Bürgermeister schreiben Landrat Scherer

Kritik aus nördlicher Ortenau an Leitstelle der Feuerwehr

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16. November 2018
Die Acherner Feuerwehr ist gut aufgestellt. Probleme gibt es aber mit der Alarmierung und der Ausrüstung der Leitstelle.

Die Acherner Feuerwehr ist gut aufgestellt. Probleme gibt es aber mit der Alarmierung und der Ausrüstung der Leitstelle. ©Archivfoto: Roland Spether

Der Zustand und die technische Ausrüstung der Leitstelle in Offenburg bereitet den Bürgermeistern der nördlichen Ortenau Sorgen. Dies haben sie in einem Schreiben Landrat Frank Scherer mitgeteilt.

Acherns Oberbürgermeister Klaus Muttach und die weiteren Bürgermeister im nördlichen Ortenaukreis haben sich laut einer Pressemitteilung der Acherner Stadtverwaltung mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Michael Wegel besprochen. Dabei ging es um die Anforderungen an die integrierte Leitstelle Ortenau, die digitale Alarmierung und den Analogfunk. Klaus Muttach hat die Anliegen im Namen aller Bürgermeister des nördlichen Ortenaukreises Landrat Frank Scherer mitgeteilt. Auf Anfrage der Mittelbadischen Presse hieß es dazu beim Landratsamt, dass man um das Thema wisse und Landrat Frank Scherer sich dazu in der kommenden Woche äußern werde.

Lobend erwähnen die Bürgermeister die vor knapp zehn Jahren intensivierte Zusammenarbeit der Kommunen im nördlichen Ortenaukreis beim Feuerlöschwesen, so die vereinfachenden Regelungen für die Abrechnung der Überlandhilfen und die gegenseitige Unterstützung der Wehren etwa durch den gemeinsamen Schlauchpool am Feuerwehrgerätehaus in Achern, bei der Schutzkleidungspflege oder auch der Unterhaltung der Atemschutzgeräte. 

Gemeinsam mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister für den nördlichen Ortenaukreis und gleichzeitig Acherner Gesamtwehrkommandanten Michael Wegel hätten die Rathauschefs des Bürgermeister-Sprengels der nördlichen Ortenau eine Bewertung der bisherigen Zusammenarbeit vorgenommen und dabei positive Bilanz gezogen. 

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Bei dem Gespräch seien auch die Situation der integrierten Leitstelle Ortenau, die digitale Alarmierung und der Analogfunk zur Sprache gekommen. In einem Schreiben teilt nun Oberbürgermeister Muttach Landrat Scherer die Sorge mit, dass das jetzige digitale Alarmierungssystem technisch gealtert sei und nicht mehr fehlerlos funktioniere. Feuerwehrangehörige bemängelten, dass temporär nicht alle Einsatzkräfte erreichbar seien und wichtige Textinformationen im digitalen Meldeempfänger nicht immer lesbar wären. Klaus Muttach bittet um eine Überprüfung dieser Hinweise und verbindet dies mit der Nachfrage, wann mit der Inbetriebnahme des neuen Alarmierungsnetzes zu rechnen sei.

Auf Nachfrage dieser Zeitung betonte Klaus Muttach, dass keinesfalls nur in der nördlichen Ortenau Sorgen bestünden. Auch im südlichen Sprengel seien die Leitstelle und die technischen Probleme ein Thema. Die Leitstelle komme technisch und personell an ihre Grenzen. Eine neue Leitstelle sei notwendig.

Dringender Bedarf

In seinem Schreiben an Landrat Frank Scherer thematisiert Klaus Muttach, dass schon vor Jahren den Feuerwehren des Ortenaukreises der dringende Bedarf einer neuen Leitstelle mitgeteilt worden sei. Eine Machbarkeitsstudie sollte den aktuellen Bedarf ermitteln, um weitere Schritte einleiten zu können. Die gestiegenen Notrufzahlen wirken sich auch auf die Arbeit der Leitstelle aus. Für das Jahr 2018 waren, so Klaus Muttach gegenüber der Mittelbadischen Presse, zwei Millionen Euro für die Leitstelle im Kreishaushalt vorgesehen, die aber nicht verwendet wurden. Für die Jahre 2019/20 sei kein Geld eingeplant. Schließlich thematisiert Acherns Oberbürgermeister, dass die Feuerwehren in Baden-Württemberg seit Jahren auf die Einführung des Digitalfunks warten. Das analoge Gleichwellensystem sei gleichfalls überaltert und fehlerbehaftet. Die Betriebssicherheit des Funknetzes in der Ortenau sei nach Auskunft von Feuerwehrangehörigen nicht gewährleistet. 

Stichwort

Nord-Sprengel

Beim sogenannten Bürgermeister-Sprengel treffen sich die Rathaus­chefs einer bestimmten Region regelmäßig, um kommunenübergreifende Themen zu beraten. So kommen viermal im Jahr im Bürgermeister-Sprengel der nördlichen Ortenau der Acherner Oberbürgermeister sowie die Bürgermeister aus Kappelrodeck, Lauf, Renchen, Rheinau, Ottenhöfen, Sasbach, Sasbachwalden und Seebach zusammen.aci

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