Doku »Hallo Welt« über Inklusion in Haslach

Kommunales Kino Achern greift ein wichtiges Thema auf

Autor: 
Wolfgang Winter
Lesezeit 3 Minuten
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27. April 2019
Andreas Graf, Schulleiter der Carl-Sandhaas Schule in Haslach, Iris Mantel (Tivoli), Regisseurin Laura Umlauff und Produzent Servillano Pantillo (von links) am Donnerstag im Acherner Kino.

Andreas Graf, Schulleiter der Carl-Sandhaas Schule in Haslach, Iris Mantel (Tivoli), Regisseurin Laura Umlauff und Produzent Servillano Pantillo (von links) am Donnerstag im Acherner Kino. ©Daniela Busam

In Haslach war der Dokumentarfilm »Hallo Welt« im Januar ein Kassenschlager. Im Acherner Tivoli konnte die sensible Reportage über die Arbeit der Carl Sandhaas Schule am Donnerstag nur einen kleinen Kreis Interessierter begeistern.

Iris Mantel vom Tivoli, die nach der Vorführung die Diskussion mit dem Sandhaas-Direktor Andreas Graf, Regisseurin Laura Umlauff und Produzent Servillano Pantillo leitete, war trotz der geringen Resonanz hoch zufrieden. »Für uns als Kommunales Kino ist es besonders wichtig, immer wieder Themen aufzugreifen und Filme zu zeigen, die in den großen Kinos nicht ins Programm kommen.« 

Regionaler Aspekt

Auch der regionale Aspekt sei dem Tivoli wichtig, habe doch die Regisseurin in Offenburg Medien- und Informationswesen studiert und die Haslacher Sandhaas Schule gehöre in der Ortenau zum kleinen Kreis der Schwerpunktschulen, die für die Entwicklung von Kindern mit geistigen Behinderungen bereit stehen. 

Laura Umlauff, die junge Filmemacherin, die mit einen Mini-Budget von 3000 Euro auskommen musste, stellt in ihrem gelungenen Schulporträt drei Schüler und ihr häusliches Umfeld in den Blickpunkt. Marc-Evan, dem während der dreiwöchigen Dreharbeiten in der Regel nur ein trockenes Ja oder Nein zu entlocken war, hilft seinem Vater nach der Schule bei der Landwirtschaft. Der gegenüber Fremden keineswegs kontaktscheue Jugendliche wurde beim Musizieren und Poolbillard gezeigt.

Die 18-jährige Sophia ist zwar Analphabetin, fährt aber selbstständig mit dem Zug in die Schule oder zum Bummeln nach Offenburg. Im Film wurde sie beim Praktikum in einem Haslacher Tierheim aufgenommen.

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Die geistig schwer Behinderte Hanna benötigt dagegen eine kontinuierliche Einzelbetreuung. Bei ihr wird der kleinste Fortschritt als ein Riesenerfolg gewertet. Besonders fiel dem Filmteam und den Zuschauern die unbändige Lebensfreude und stets freundlich strahlenden Gesichter der Schüler ins Auge.

In der Diskussion erklärten Lehrerinnen der Sasbacher Montessori-Schule, dass die Arbeit mit geistigen beeinträchtigten Kindern auch den anderen Schülern zu Gute komme: »Die Kinder ohne Behinderung profitieren nach unserer Beobachtung sogar stärker von der Inklusion.«

Nicht zu negativ

In der regen Diskussion mit dem Publikum wurde auch ein wenig Kritik geäußert. Die Mutter eines behindertes Kindes vermisste den Aspekt, dass Eltern im Zusammenleben mit ihren Kind oft an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit geführt werden. Der Schulleiter gab zu bedenken, dass der Film auch behinderten Kindern gezeigt werde und sie nicht mit negativen Aussagen belastet werden sollten.

Laut Produzent Pantillo wird der Film Schulen per Landesmedienzentrum ausgeliehen. Auch das Acherner Tivoli steht für Sondervorführungen des Films zur Verfügung. Die erste Extraveranstaltung wurde von den begeisterten Montessori-Lehrerinnen in Aussicht gestellt.

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