Mahnmal für den Frieden

Kappelrodecker Blosenkopfkapelle wurde vor 65 Jahren gebaut

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. September 2021
„Nie wieder Krieg“ ist die Botschaft der Friedenskapelle auf dem Blosenkopf, deren 65-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst gefeiert wurde.

„Nie wieder Krieg“ ist die Botschaft der Friedenskapelle auf dem Blosenkopf, deren 65-jähriges Bestehen mit einem Gottesdienst gefeiert wurde. ©Roland Spether

Weil sie den Zweiten Weltkrieg überlebt und ein Zeichen für den Frieden setzen wollten, initiierten vor 65 Jahren Kriegsheimkehrer den Bau der Blosenkopfkapelle in Kappelrodeck. Deren Botschaft bleibt auch heute aktuell.

Nie wieder Krieg! Diese Mahnung „klingt“ seit 65 Jahren von der Friedenskapelle auf dem Blosenkopf herunter in das „Kappler Tal“. Sie ist ein Vermächtnis jener jungenHeimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg Otto Hund, Wilhelm Maier und Richard Schneider, die aus Dankbarkeit den Anstoß zu ihrem Bau gaben.

Nun stand sie bei einem festlichen Gottesdienst mit rund 100 Besuchern am Sonntag wieder im Mittelpunkt. Es war ein andachtsvoller Augenblick, als Pfarrer Georg Schmitt alle Namen der Gefallenen der beiden Kriege von der Gedenktafel vorlas. Es waren über 60 Männer allein aus den Zinken Bernhardshöfe und Steinebach, die als Sohn, Bruder oder Vater ihr Leben verloren. „Krieg ist das Schlimmste und Dümmste, was Menschen tun können. Es gibt immer nur Verlierer“, sagte Schmitt.

Ein Zeichen gesetzt

„Hinter jedem Namen steht ein Mensch, eine Familie und eine Geschichte“, meinte Schmitt, der das Vermächtnis der jungen Kriegsheimkehrer und vieler Mitbürger und Helfer aus dem Kreis der sogenannten „Elfer-Messe“ bekräftigte, die vor 65 Jahren beim Bau der Kapelle mithalfen. Otto Hund, Wilhelm Maier und Richard Schneider fassten nach ihrer Heimkehr den Entschluss, im Gedenken an die Millionen Tote der Weltkriege, aber auch als Mahnmal gegen Krieg und für Frieden eine Kapelle zu bauen.

- Anzeige -

Kaum war der Wunsch ausgesprochen, ging eine Welle der Unterstützung durchs Achertal. Die Gemeinde Kappelrodeck war sofort bereit, kostenlos ein Grundstück bereitzustellen und dies auf einem Platz, der zu den schönsten Flecken im Ort gehört. Damit war der Grundstein gelegt; 1955 wurde mit dem Bau begonnen und am 17. März 1956 Richtfest gefeiert.

Als am Pfingstsonntag, 20. Mai 1956, die Kapelle durch Dekan Hugo Gehrig geweiht wurde, machten sich über 1000 Menschen hinauf auf den Blosenkopf. Weithin war die Glocke zu hören, die Regina und Karl Hund stifteten, Kirchenchor, Gesang- und Musikverein bereicherten den würdevollen Tag, und am 3. und 10. Juni 1956 wurde bei der Kapelle das Spiel „Der Pilger vom Ottenberg“ von der Heimatdichterin Elise Vogt aufgeführt.

„Möge diese Gnadenstätte Krieg, Not und Elend fernhalten und unserer Heimat eine immerwährende Beschützerin des Friedens sein“, lautet der Wunsch auf der Urkunde im Grundstein. Dieser Wunsch wurde in dem von der Trachtenkapelle Kappelrodeck mitgestalteten Gottesdienst deutlich, vor allem die Aufforderung, alles für den Frieden zu tun. Schmitt dankte wie die Bürgermeister-Stellvertreterin Karin Hättig den Familien vom Steinebach und den Bernhardshöfen, die die Kapelle pflegen, sowie Christoph Lettner, der jeden Sonntag um 6 Uhr die Glocke läutet.

