Intensive Debatte bei »Forum Sasbachwalden«

Kulturlandschaft nicht zerschneiden - aber wie?

Autor: 
Berthold Gallinat
Lesezeit 2 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
09. November 2018

Diplom-Agraringenieur Werner Konold referierte in Sasbachwalden über die hiesige Kulturlandschaft. ©Berthold Gallinat

Wie kann eine Kulturlandschaft optimal entwickelt werden? Damit befasste sich am Dienstag im Rathaus Sasbachwalden Werner Konold, Agraringenieur von der Uni Freiburg. Zu diesem »Forum Sasbachwalden« waren 80 Gäste aus der ganzen Ortenau gekommen. 

Der Vortrag von Werner Konold im »Forum Sasbachwalden« fand in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsregion Ortenau statt, die WRO hatte auch dazu eingeladen. In der von Landwirtschaft und Kultivierung geprägten Ortenau bietet die Pflege der Kulturlandschaft immer mal wieder Konfliktpotenzial. 

Der Mensch hat laut Konold seit jeher manche Pflanzen als Unkraut ausgerissen und andere als Nutzpflanzen gefördert, habe selektiert und gezüchtet. Durch die Kultivierung schuf er unbewusst eine gewaltige Vielfalt der Biodiversität. So entstanden Heiden, Waldflächen, Moore. Die Natur wurde »durchlässig«, fasste Konold zusammen. Er zeigte, wie eine Weide fließend in einen Wald überging, wie zwischen Reben auch Obstkultur gepflegt wurde. Diese Kultivierung mit Zwickeln, Säumen, Rändern und Brachen bewirkte eine biologische Vielfalt.

Harte Trennungen

Was ist heute anders? Aus weichen Übergängen wurden harten Trennungen, durch Intensivierung wurde das »Sowohl-als-auch« zu einem »Entweder-oder«, so Konold. Die Kulturlandschaft »verschlampe«, weil Gräben, Raine, Hecken, Wald- und Wegränder nicht mehr gepflegt, sondern beseitigt würden. 

- Anzeige -

»Die Kulturlandschaft verliert dadurch ihr Gesicht und ihre Vielfalt und damit ihre Schönheit. Man wendet viel Energie auf, um das Zufällige der landschaftlichen Entwicklung zu dominieren«, zog der Referent Bilanz. Die Regelungsdichte des Naturschutzes sei keinesfalls die Lösung, sondern verhindere vielfach eine regional angepasste Problemlösung. 

Keine Monokulturen

Wo also müsste es hingehen, um Kulturlandschaft weiterzuentwickeln und damit Problemen wie dem Insektensterben entgegenzuwirken? Konold plädierte dafür, wieder eine Raum-Zeit-Dynamik zu initiieren, den absoluten Sündenfall der Landschaftszerschneidung, wo es gehe, zu vermeiden. Monokulturen und scharfe Grenzen seien zugunsten einer Diversifizierung aufzugeben.  

Dem einstündigen Vortrag folgte eine auch politisch interessante Frage- und Diskussionsrunde, in der Landwirte beklagten, dass in der Theorie alle Maßnahmen »von oben« immer sehr einfach klängen, dass aber der Landwirt sich jeden Tag mit der Praxis auseinanderzusetzen habe. Die aber sehe anders aus. Ohne Wertschätzung der Landwirtschaft werde man in Zukunft kaum noch junge Leute finden, die sich diesem Beruf widmen, hieß es.

Im Laufe der Diskussion wurden gemeinsam Aufträge an die Landespolitik, an den Naturschutz und die Gesetzgeber formuliert. 

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
03.01.2019
Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.
27.12.2018
Abenteuer-Indoor-Spielplatz
Wer möchte seinen Kindern zum Geburtstag nicht gern etwas ganz Besonderes bieten? Im Kiddy Dome in Schutterwald ist das möglich. Denn nicht nur an ihrem großen Tag sind die Kinder in diesem Abenteuer-Indoor-Kinderspielplatz die Könige. 
27.12.2018
Wie wir nachts schlafen bestimmt, wie unser Tag verläuft – und deshalb ist gesunder Schlaf auch so wichtig. Das eigene »Bett nach Maß« klingt fast wie ein Traum – doch Leitermann Schlafkultur ist Spezialist auf diesem Gebiet und macht es möglich.
20.12.2018
Was braucht es für einen gesunden Körper? Den Willen natürlich! Und außerdem das richtige Training und Ernährung. Im Fitnessstudio Sportpark in Schutterwald gibt es die passende Beratung mit gezielten Übungen zur "Gute-Laune-Figur".

