Rheinau - Freistett

Kuchenverkauf liefert das Startkapital

Autor: 
Katharina Reich
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
11. Juli 2014

Aus der Realschule Rheinau sind viele Jungunternehmer hervorgegangen: (vorne von links) Jeanine Insam, Andreas Schmidt, Lisa-Marie Fischer, (Mitte von links) Melissa Lasch, Niclas-Sören Siehl, Jan Willems, Fabien Reuters, Michael Wurtz und Yannick Kalupke, (hinten von links) Martin Ehrlinger (Bildungsregion Ortenau), Klassenlehrer Harald Schilling, Frank Truttenbach (Sparkasse Hanauerland), Schulleiter Gebhard Glaser und Wolf Blochowitz (Leiter des Gründerbüros der Hochschule Offenburg).

Existenzgründung erfordert Mut, ein gutes Konzept und viel Kreativität. Zwei Gruppen von Neuntklässlern der Realschule haben sich daran gewagt: mit einem Schülerunternehmen. Als Produkte gehen ein Stadtführer sowie ein Flyer für den Förderverein der Schule hervor.

In Baden-Württemberg geht die Zahl der Unternehmensgründungen stetig zurück. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, werden Schüler seit sechs Jahren mit dem Projekt »Schülerunternehmen – Rauf auf den Chefsessel« an das Thema Existenzgründung herangeführt. In dem zu Ende gehenden Schuljahr hatten sich mit Schülern der neunten Klassen an der Rheinauer Realschule zwei Schülerunternehmen gegründet.
Den Chef selbst gewählt
Das Unternehmen mit dem Arbeitstitel »Creative Company« hatte es sich zur Aufgabe gesetzt, für den Förderverein der Schule einen Flyer zu produzieren. Ideensuche, Aufgabenverteilung, Kapitalbeschaffung – alles Themen, die auch bei einer größeren Unternehmensgründung anstehen, kamen bei den Schülern ebenfalls auf den Tisch, auch wenn die Lösungen teilweise eher unorthodox anmuten. Der »Chef« der Werbeagentur, der Schüler Michael Wurtz, wurde von seinen Mitarbeitern beispielsweise demokratisch gewählt, und die Beschaffung des Startkapitals lief über einen Kuchenverkauf. Die Schüler wussten auch zu delegieren: Der Kunstlehrer hat die Bilder gezeichnet und der Klassenlehrer Harald Schilling, der die Schülerunternehmen betreute, die Texte korrigiert.
Das zweite Schülerunternehmen hat in Rheinau eine Marktlücke entdeckt: ein Reiseführer über die Flächenstadt am Rhein. Der soll in Zukunft an mehreren Stellen kostenlos ausliegen. Zur Finanzierung wollen die Schüler Anzeigenkunden gewinnen, die in diesen Tagen ein Anschreiben mit der Bitte um Unterstützung erhalten. Recherche, Bildauswahl und das Verfassen von Texten standen in den vergangenen Monaten auf dem Programm. Neben Freizeitangeboten, wie Minigolf, Schwimmbad oder der Besuch der Fischtreppe, werden die Leser auch einiges über die Geschichte der einzelnen Stadtteile erfahren. Außerdem hat jeder Schüler seinen Lieblingsplatz in Rheinau beschrieben.
Stärken erkennen
Die Schüler, die alle auf freiwilliger Basis an dem Projekt teilgenommen hatten, nehmen laut eigener Aussage viele Erfahrungen mit. »Wir haben im Laufe der Zeit erkannt, wer welche Stärken hat«, berichtet Lisa-Marie Fischer. Einige der Schüler können sich auch vorstellen, später einmal selbst ein Unternehmen zu gründen. »Aber erst, wenn ich genug Berufserfahrung habe«, betonte Michael Wurtz.
Schulleiter Gebhard Glaser zeigte sich begeistert von dem Projekt. »Die Schülerunternehmen sind ein wichtiger Bestandteil der Berufsorientierung. Bei den Schülern kann man richtig beobachten, wie sie in dieser Zeit an Selbstbewusstsein und Persönlichkeit gewinnen.«