Vor 65 Jahre waren Karl Baßler, Karl Köninger und Manfred Klumpp als die drei Letzten der „Elfer-Messe“ dabei, so Karin Hättig, die besonders den in diesem Jahr in ehrenamtlicher Arbeit erstellten barrierefreien Zugang hervorhob. Seitens der Familien vom Steinebach und den Bernhardshöfen dankte Klaus Baßler der Pfarrei und der Gemeinde für die gute Unterstützung bei der Pflege der Kapelle, die bereits die Enkel der Heimkehrer fortsetzen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Am Kreisverkehr in der Renchener Straße in Oberkirch gibt Deutschlands Politprominenz ein Stelldichein – wenn auch nur auf den Wahlplakaten für die Bundestagswahl.
vor 1 Stunde
Wahlwerbung in Oberkirch
Die Sitten im Bundestagswahlkampf sind rauer geworden: Die CDU in Oberkirch berichtet von vielen beschmierten Plakaten, die Grünen von Zuständen wie noch nie. Und die AfD bangt um ihre Plakate.
Als Jugendleiterinnen beim Appenweierer Musikverein sorgen sich Marie Souillard (links) und Sabrina Huber um die Nachwuchsmusiker.
vor 10 Stunden
Serie
Serie „Im Einsatz für die Jugend“ (9): Sabrina Huber und Marie Souillard kümmern sich beim Musikverein Appenweier um den Nachwuchs. Für sie geht es jetzt erst richtig los.
Amtsgericht Achern.
vor 13 Stunden
Amtsgericht
Vor dem Acherner Amtsgericht musste sich ein 34-Jähriger wegen Unfallflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis und anderen Vergehen verantworten.
Christian Keller ist Geschäftsführer des Ortenau-Klinikums.
vor 16 Stunden
Wie es mit dem Neubau des Acherner Krankenhauses weitergeht
Neubau des Acherner Krankenhauses: Ortenau-Klinikum-Chef Christian Keller über den Fortschritt der Planungen für das Multi-Millionen-Euro-Projekt.
In das Seebacher Pfarrhaus sollen im Dezember Kinder einziehen.
vor 16 Stunden
U-3-Betreuung
Das Seebacher Pfarrhaus wird zu einem Kindergarten für unter Dreijährige ausgebaut.
Die Sicherheit stellte die Polizei kreisweit am Freitag in den Mittelpunkt. In Ottenhöfen fand im Rahmen des Sicherheitstags eine Geschwindigkeitskontrolle statt.
vor 16 Stunden
Sicherheitstag
Laserpistole im Anschlag: Bei einem sogenannten Sicherheitstag kontrollierten am Freitag uniformierte Beamte den talabwärts fahrenden Verkehr in Ottenhöfen.
Der Verein Paula sammelte Wünsche für eine fahrradfreundliche Stadt. Mit dabei waren (von links) Melanie Frühe, Dorothee Eggert, Sabine Streif, Udo Woelki mit Enkelin Vanja und Janique Woelki.
vor 19 Stunden
Alternativen bei Nachhaltigkeitstagen
Anlässlich der Nachhaltigkeitstage in Baden-Württemberg gab es in Oberkirch von verschiedenen Anbietern interessante Vorschläge, wie tägliche Fortbewegung moderner werden kann. Dazu braucht es aber auch passende Rahmenbedingungen.
Die ehemalige Oberkircher Weinprinzession Dorothée Vollmer stellt für die Oberkircher Winzer eG die Rebsorte Solaris in der Serie "Wein-Blicke" vor.
18.09.2021
ARZ-Serie "Wein-Blicke"
In der ARZ-Serie „Wein-Blicke“ stellen wir die Rebsorten vor, die im Renchtal angebaut werden. Heute geht es um den Solaris, der von Dorothée Vollmer aus Ringelbach vorgestellt wird. Die frühe Sorte wird im Renchtal für den Neuen Wein verwendet.
Die neue Tartanbahn im Oberkircher Renchtalstadion trägt schon den markanten roten Deckbelag.
