Kies statt Begrünung

Kein grünes Dach für den Kindergartenneubau in Lauf

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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16. Mai 2019
Die Wände stehen, das Dach ist in Arbeit: Den Kindergartenneubau für 3,5 Millionen Euro beschäftigte am Dienstag erneut den Gemeinderat in Lauf.

Die Wände stehen, das Dach ist in Arbeit: Den Kindergartenneubau für 3,5 Millionen Euro beschäftigte am Dienstag erneut den Gemeinderat in Lauf. ©Michaela Gabriel

 Zwei supergünstige Darlehen, belasteter Erdaushub und ein Dach, das mit Kies statt mit Grün belegt wird – das waren die Themen rund um den Kindergartenneubau, die am Dienstag im Gemeinderat Lauf diskutiert wurden.

Bisher hat die Gemeinde rund 980 000 Euro für den neuen Kindergarten ausgegeben, berichtete der beauftragte Architekt Michael Schönle. Es sollen insgesamt rund 3,5 Millionen werden. Die Gemeinde will sich jetzt die ersten Darlehen für diese Investition zu besonders günstigen Bedingungen sichern. Der Gemeinderat gab grünes Licht, dass eine halbe Million Euro für 0,0 Prozent Zinsen aufgenommen und innerhalb von zehn Jahren getilgt wird. Eine weitere Million Euro will man auf 30 Jahre aufnehmen und bekommt dafür eine zehnjährige Zinsbindung zu 0,32 Prozent. Die Entscheidung, diese Gelegenheit zu ergreifen und das Geld nach Bedarf bei der L-Bank abzurufen, fiel einstimmig. 

Der Erdaushub für den Kindergartenneubau war teilweise belastet. Damit hatte man in gewissem Umfang gerechnet, erklärte der Architekt, denn an der Stelle sei früher ein Holzlager gewesen. Die Gemeinde habe darauf bestanden, kein Material der Einbauklasse Z1 und Z2 wiederzuverwenden. Letztlich habe man 20 000 Euro für das Abfahren dieser Erde ausgeben müssen, erwähnte Gemeinderat Klaus Merkel. Das Material war lange neben der Neuwindeckhalle aufgehäuft und wurde schließlich nach Freudenstadt transportiert.

Gut gelaufen

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Diese Extra-Ausgabe sei der einzige Grund, warum die Ausgaben für den Kindergarten derzeit ein Prozent über dem Plan liegen, so der Architekt weiter. Weil sonst alle Ausschreibungen gut gelaufen seien, könnte die Gemeinde sich nun doch ein zumindest teilweise begrüntes Dach für den Kindergarten leisten. Das wäre auch im Sinne des Bürgermeisters, wurde klar: »Es wäre ein gewisser Ausgleich für die Bodenversiegelung und käme dem Klima zugute«, sagte Oliver Rastetter. Die Mehrkosten gegenüber dem vorgesehenen Kiesdach lägen bei rund 20 000 Euro. Siegfried Huber (Freie Bürger Lauf) hielt das für vertretbar: »Wir müssen die Chance auf Grün ergreifen. Das ist langfristig wichtig«, sagte er.

Sieben Nein-Stimmen

Sie würden dieses Geld lieber sparen oder in die Einrichtung investieren, als es aufs Dach zu packen, meinten  Bianca Weiler (Laufer Mitte) und Ulrike Heib (CDU). Es sollte da investiert werden, wo die Kinder etwas davon haben, so Klaus Merkel (Laufer Mitte). »Dieses Dach wird unser Klima in Lauf nicht retten«, meinte Christian Weiß (CDU). Mit sechs Ja- und sieben Nein-Stimmen wurde das grüne Dach abgelehnt. Es wird nun für rund 9500 Euro mit Kies belegt. Der Bodenbelag aus Linoleum im neuen Kindergarten kostet rund 52 000 Euro. 

Für diesen Betrag wird eine Firma aus Wörth im Oktober oder November die Arbeiten ausführen. Das Angebot fiel rund 16 000 Euro niedriger als die Kostenschätzung aus.
Wenn demnächst von der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft Achern die Teiländerung des Flächennutzungsplans für ein Gebiet »Südlich der Meisenstraße« in Gamshurst beschlossen wird, ist Lauf damit einverstanden. Der Beschluss fiel jedoch bei einer Gegenstimme von Siegfried Huber (Freie Bürger Lauf). Er findet es nicht angemessen, so viel Landschaft zuzubauen. 

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