Es gäbe viel zu tun

Kita ist der größte Brocken: Ottenhöfen steht vor "immensen Aufgaben"

Joachim Eiermann
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02. Dezember 2023
Photovoltaik-Anlage, zweites Beckenreinigungsgerät, neue Zugangskontrolle: Die Gemeinde Ottenhöfen will weiterhin in ihr Naturerlebnisbad investieren.

Photovoltaik-Anlage, zweites Beckenreinigungsgerät, neue Zugangskontrolle: Die Gemeinde Ottenhöfen will weiterhin in ihr Naturerlebnisbad investieren. ©(c) Joachim Eiermann Achern

Ottenhöfen will viele Projekte anpacken, doch fehlt dafür das Geld. Die Erweiterung des Kindergartens kostet Millionen, Naturerlebnisbad und Simmersbachstraße Hunderttausende Euro.

„Vor uns stehen immense Aufgaben.“ Bürgermeister Hans-Jürgen Decker gab am Mittwochabend mit einer dreiseitigen Liste geplanter Investitionen einen Vorgeschmack auf die anstehenden Etatberatungen. Die Botschaft an den Gemeinderat lautete: Nur ein Teil davon wird wegen der bescheidenen Finanzkraft 2024 zu realisieren sein. Wie es um die Einnahmen bestellt ist, will Decker in der Sitzung am 13. Dezember aufzeigen.

Bis dahin erhofft sich die Verwaltung Klarheit darüber, mit welchen Zuschüssen zu rechnen ist, insbesondere zur Erweiterung des Kindergartens St. Bernhard, „unser größter Brocken“, sagt Decker. Bei 5,1 Millionen Euro Kosten muss Ottenhöfen voraussichtlich 2,6 Millionen aus eigener Kraft stemmen. Der Bürgermeister sprach von einer „großen Bugwelle, die es zu meistern gilt“. Die Baupläne liegen in der Schublade bereit. Die U3-Gruppen wurden ausquartiert, um mit dem Abbruch des ehemaligen Schwesternhauses beginnen zu können.

Vorarbeiten nötig

Seit Jahren auf der Warteliste steht die Sanierung der maroden Simmersbachstraße. Inzwischen hat das Land 360.000 Euro aus seinem Ausgleichsstock für finanzschwache Gemeinden bewilligt, 220.000 Euro muss die Gemeinde beisteuern. Bevor ein Bautrupp loslegen könne, seien noch Vorarbeiten erforderlich, ließ Decker wissen, darunter auch ein Eingriff in den Wald. Gesetzt ist die Fortsetzung der Glasfaser-Verkabelung, die zu 90 Prozent öffentlich gefördert wird. Nichts Neues gibt es zum Lückenschluss des Achertal-Radwegs.

Für das Naturerlebnisbad ist laut Bürgermeister der Kauf eines zweiten Beckenreinigungsgeräts für 8800 Euro notwendig. Das alte Gerät werde überholt. Die Photovoltaikanlage (90.000 Euro) auf dem Dach des Schwimmbads werde im Frühjahr installiert. Außerdem plant die Gemeinde eine neue Zugangskontrolle für das Bad mit Online-Ticketverkauf und Anzeige der Auslastung im Internet.

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Im Foyer der Schwarzwaldhalle drängt die Sanierung der Toiletten. 195.000 Euro sind dafür veranschlagt, in einem ersten Schritt soll ein Teilbereich des Herren-WCs für 30.000 Euro erneuert werden. Die neue Pelletheizung in der Halle, welche die bisherige Gasfeuerung ablösen wird, ist inzwischen montiert und ein Vorratsbunker eingerichtet.

Die Beschrankung des Bahnübergangs Ottenhöfen-West durch die SWEG lässt schon lange auf sich warten. Wenn sie denn 2024 kommt, ist die Gemeinde beim Umbau mit 84.000 Euro gefordert. Mit 60.000 Euro ist der Neubau der in die Jahre gekommenen Bahnhofsbrücke taxiert. Da regten Rainer Bühler (CDU) und Berthold Gallinat (FWG) an, den Bahnhofsplatz mit Pollern zu versehen, um das Falschparken zu unterbinden.

Trübstoffe filtern

Für die Wasserversorgung scheint der Einbau einer Ultrafiltration am Hochbehälter Blöchereck unabdingbar. Zunächst soll für 30.000 Euro eine Pilotanlage installiert werden, um zuweilen auftretende Trübstoffe herauszufiltern. Diese sind laut Decker dem Buntsandstein geschuldet und gesundheitlich unbedenklich, das eingetrübte Trinkwasser müsse die Gemeinde aber dennoch ableiten. 10.000 Euro kostet es, die Quellschüttungen zu überprüfen, außerdem steht der Kauf eines neues Wasserwerk-Fahrzeugs an.

Ullrich Bell (FWG) äußerte die Befürchtung, dass 2024 kaum mehr als die Erweiterung des Kindergartens und die Sanierung der Simmersbachstraße drin sein werden. Er sagte: „Die Gemeinde stößt bei der Erfüllung ihrer Pflichtaufgaben an Grenzen. Über andere Dinge brauchen wir uns keine großen Gedanken zu machen.“ Sein Fraktionskollege Jan Streibelt hielt fest: „Das ist ein ambitionierter Plan.“ Es gelte nun, eine Prioritätenliste für die nächsten zwei bis drei Jahre zu erstellen.

Decker deutete an, dass am 13. Dezember über die Steuerhebesätze gesprochen werde, um die Einnahmesituation zu verbessern.  

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