Hintergrund

Zum Projekt

Das Projekt »Schülerunternehmen – Rauf auf den Chefsessel« gibt es seit sechs Jahren. Es wird getragen von der Hochschule Offenburg und der Bildungsregion Ortenau sowie finanziert von der Agentur für Arbeit und der Sparkasse Hanauerland. Die Schülergruppen erhalten Anleitung und Unterstützung von Studenten der Offenburger Hochschule, die den Schülern wie Unternehmensberater zur Seite stehen.
Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Schüler kein Planspiel betreiben, sondern ganz praktisch mit echtem Geld wirtschaften. Auch im nächsten Schuljahr wird es an der Rheinauer Realschule wieder Schülerunternehmen geben – die Finanzierung ist gesichert.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 1 Stunde
Polizeistatistik vorgestellt
Die Polizei hat die Kriminalitätsstatistik 2020 vorgelegt: In Oberkirch wurden 662 Delikte angezeigt, 382 wurden aufgeklärt. Im Verhältnis zur Bevölkerung gab es in Oppenau mehr Straftaten.
vor 1 Stunde
Polizeistatistik vorgestellt
Die Polizei hat die Kriminalitätsstatistik 2020 vorgelegt: In Oberkirch wurden 662 Delikte angezeigt, 382 wurden aufgeklärt. Im Verhältnis zur Bevölkerung gab es in Oppenau mehr Straftaten.
Die Zahl der Wohnungseinbrüche erreichte im Jahr 2020 ein niedriges Niveau, was wohl auch mit der Pandemie zusammenhängt.
vor 7 Stunden
Jahresbilanz für 2020 gezogen
Das Polizeirevier Achern/Oberkirch legte die Kriminalstatistik des Jahres 2020 vor. Die Pandemie wirkte sich in vielerlei Hinsicht auf die Zahlen aus. Es gab kaum Verstöße gegen die Corona-Regeln.
Pfarrer Thomas Dempfle steht der Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach vor. Durch die Neuorganisation kommen auch auf seine Gemeinden wichtige Änderungen zu.
vor 10 Stunden
Pfarrer Dempfle im Interview
Mit der Neuausrichtung der kirchlichen Strukturen geht die Seelsorgeeinheit Appenweier-Durbach künftig in einer größeren Einheit auf. Pfarrer Thomas Dempfle erklärt, wie weit die Pläne sind.
Soll aus dem Dornröschenschlaf erwachen: das Acherner Seehotel.
vor 11 Stunden
Thema im Bauausschuss Achern
Die Mitglieder des Acherner Bauausschusses haben am Montagabend die Entwurfsfassung für den künftigen Bebauungsplan Campingplatz/Seehotel gebilligt.
Sollen in der Linxer Tullastraße (L 75) beidseitig Schutzstreifen für Radfahrer markiert werden? Der Ortschaftsrat ist sich diesbezüglich nicht mehr einig, deshalb soll dieses Thema demnächst unter Einbeziehung einer breiteren Öffentlichkeit erneut debattiert werden.
vor 13 Stunden
Ortschaftsrat ist sich uneins
Ob die Linxer Ortsdurchfahrt eine beidseitige Markierung für Radler erhält, bleibt vorerst offen. Der Ortschaftsrat zweifelt mittlerweile an der Notwendigkeit, will das Thema aber in größerem Rahmen besprechen.
Die Landwirte in Oosterzele wollen auch in Zukunft ihre Traktoren benutzen können. Durch zu viele Bäume sehen sie das gefährdet.
vor 16 Stunden
Neues aus Oberkirchs Partnerstadt
Dank eines Vereins werden in Oberkirchs belgischer Partnerstadt Oosterzele alte Wege von Fußgängern neu entdeckt. Bürgermeister Johan van Durme ist unterdessen auch nach 20 Jahren nicht amtsmüde.
Landwirte stellen Schilder auf, um Hundehalter für das Thema Hundekot zu sensibilisieren.
