Gegen Steinbruch-Erweiterung

Interessengemeinschaft macht in Waldulm mobil

Autor: 
Berthold Gallinat
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18. Mai 2018
Mit einem Banner vermittelt die Waldulmer Interessengemeinschaft ihre Bedenken gegen die Erweiterung des Steinbruchs Kleinwäldle/Eckelshalde.

Mit einem Banner vermittelt die Waldulmer Interessengemeinschaft ihre Bedenken gegen die Erweiterung des Steinbruchs Kleinwäldle/Eckelshalde. ©Berthold Gallinat

Die geplante Erweiterung des Waldulmer Steinbruchs stößt in 
Waldulm auf Widerstand. Eine Interessengemeinschaft führt dabei ihre Argumente ins Feld.

Die Interessengemeinschaft Steinbruch (IGS) Waldulm, die sich gegen die geplante Erweiterung des Steinbruchs Kleinwäldle/Eckelshalde der Firma Schwarzwald Granit und Schotterwerke Hermann Ossola engagiert, ist weiter aktiv. Ende April errichtete sie in den Reben am Pfarrberg zwei Banner mit der Aufschrift »Nein zur Steinbrucherweiterung am Pfarrberg«. Zudem lädt die auf Freitag, 25. Mai, 19.30 Uhr, zu einem Informationsabend in das Gasthaus Faxe Schwarzwälder Hof in Waldulm ein. 

»Wir wollen auf dieser Veranstaltung umfassend informieren und deutlich machen, dass die beantragte Erweiterung des Steinbruchs Kleinwäldle/Eckelshalde ganz Waldulm – und nicht nur uns Anwohner am Pfarrberg – betrifft«, stellt Markus Bürk von der IGS Waldulm heraus. »Unterstützen Sie uns – es ist im Interesse aller«, steht daher auch auf dem Flyer, der in Kästen neben den Bannern steckt. 

In unmittelbarer Nähe

Hintergrund der Infoveranstaltung ist auch, dass das Landratsamt auf 5. Juni, 9.30 Uhr, in der Pfarrberghalle den Erörterungstermin für den Antrag der Betreiberfirma zur Erweiterung des Steinbruchs angesetzt hat. Bei der Änderungsgenehmigung handelt es sich um eine Fläche von 3,75 Hektar. Diese liegt zwar auf Renchener Gemarkung, aber von der Erweiterung betroffen sind die Waldulmer, denn diese rückt bis auf 100 Meter an die Wohnhäuser heran. »Schon die Sprengungen der vergangenen Jahre haben trotz aller Rücksicht des Betriebes an unseren Häusern Risse verursacht und bei manchen sogar die Gläser in den Schränken tanzen lassen. Wie soll das werden, wenn der Steinbruch nun bis auf 100 Meter an unsere Häuser heranrückt?«, fragt Markus Bürk. 

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Ingenieur Horst Rehbock versicherte im März 2017: »Die Sprengtechnik im Ossola-Steinbruch ist abgestellt auf die Gesamtsituation, Erschütterungen vergangener Zeiten sind nicht zu erwarten.« Peter Koller in der Pfarrbergstraße ist überzeugt, dass der Fliesenboden in seinem Haus durch Sprengungswellen gerissen ist. Rehbock vermutete damals andere Ursachen und Armin Ossola versicherte, dass die Sprengmesswerte eingehalten worden seien und erklärte, dass Messungen insbesondere an den Häusern Gieringer und Koller, die dem Steinbruch am nächsten liegen, keine auffallenden Abweichungen von den zulässigen Werten erbracht hätten. Die IGS hat kein Verständnis dafür, dass der allgemeine 300 Meter-Schutzabstand eines Steinbruchs zur Wohnbebauung deutlich unterschritten werden soll. 

Abgesehen von konkreten Schäden und einem Wertverlust für ihre Häuser befürchten die betroffenen Hausbesitzer am Pfarrberg und bis hinüber in die Plätzmatte für Waldulm den Verlust des Landschaftsbildes, wenn auf der Kante des Pfarrberges zwangsläufig die Waldkulisse verschwände und nur noch Gestrüpp oder Sicherungszäune zu sehen wären. 

Geologische Risiken

Als Folge drohe zudem, dass mit dem Vorrücken des Steinbruchs das beliebte Naherholungsgebiet verloren gehe. Die IGS befürchtet ferner Felsstürze. Nicht zuletzt könne neben den geologischen Risiken niemand vorhersagen, wie die Erweiterung die Quellrechte und den Wasserhaushalt des gesamten Pfarrbergs beeinflusse. Dafür wurde ein hydrogeologisches Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis mit Spannung erwartet wird. 

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