Achern

Kliniken bereiten mögliches Aus der Geburtshilfe Bühl vor

Autor: 
Marc Mudrak
Lesezeit 3 Minuten
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02. Juli 2016
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Für den Fall, dass die Geburtshilfestation im Bühler Klinikum (Foto) geschlossen wird, rechnen die benachbarten Kliniken mit ­größerem Andrang – und bereiten sich schon mal darauf vor.

Für den Fall, dass die Geburtshilfestation im Bühler Klinikum (Foto) geschlossen wird, rechnen die benachbarten Kliniken mit ­größerem Andrang – und bereiten sich schon mal darauf vor. ©Bernhard Margull

Sollte die Geburtshilfe-station im Klinikum Bühl zum 1. Januar 2017 schließen, müssen sich werdende Mütter nach Alternativen umsehen. Deshalb bereiten sich die Kliniken in Achern, Oberkirch und Baden-Baden/Balg auf höhere Geburtenzahlen in ihren Einrichtungen vor. 
In Balg soll ein weiterer Kreißsaal eingerichtet werden.

Die mögliche Schließung der Geburtshilfe­station im Klinikum Bühl zum 1. Januar 2017 hätte nicht nur Folgen für werdende Mütter, sondern auch für die Kliniken der Region. Denn in diese müssten die Mütter ausweichen – es drohen somit Mehrbelastungen in den benachbarten Einrichtungen. Deshalb gibt es in den Kliniken in Achern, Oberkirch und Baden-Baden bereits Überlegungen für diesen Fall.

Wenn die Geburtshilfe in Bühl schließt, ist zu erwarten, dass Schwangere aus dieser Region auch ins Ortenau-Klinikum in Achern kommen, erklärte Dieter W. Schleier, Leiter der Unternehmenskommunikation des Ortenau-Klinikums, auf Anfrage der Acher-Rench-Zeitung. »Ein Zuwachs von über 200 Geburten jährlich ist für die Geburtshilfe in Achern möglich«, sagte er. Zugleich betonte er: »Anpassungen sind derzeit nicht notwendig.« Das gelte auch für die Station in Oberkirch.

Neuer Kreißsaal nötig

Die Geburtshilfe in Achern verfügt laut Schleier über zehn Planbetten und wird von drei Ärzten betreut. Insgesamt hat die Geburtshilfe in Achern dieselbe Stellenbesetzung wie in Oberkirch. Dort kamen im vergangenen Jahr 564 Kinder zur Welt. In Achern waren es 340 Geburten.

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Auch im Klinikum Baden-Baden/Balg gibt es Gedankenspiele zu den Folgen, die sich aus der möglichen Schließung der Bühler Geburtshilfestation ergeben könnten. Im zu erwartenden Anstieg der Entbindungen sieht Sybille Müller-Zuber von der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit beim Klinikum Mittelbaden kein Problem. Die Ressourcen seien vorhanden, sagte sie auf Anfrage dieser Zeitung. Als der Bühler Kreißsaal im Dezember und Januar wegen Hebammenmangels geschlossen war, »sind wir in Balg auch nicht an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen«.

In einem weiteren Schritt wäre dennoch geplant, einen dritten Kreißsaal zur Verfügung zu stellen. Ist dann nicht auch eine größere Zahl an Hebammen und Betten nötig? »Um die Detailplanung kümmern wir uns, wenn die Gesellschafter über die Schließung von Bühl entschieden haben«, erklärte Müller-Zuber. Die Gesellschafter sind der Stadtkreis Baden-Baden und der Landkreis Rastatt. Sie befinden am 25. und 26. Juli über die Schließung.

Wachsender Protest

Derweil erhält die Online-Petition für den Erhalt der Geburtshilfestation immer größere Unterstützung (wir berichteten). Sie wurde am 22. Juni von einer Mutter aus dem Bühler Raum gestartet. Bis gestern Mittag wurde die Petition von rund 3400 Usern unterzeichnet. Damit ist das Ziel – 1000 Unterstützer – schon deutlich überschritten. Die Unterschriftensammlung läuft noch bis zum 8. Juli. 

 www.openpetition.de/petition/online/fuer-den-erhalt-der-geburtshilfestat...

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