Oberkirch

Kameradschaftsbund Nußbach löst sich auf

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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19. Oktober 2019

Kameradschaftsbund in Nußbach: (v. l.) Gerhard Ritter, Joachim Huber, Karl , Schmälzle, Roland,Kirn, Werner Haas, Klaus Roth und Alfred Benz. ©Peter Meier

Die Kameradschaft ehemaliger Soldaten in Nußbach löst sich auf. Die Gründe legte der Vorstand den Mitgliedern dar.

Es war keine der üblichen turnusmäßigen  Jahreshauptversammlungen, zu der sich die Mitglieder der  Kameradschaft ehemaliger Soldaten und Kriegsteilnehmer am  Samstagabend im Gasthof „Schwanen“ zusammenfanden. Bereits im  Vorfeld hatte es sich angekündigt, was im Verlauf der Versammlung rasch  immer deutlicher wurde: es ging an diesem Abend darum, den  traditionsreichen Verein nach 161 Jahren seines Bestehens  ordnungsgemäß aufzulösen. 

Der Verein hatte sich zum Ziel gesetzt, noch  so lange bestehen, wie noch ein Mann in ihren Reihen war, der den 2.  Weltkrieg aktiv miterlebt hatte, dies war mit dem Tod von Alfons Koger  im vergangenen Jahr der Fall. 

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Gerhard Ritter verlas  Schriftführer Klaus Nock das Protokoll der letzten  Jahreshauptversammlung legte den Tätigkeitsbericht vor. 

So trat die  Kameradschaft mit ihrer Fahne zum Kirchgang der Vereine am  Patrozinium und am Wendelsfest mit an, beim 125-jährigen Bestehen in  Sasbachried war eine Abordnung ebenso dabei wie bei der Sternfahrt des  Heimat- und Kameradschaftsbundes Urloffen. Großen Anklang fand der  Kameradschaftstag im Juli bei der Fischerhütte im Weilerwald. 

Für das  Vergleichsschießen der Vereinigung der Ortenauer Kameradschaftsbünde  konnte keine Mannschaft mehr gestellt werden. Dass der Zahn der Zeit  nicht nur an der Zahl der Mitglieder, sondern auch an der Kasse nagt  zeigte der Bericht von Alfred Benz. Es fehlen Einnahmen, betonte er,  während die Ausgaben bleiben. Reinhard Obert bestätigte eine  mustergültige Kassenführung, so dass der Kassier einstimmig entlastet  wurde. Ein Weinpräsent gab es für die langjährigen Kassenprüfer, so war  Walter Obert seit 1996  in diesem Amt tätig. 

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Reinhard Obert seit 2005. In seinem Bericht als Vorsitzender ging Ritter auf die  Mitgliederentwicklung der letzten Jahre ein. Nachdem der Sinn der  Kameradschaft vom damaligen Ortsvorsteher Wilhelm Benz so formuliert  wurde, dass sie den letzten Kriegsteilnehmer überdauern sollte, sahen  viele diese Sinnhaftigkeit als erfüllt an, die Zahl der Mitglieder sank von  34 auf 15. 

Nur noch Reservisten

Dem Verein gehören jetzt nur noch Reservisten an, neue  Mitglieder sind seit der Abschaffung der Wehrpflicht kaum noch zu  erwarten. Aufgrund dieser Überlegungen fasste der Vorstand eine  Auflösung des Vereins ins Auge. Um diese realistisch werden zu lassen,  wurde in Absprache mit dem Registergericht Freiburg eine  Satzungsänderung vorgeschlagen, nach der eine Auflösung nicht mehr die  Zustimmung von drei Viertel aller vorhandener, sondern von drei Viertel  der in der entsprechenden Versammlung anwesenden Mitglieder  erfordert. Alle 13 der 15 anwesenden Mitglieder stimmten der  Verfassungsänderung zu. 

Ortsvorsteher Joachim Haas dankte der Kameradschaft für die vielen  Jahre, zur Traditionspflege im Ort beizutragen. Ein Lob galt Ritter, der seit  29 Jahre Vorsitzender war und im Vorfeld der Versammlung die absehbar  notwendigen Schritte mustergültig eingeleitet hatte. Er beantragte die  Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erteilt wurde. 

Neuwahlen  konnte er anschließend nicht mehr durchführen - der komplette Vorstand  trat zurück und war nicht bereit, erneut für ein Amt zu kandidieren.  Gerhard Ritter stellte daraufhin den Antrag auf Auflösung der  Kameradschaft ehemaliger Soldaten und Kriegsteilnehmer, dem  stimmten alle 13 der 15 anwesenden Mitglieder zu. 

Es folgten weitere Beschlüsse zur Aufbewahrung der vorhandenen  Kulturgüter wie der fahre, sie bekommen einen Platz im künftigen Archiv  im Rathaus, zur Verwendung des Restvermögens es fließt dem  Förderverein krebskranke Kinder zu – und zur Bestimmung der  Liquidatoren, dies sind neben dem 1. Und 2. Vorsitzenden Gerhard Ritter  und Joachim Huber auch der Schriftführer und der Kassier.  „Wir wissen, welches Erbe wir aufgeben“

Stichwort

„Wissen, was wir aufgeben“

Ganz so schnell wollte Wilhelm Benz,  Ortsvorsteher i.R. und Ehrenmitglied der Kameradschaft, die Auflösung  nicht abgewickelt haben, er beantragte eine  Aussprache. Er hoffte, dass kameradschaftliche  Begegnungen ebenso weitergeführt werden wie die Teilnahme am  Antreten – nicht als Verein, aber als Bürger. „Wir wissen, welches Erbe  wir aufgeben“, schloss er. Auch Reinhard Obert sprach sich dafür aus, eine Art Freundeskreis zu  bilden. Für den  Musikverein dankte Peter Sauer der Kameradschaft. Auch Fredi Fies als Sprecher der  örtlichen Vereine sah das Ziel erreicht, allen Kriegsteilnehmern so lange  diese leben, einen Kreis von Gleichgesinnten zu geben. Er war  zuversichtlich, dass die Kameradschaftspflege weitergeführt wird. Das wurde von Vorstandsmitgliedern zugesagt.  

Der bisherige Vorstand bestand aus dem Vorsitzenden Gerhard Ritter,  Stellvertreter Joachim Huber, Schriftführer Klaus Nock und   Kassier  Alfred Benz. Als Fahnenträger waren Hermann Müller und Karl  Schmälzle dabei.m

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