von Vorteil. bsa

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