vor 17 Stunden
Bußgelder drohen
Die Stadt Oberkirch macht auf die Entsorgungspflicht von Hundekot aufmerksam und erinnert deshalb die Halter von Hunden an die Einhaltung der Polizeiverordnung der Stadt Oberkirch.
Vor dem Amtsgericht Oberkirch musste sich ein 56-jähriger Arbeiter verantworten
vor 19 Stunden
Ein letzter "Warnschuss" vor dem Amtsgericht Oberkirch
Ein 56 Jahre alter Arbeiter war sich der Tragweite einer Fahrt ohne Führerschein nicht bewusst. Vor dem Amtsgericht Oberkirch stand seine Existenz auf dem Spiel.
Mitglieder des BUND Renchtal sammelten entlang der B 28 Müll ein.
vor 21 Stunden
Flächen entlang der B 28 gesäubert
Mitglieder des BUND Renchtal haben Flächen entlang der B 28 von Müll befreit. Für völliges Unverständnis sorgt unterdessen das Einarbeiten von Müll auf einer Fläche bei Nußbach.
Bedenken hatte der Kappelrodecker Rat über einen Bauantrag auf ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten in dieser Baulücke am Kappelbergweg.
vor 21 Stunden
Diskussion im Technischen Ausschuss
Differenziert ging der Kappelrodecker Gemeinderat in der Sitzung des Technischen Ausschusses mit einem Bauantrag auf ein Mehrfamilienhaus am Kappelbergweg um.
Zwei Brücken an der Kreisstraße 5300 in Maisach (unser Foto) sollen neu gebaut werden.
vor 21 Stunden
Kreisstraße 5300
Ab Montag, 3. Mai, beginnen die Bauarbeiten an zwei Brücken an der Kreisstraße 5300 in Oppenau-Maisach.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Patrick Kriegel ist Steuerberater und Geschäftsführer.
    vor 19 Stunden
    Steuerberatungsgesellschaft Patrick Kriegel GmbH: Die aktiven Berater und Gestalter
    Die Kanzlei wurde vor 14 Jahren gegründet und besteht mittlerweile aus einem 25-köpfigen Team, das die Mandanten in allen Themen rund ums Steuerrecht und darüber hinaus unterstützt. Im Vordergrund stehen die individuelle Betreuung und Beratung der Mandanten. Dies ist die Philosophie der Kanzlei.
  • Sichern Sie sich Ihr Jeep-Teen-E-Bike zum Aktionspreis mit einer Ersparnis von 650 Euro
    07.04.2021
    Mit Rückenwind ins Frühjahr starten
    Was machen wir in den Ferien? Über dieser Frage grübeln aktuell wohl viele Familien. Eine spannende Alternative zum üblichen Reisen könnten in diesem Jahr Fahrradausflüge mit E-Bikes sein. Mit dem exklusiven Aktionspreis von Baden Online und der Elektro Mobile Deutschland GmbH sind auch die Teens...
  • Nur der Fachmann bietet Raumgestaltung aus einem Guss.
    27.03.2021
    Bester Service Ortenau, März 2021
    Wohnen und Leben bedeutet Individualität in allen Facetten, und das ist am schönsten in einem wertigen Umfeld. Die SCHORN MÖBEL GmbH in Fischerbach ist der ideale Partner fürs Wohnen und Arbeiten, denn der Experte für Holzverarbeitung bietet individuelle, nachhaltige und umweltfreundliche Möbel...
  • Urlaub zu Hause? Mit dem eigenen Pool kein Problem!
    27.03.2021
    Bester Service Ortenau, März 2021
    Machen Sie Ihr Zuhause zur Wellnessoase – mit eigenem Pool oder Whirlpool im Garten, einer Sauna oder Infrarotkabine in Wohnung oder Keller. Egal, welche Pläne Sie schmieden: Herfurth Pool & Co. in Appenweier ist der richtigen Partner.