Ortschaftsrat besucht Maiwald

Kieswerk und Mülldeponie gehören zu Mösbach

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 2 Minuten
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09. Oktober 2019

Eine Bootsfahrt auf dem Maiwaldsee eröffnete Einblicke auf Deutschlands erste schwimmende Solaranlage dieser Größe. Dieser Teil des Sees liegt auf Renchener Gemarkung – im Hintergrund das Kieswerk auf Mösbacher Gemarkung. ©Roland Spether

Eine Bootsfahrt auf dem Ossola-See zur größten schwimmenden Solaranlage Deutschlands, viel Information über das dortige Sonnenkraftwerk und Neues über die Erdaushubdeponie im Maiwald: Das erlebten die Mösbacher Ortschaftsräte.

Nach der Neubesetzung des Gremiums war es eine Anregung von Ortsvorsteherin Gabi Bär und vielfacher Wunsch, eine Exkursion auf Mösbacher Gemarkung im Maiwald zu unternehmen, wo ein Teil des Baggersees und die Erdaushubdeponie des Ortenaukreises auf Gemarkung des Kirschendorfs liegen.

Rede und Antwort

Bürgermeister Dietmar Stiefel, Martin Roll und Manfred Kaufmann, Geschäftsführer und Technischer Sachbearbeiter vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Ortenaukreis, sowie Inhaber Armin Ossola von der Firma Ossola standen Rede und Antwort.
Das schwimmende Pilotprojekt spare pro Jahr nahezu 600 Tonnen CO2 ein. Deutschlands erste schwimmende Photovoltaikanlage in dieser Größe (auf Gemarkung Renchen) würde sich finanziell aber nur deshalb rechnen, weil der Strom für den Eigenbetrieb verwendet wird. Laut Armin Ossola hat der See mit einer Tiefe von 80 Metern und der Umwälzung durch den Bagger im Frühjahr und Herbst „traumhafte ökologische Werte“.   

Pachtsystem geändert

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Die Ortschaftsräte hatten sich letztmals am 11. September 2018 mit der Erdaushubdeponie befasst, als sie einstimmig die Umstellung der Flächen- auf Umsatzpacht und die Neufestsetzung des Nutzungsentgelts befürworteten.

Seit 1987 betreibt der Ortenaukreis auf Mösbacher Gemarkung eine Deponie mit Wertstoffhof, Schüttgut- und Recyclinganlage. Pro Jahr werden bis zu 90 000 Kubikmeter Material angeliefert, für die Stadt brachte die Umstellung auf ein jährliches Nutzungsentgelt deutliche Mehreinnahmen im Vergleich zu vorher.

Die Deponie wurde 1989 für ein Volumen von 1,5 Millionen Kubikmeter genehmigt. Mittlerweile wurde das Volumen in der Höhe von 13 auf 32 Meter aufgestockt. „Wir machen nichts ohne eine Genehmigung“, sagt Dietmar Stiefel. Die neuen Genehmigungen beziehen sich vor allem auf den Bereich des früheren Nasslagers, das von der Erweiterung betroffen ist. Das Zusatzvolumen umfasst eine Million Kubikmeter Erdaushub. Für den zusätzlichen Flächenbedarf mit Ausholzung eins Bewuchses werden Ausgleichsmaßnahmen auf dem Deponiegelände vorgenommen.

Bei den jährlich 90 000 Kubikmetern angeliefertem Materials wäre das Volumen in zehn Jahren erschöpft gewesen, so dass sich die Verantwortlichen schon Gedanken über einen neuen Standort machten. Letztlich sei die Maiwald-Deponie für die Bürger und auch Unternehmen ideal, Baufirmen könnten Erdaushub abladen und recyceltes Material oder Kies und Sand aus dem Baggersee mitnehmen. 

Hintergrund

Mösbacher Grund und Boden

Dass die Mösbacher in einiger Entfernung zu ihrem Dorf im Maiwald Grund und Boden besitzen, liegt an einer Schenkung der Herzogin Uta von Schauenburg im 12. Jahrhundert.

Die Gründerin des Klosters Allerheiligen stiftete Kappelrodeck, Waldulm, Ulm, Wagshurst und Mösbach den Maiwald als Bürgernutzen und somit besitzt das Kirschendorf noch heute eine stattliche Anzahl von Hektar. Die liegen beim Kieswerk Ossola mit Abbaufläche im Baggersee sowie auf der gesamten Fläche der Erdaushubdeponie.sp

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