Patrozinium am Sonntag gefeiert.

Kirchenfest in Wagshurst für den „Rufer in der Wüste“

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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30. Juni 2020

Ein „Wellness-Christentum“ verkündete der Mann aus der Wüste nicht, aber eine konsequente Nachfolge Jesu, hier die Johannes-Statue beim feierlichen Einzug in die Wagshurster Kirche. ©Roland Spether

Das Patrozinium in der Wagshurster Kirche „Johannes der Täufer“ wurde am Sonntag gefeiert. Die Prozession fiel wegen der Corona-Maßnahmen kleiner aus als sonst.

Wüste, Hitze, Askese – das klingt wahrlich nicht nach einem „Wellness-Christentum“ und einem Leben, in dem quasi völlig relaxt eine „ruhige Kugel“ geschoben wird. Weshalb Vikar Manuel Gärtner in seiner Predigt beim festlichen Patroziniums-Gottesdienst diese interessanten Formulierungen verwendete, liegt in Johannes dem Täufer begründet, der seit alter Zeit der Kirchenpatron von Wagshurst ist und in der Geschichte der Kirche als der „Rufer in der Wüste“ gilt. Er gilt auch als der letzte Prophet und erste Märtyrer aus dem Kreis der Jünger Jesu. Denn der Mann aus der Wüste verkündete Buße und Umkehr, legte sich mit der Königsfamilie des Herodes an und prangerte öffentlich die zweite Heirat von König Herodes Antipas an, der ein Schurke war und keine Skrupel kannte. 

Kopf auf Silber-Tablett

Er ließ Johannes ins Gefängnis werfen und als die schöne Salome, Tochter von Herodes Frau, wieder einmal einen feurigen Table-Dance präsentiert hatte, forderte sie als Honorar den Kopf des Täufers auf einem Silber-Tablett. Den bekam sie dann auch, doch Johannes „lebt“ bis heute und verkündet nicht nur den Christen von Wagshurst, sondern allen, dass sie ihr Leben ändern und sich an dem orientieren müssen, der für sie am Kreuz starb.

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Corona gelang es nicht, diesen traditionellen Festtag im Dorf zu verhindern, wiewohl er etwas anders als sonst verlief. Denn es fehlte das festliche Spiel der Trachtenkapelle und die feierliche Prozession, bei der Jesus Christus im Zeichen des Brotes durch den Ort getragen wurde, konnte wegen der Hygiene- und Abstandsregeln auch nicht stattfinden. Doch eine kleine Prozession gab es schon, denn die Statue des heiligen Johannes durfte in die Kirche miteinziehen und bekam einen Ehrenplatz ganz vorne gleichsam in der ersten Kirchenbank. Viel Freude und Hoffnung machten die sehr schönen Melodien der „Musica Sacra“. Das Orgelspiel von Simon  Fallert, Musik und Gesang des Ensembles Rupert Pieper und die Gesänge von Kantor Reinhold Oser brachten jene Botschaft zum Klingen, die auch Johannes der Täufer in seiner Begegnung vor 2000 Jahren mit Jesus faszinierte.

Zur Umkehr aufgerufen

Der große „Lebensschatz“ habe für Johannes darin bestanden, dass er in Jesus Gott selbst erkannte, von ihm Zeugnis gab und immer wieder die Menschen zur Umkehr aufrief. Dafür habe er gelebt und dafür sei er gestorben. „Jesus war für ihn derjenige, für den es sich lohnt ein Leben der Entbehrung, der Missachtung und des ständigen Zeigens auf ihn zu leben“, so Vikar Gärtner. „Nicht Leistung zählt. sondern Beziehung zu Gott und Beziehung zu den Mitmenschen, in denen wir Gott menschlich erkennen können, in denen er uns entgegenkommt“. Denn wenn Jesus in das Leben von Menschen eintrete, dann beginnen diese auch für andere zu leben, Kranken, Armen, Benachteiligten zu helfen. 

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