18.09.2021
Über 900 000 Euro teuer
Eigentlich sollte die neue Tartanbahn im Oberkircher Renchtalstadion zum Start der Fußballsaison Anfang August fertig sein. Sechs Wochen später wartet der Sportverein Oberkirch noch immer darauf, seinen Platz eins wieder benutzen zu dürfen. Doch Hoffnung ist in Sicht.
Da seit 2001 in dem Steinbruch nicht die genehmigte Menge an „Seebach-Granit“ abgebaut wurde, stimmten die Gemeinderäte einstimmig für die immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung zur Verlängerung der Abbaugenehmigung.
18.09.2021
Seebacher Steinbruch
Der Betreiber des Seebacher Steinbruchs unterhalb der B 500 darf auch nach Ablauf der bisherigen Konzession weitermachen. Hintergrund ist der geringere Abbau in der Vergangenheit.
Gut zwei Monate dürfte die halbseitige Sperrung der L 75 am Ortseingang von Memprechtshofen dauern.
18.09.2021
Thema im Memprechtshofener Rat
Am Ortsausgang von Memprechtshofen Richtung Helmlingen müssen sich Anwohner auf Behinderungen einstellen. Hintergrund sind Kanalarbeiten, wie am Mittwoch im Ortschaftsrat zu erfahren war.
18.09.2021
Pankraz-Kolumne
Könnte ein Hochwasser wie im Ahrtal auch das Achertal heimsuchen? Diese Frage beschäftigt den Pankraz diesmal. Ein allgemeines Zitat eines bekannten amerikanischen Ingenieurs beruhtigt ihn dabei aber ganz und gar nicht.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Das Autohaus Roth KG beschäftigt über 70 Mitarbeiter an drei Standorten in der Ortenau. Nun soll das Team weiter wachsen.
    17.09.2021
    Verstärkung gesucht: Autohaus Roth stellt ein
    Das Autohaus ROTH steht für persönliche Betreuung sowie kundenorientierten Service - und das seit 45 Jahren! Für die Standorte in Offenburg und Oppenau wird Verstärkung gesucht. Das Unternehmen freut sich auf interessante Bewerbungen.
  • Wer aus seinem Garten ein Wohnzimmer für draußen machen will, findet in der "Holz im Garten"-Ausstellung der B+M HolzWelt GmbH in Appenweier viele Spielarten für die "Einrichtung". 
    13.09.2021
    B+M HolzWelt Appenweier: Beste Produkte, beste Beratung
    Holz ist ein lebendiger Werkstoff, klimaneutral und vielseitig dazu. Wie facettenreich die Verwendung ist, demonstriert die B+M HolzWelt GmbH in Appenweier eindrucksvoll auf mehr als 15000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Dazu gibt's Beratung aus einem Guss.
  • Junge Schulabgänger haben in der Ortenau gut lachen: Ihnen stehen eine Vielzahl an Wegen für die passende berufliche Zukunft offen.
    10.09.2021
    Bereits heute an die berufliche Zukunft denken
    Duale Ausbildung, duales Studium oder Studium? Für Schulabgänger ist es nicht einfach, sich für den passenden beruflichen Werdegang zu entscheiden. Denn gerade in der Ortenau gibt es erfolgreiche Unternehmen aller Branchen, die unzählige Karrieremöglichkeiten bieten.
  • 50 Jahre Komfort und Bequemlichkeit: das muss gefeiert werden. Auch bei Möbel RiVo in Achern.
    31.08.2021
    3. und 4. September: Stressless®-Show-Truck bei Möbel RiVo
    Vor genau 50 Jahren, im Jahre 1971, begann eine norwegische Erfolgsgeschichte: Der erste Stressless® Relaxsessel kam auf den Markt. Ein revolutionärer Sessel, der einen neuen Standard in Sachen Komfort und Funktionalität setzte.