Stadt Achern setzt Prioritäten

Johannesstraße: Fußgänger-Sicherheit vor Bequemlichkeit

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red/hei
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24. August 2019

Die Johannesstraße ist für 100 Meter Länge eine Einbahnstraße, um brenzlige Situationen für Radfahrer und Fußgänger zu vermeiden. ©Matthias Heidinger

Die neue Einbahnstraßenregelung in der Johannesstraße in Oberachern gefällt einigen Bürgern nicht. Die CDU-Stadträte Rosa Karcher und Josef Seifermann aus Oberachern gehören dazu. Die Stadt Achern reagiert auf die Kritik mit einer deutlichen Stellungnahme.

»Radfahrern und Fußgängern den Schutz von Leben und Gesundheit zu verweigern, nur weil einzelne Autofahrer ein paar Meter weiter fahren müssen, ist unverantwortlich«, weist die Stadtverwaltung die Kritik von Stadträtin Rosa Karcher an der neuen Einbahnstraßenregelung in der Johannesstraße zurück: »Den Interessen von Autofahrern immer und überall Vorfahrt zu geben, ist nicht zeitgemäß.«

Eine Neuregelung könne nicht bis zur Bebauung des Areals Lott warten, weil die aktuelle Verkehrssituation die Radfahrer und vor allem Fußgänger einer erhöhten Gefahr aussetzt. Die Straßenverkehrsbehörde habe in dieser Sache von den schwächsten der Verkehrsteilnehmer vielfach besorgniserregende Rückmeldungen erhalten.

Längere Zeit beobachtet

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Zugeparkte Gehwege oder ein Ausweichen von Autos im Begegnungsverkehr auf den Gehweg seien die Regel gewesen, schreibt die Verwaltung. Die Straßenverkehrsbehörde habe über längere Zeit die Situation beobachtet und dann »sachgerecht und nach sorgfältiger Abwägung entschieden«.

Die jetzige Einbahnstraßenregelung für eine Strecke von 100 Meter mache es möglich, dass einseitig geparkt werden kann, der Gehweg frei bleibt und mangels Begegnungsverkehr jetzt auch nicht mehr befahren werde. Von einem Schnellschuss zu reden, sei absurd. Man könne nicht abwarten, bis Menschen zu Schaden kommen, wird die Stadtverwaltung deutlich.

Letztendlich habe die Behörde entscheiden müssen, ob sie die Gesundheit von Fußgängern – insbesondere Eltern mit Kind und ältere/gehbehinderten Verkehrsteilnehmer – den Vorrang gibt oder der Bequemlichkeit von Autofahrern. Mit der getroffenen Regelung werde von Autofahrern »unter Umständen ein minimaler Umweg verlangt«. Sei es wirklich ein Problem, wenn dadurch die Gesundheit eines Menschen geschützt wird, fragt die Straßenverkehrsbehörde nach den Prioritäten? 

Gerade aus Oberachern werde die Stadt immer wieder kritisiert, heißt es abschließend, dass den Autofahrern zu viel Vorrang eingeräumt wird. Deshalb habe man neben der Kritik an der Einbahnstraßenregelungen viele andere Rückmeldungen mit Lob dafür erhalten, dass »endlich einmal die richtigen Prioritäten gesetzt worden« seien.

Info

Das Schreiben von Rosa Karcher

Die Oberacherner CDU-Stadträte Rosa Karcher und Josef Seifermann haben folgende Meinung zur Einbahnstraße in Oberachern an OB Klaus Muttach formuliert:
Der Schnellschuss, in der Johannesstraße eine Einbahnregelung anzuordnen, stoße auf heftige Kritik, mit Unverständnis würden viele Anwohner und Nutzer der Straße reagieren. Die Oberacherner Ortsräte seien zwar zur straßenverkehrlichen Lage informiert worden, allerdings mit dem Hinweis, dass die Gemeinde- und Ortsräte keinerlei Entscheidungsbefugnis bei der Straßenverkehrsbehörde hätten.
Daraufhin hätten die Oberacherner CDU-Ortsräte umgehend am 1. Februar einen Antrag gestellt, die Anordnung zur Einbahnstraße aufzuschieben und die Parkraumsituation im Rahmen der anstehenden Entwicklung des Lott-Gelände zu lösen. »Unsere Bedenken haben sich nun bestätigt, dass ein Schnellschuss mit einer Einbahnstraße ungelöste Probleme aufwirft. Zu wenig Parkraum kann nicht mit der Gängelung des fahrenden Verkehrs bestraft werden«, formulieren Karcher und Seifermann.

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