Sasbachwalden

Künftig müssen auch Touristen Eintritt fürs Freibad zahlen

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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20. November 2020

Übernachtungsgäste zahlen ab 2021 einen ermäßigten Eintritt, wenn sie das Erlebnisbad Sasbachwalden besuchen. Bisher war für sie der Besuch des Bades kostenlos. ©Michaela Gabriel

FFeriengäste müssen künftig einen wenngleich ermäßigten Eintritt ins Sasbachwaldener Freibad entrichten. Die Entscheidung sei in zweifacher Sicht richtig, hieß es im Gemeinderat.

„Gut so!“ Dass Feriengäste ab dem kommenden Jahr keinen freien Eintritt mehr ins Erlebnisbad Sasbachwalden bekommen, unterstützt der Gemeinderat voll. „Unsere Bevölkerung hat das sowieso nicht verstanden, warum die Gäste gar nichts zahlen mussten, obwohl die Gemeinde so ein großes Defizit aus dem Betrieb hat“, sagte Günter Lehmann (CDU).

In dieser Saison unter Corona-Bedingungen sei es vorgekommen, dass Feriengäste sich Karten für das Freibad reservierten, die sie dann gar nicht in Anspruch nahmen, berichtete Bürgermeisterin Sonja Schuchter am Mittwoch im Gemeinderat. So seien wertvolle Platzkapazitäten verschenkt worden. Möglicherweise müsse auch im nächsten Jahr die maximale Besucherzahl pro Tag beschränkt werden. Das Reservieren eines Platzes ohne gleichzeitige Zahlung des Eintritts wird dann für Konus-Kartenbesitzer nicht mehr möglich sein.

Eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis sollen Feriengäste mit Konus-Karte weiterhin bekommen, beschloss der Gemeinderat und folgte damit dem Vorschlag der Verwaltung. In der Gebührensatzung für das Freibad wurde ein Preis von zwei Euro statt 3,50 Euro für einen Erwachsenen festgelegt. Kinder von Übernachtungsgästen zahlen dann 1,50 Euro Eintritt anstatt der regulären 2,50 Euro.

Der freie Eintritt sei eine schöne Sache für die Gäste gewesen, aber ein finanzieller Ausfall für die Gemeinde, erklärte Kämmerer Achim Gromann. Er rechnet mit mindestens 5000 Euro an Mehreinnahmen durch die Satzungsänderung. Darauf dürfe man nicht verzichten. 2020 besuchten 4000 Personen mit Konus-Gästekarte das Bad, 2019 waren es rund 3500.

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Es sei in zweifacher Hinsicht richtig, diesen Schritt jetzt zu gehen, sagte Gerhard Brock von den Freien Wählern. So könne man das Defizit aus dem Betrieb des Erlebnisbades senken und verhindern, dass begrenzte Platzkapazitäten wegen der Pandemie verschenkt werden. „Auch ganz unabhängig von Corona ist es der richtige Weg“, ergänzte Bruno Müller (FWV). Was man nutze, sollte man auch bezahlen. Was nichts koste, sei auch nichts wert.

Kritisch hinterfragt

Mit wenig Begeisterung aufgenommen wurde im Rat die Nachricht, dass die Ein- und Ausfahrten auf den großen Parkplatz beim Erlebnisbad Sasbachwalden Einbahnstraßen werden sollen. Die Beschilderung sei

verbesserungswürdig, das habe ein Verkehrsplaner festgestellt, berichtete Sonja Schuchter. Nun habe man bereits die Schilder und demnächst werde man die Einfahrt nur noch beim Kurhaus ermöglichen und die Ausfahrt nur noch oberhalb direkt auf die Talstraße. 

„Das finde ich nicht gut“, stellte Bruno Müller (FWV) fest. Die oberen Ausfahrt liege am Hang und man habe keine gute Sicht. „Die meisten sind bisher am Kurhaus rein- und wieder rausgefahren. Es ist ungeschickt, oben auszufahren“, ergänzte Alexander Berger (FWV). Dennoch möchte die Bürgermeisterin die Einbahnstraßen-Schilder anbringen lassen und Erfahrungen mit der Regelung sammeln.

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