Trauer vor allem in Sasbachwalden

Künstler Klaus Olenik ist seinem Krebsleiden erlegen

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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02. Februar 2018
Der Sasbachwaldener Künstler Klaus Olenik ist tot.

Der Sasbachwaldener Künstler Klaus Olenik ist tot. ©Roland Spether

Der Künstler Klaus Olenik hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Er ist nun im Alter von 78 Jahren gestorben. Gerade in Sasbachwalden hat er viele Kunstwerke hinterlassen.

Die Krippe auf der Klausheimwiese, das letzte Abendmahl Jesu in der Wallfahrtskirche, der heilige Christopherus am Altenrain: Künstler Klaus Olenik hatte seit dem Jahr 2000 für Sasbachwalden viele kunstvolle Arbeiten gefertigt, die nun Zeugnis von einem besonderen Menschen geben. Klaus Olenik ist vor wenigen Tagen gestorben und mit seinen Wegbegleitern und Angehörigen trauern viele Menschen in Sasbachwalden, wo er sich sehr wohl fühlte und richtig heimisch geworden war. Darüber war er sehr dankbar und so war es ihm ein großes Anliegen, diese Dankbarkeit und sein Denken in wunderbaren Figuren auszudrücken. 

»Ich bin ein Kriegskind, wurde 1939 geboren und musste alle schlimmen Dinge wie Bombenangriffe, Leid und Flucht miterleben«, sagte er einmal. Nach ersten Jahren in Frankfurt ging es in die Heimat des Vaters nach Lorzendorf bei Breslau in Schlesien. Doch als die Front heranrückte, musste er erneut fliehen. Seinen Vater erlebte er nicht, er fiel in Russland, als Klaus Olenik vier Jahre jung war.

Erste Ehe zerbrach

Nach der Schule war sein Weg vorgezeichnet, er erlernte den Beruf des Gärtners und arbeitete im elterlichen Betrieb und entwickelte ihn zu einem bedeutenden Unternehmen. Er war verheiratet und hatte vier Kinder. Doch die Ehe ging in die Brüche, was ihn in eine Lebenskrise stürzte.

In Renate Scharf fand er eine neue Liebe und Ehefrau, die ihn 34 Jahre seines Lebens liebevoll bis zu seinem Tod begleitete. Als sein Leben zu Ende ging, lebte er die letzten 13 Monate bei seiner Familie in der alten hessischen Heimat. Diese Zeit bereitete ihm trotz seiner unheilbaren Krankheit sehr viel Freude, umringt von seinen vier Kindern sowie den Enkeln und Urenkeln.

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»Saschwalle« spendete er 2002 eine lebensgroße Christopherus-Figur, die am Ufer des Sasbachs am Altenrain ihren Ehrenplatz fand. Die Idee kam auf, ob sich die Spende nicht in Geld für einen guten Zweck umwandeln lasse. So schlug Christel Müller vom Kinderprogramm vor, dass Bürgermeister und Gemeinderäte eine Spende machen und die Figur »kaufen«. Bürgermeister Valentin Doll und zwölf Gemeinderäte gaben jeweils 300 Mark, so konnten 3900 Mark für eine Maya-Schule in Guatemala gespendet werden.

12 Jahre Krebspatient

Dies war ganz im Sinne von Klaus Olenik, der auch die Figuren vor dem Pfarrhaus sowie eine imposante Nachbildung des letzten Abendmahles Jesu von Leonardo da Vinci schuf (2009). Während dieser Zeit kämpfte er schon gegen den Krebs und sein künstlerisches Schaffen war für ihn wie eine heilsame Therapie. Zwölf Jahre war er Krebspatient.

An Ostern 2018 wird seine persönliche Leidensgeschichte in der Abendmahl-Darstellung in der Wallfahrtskirche zu sehen sein. Sichtbare Zeugnisse seines Lebens, Glaubens und Hoffens sind der heilige Georg im Kurpark und der adventliche Weg und die Krippe in Sasbachwalden sowie die Skulptur »Flucht nach Ägypten« vor der evangelischen Kirche in Kappelrodeck, die weiterhin an einen begnadeten Künstler und guten Menschen erinnern.

Die Trauerfeier ist am Montag, 5. Februar, um 11 Uhr auf dem Friedhof Harreshausen in Babenhausen. Ein Gedenkgottesdienst findet am Sonntag, 4. März, um 10 Uhr in der Kirche in Sasbachwalden statt. 

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