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 3 Minuten
Appenweier
Der Appenweierer Finanzhaushalt 2019 wurde erstmals nach den Regeln des Neuen Kommunalen Haushaltsrechts (NKHR) aufgestellt. Ortsgremien und Verwaltung, haben sich nach Auskunft von Bürgermeister Tabor am Montag in der Ratssitzung bei zwei Klausurtagungen einen Überblick zur neuen Struktur und zu...
Bis zur Hornisgrinde fährt der Freizeitbus, allerdings nicht im Winter.
vor 3 Minuten
Große Debatte um kleine Straße
Viel Kritik muste die Gemeinde Seebach für ihre erste Entscheidung einstecken, die Zufahrt zur neuen Grindehütte für Anlieger zu öffnen. Und das, obwohl die Gemeinde, die jetzt wieder eine neue Regelung gefunden hat, die Straße nie haben wollte.
Ehrungen und Neuwahlen beim Rheinbischofsheimer Turnverein: (vorne von links) Richard Büches, Dieter Rub, Ludwig Feldmüller und Robert Reifschneider, (hinten von links) Agnes Hoff, Gunter Wolf, Benjamin Hummel, Laura Heiland, Steffen Litsch, Chrysille Huschle, Sarah Schneider und Vivian Ludwig.
vor 2 Stunden
Erfolgsbilanz 2018
Auf ein erfolgreiches Jahr blickte der Rheinbischofsheimer Turnverein blickte am Freitagabend in der Hauptversammlung im Gasthaus Schwanen zurück. Dabei standen auch Neuwahlen und Ehrungen an.
Beim Neujahrsempfang der Willi Hahn GmbH wurden auch mehrere verdiente langjährige Mitarbeiter geehrt.
vor 3 Stunden
Betrieb will weiter investieren
Gleich elf neue Lehrstallen möchte die Willi Hahn GmbH aus Sasbach anbieten. Dafür hat sie auch guten Grund, denn der Erfolg aus dem Vorjahr soll sich noch steigern.
Zwischen Blaubronn und Lauenbach war dieser Lastwagen von der Straße abgerutscht und musste wieder aus dem Waldboden gezogen werden. Eine solche Bergung ist für die Firma Dürr Automobile aus Offenburg längst Alltagsgeschäft.
vor 3 Stunden
Ottenhöfen im Schwarzwald
Schwergewichtige Probleme führen in Kappelrodeck und Ottenhöfen regelmäßig zu Verkehrsbehinderungen und reichlich Gesprächsstoff.  Auf den schmalen Gebirgsstraßen stecken immer wieder Lastwagen fest. In einem Fall musste ein Fahrzeug sogar zweimal hintereinander befreit werden.
Ein Zusammentreffen für Europa mit dabei waren (von links) Eckbert von Zedtwitz, Dieter Klotz, Alina Atlantis, Ewald Panther, Wolfgang Reinholz, Klaus-Peter Mungenast, Johann Horeth und Reinhart Köstlin.
vor 4 Stunden
Bei Treffen mit Künstlerin
Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen, diejenigen die über viele Jahre hinweg die Geschicke der Stadt Achern und der umliegenden Gemeinden gelenkt haben, die Alt-Bürgermeister. Dabei gehen ihnen die politischen Themen keinesfalls aus.
vor 4 Stunden
Appenweier - Nesselried
Der Nesselrieder Sportverein blickte am Samstag bei seiner Jahreshauptversammlung auf das vergangene Jahr zurück. 2018 stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Bestehens. Auch gab es ein großes »Stühlerücken« im Vorstand.
vor 4 Stunden
Gemeinderat stimmt zu
Die marode, fast 100 Jahre alte Brücke in Giedensbach  1 in Ödsbach wird durch ein neues Bauwerk ersetzt. Der Oberkircher Gemeinderat hat dafür am Montag außerplanmäßig 290 000 Euro bereitgestellt. Eine biligere Lösung kam nicht zum tragen. 
Ehrungsreigen beim Sportverein Oberkirch: Die Vorsitzenden Martin Hetzel, Jochen Welle und Jugendleiter Manuel Boschert überreichten Jürgen Sehlinger den Jugendehrenteller.
vor 4 Stunden
Jahresanpfiff 2019
Bereits zum achten Mal veranstaltete der Sportverein Oberkirch seinen Jahresanpfiff in der Erwin-Braun-Halle. durch das Programm am Samstagabend führten in bewährter Weise Jochen Welle und Volker Klingler.
Edgar Gleiß, Oberbürgermeister Klaus Muttach, Ortsvorsteher Gebhard Glaser und Ulrich Döbereiner (von links) freuen sich darauf, dass die historische Glocke in Fautenbach bald wieder schlagen wird.
vor 6 Stunden
Leader fördert den Turmbau
Der Bewilligungsbescheid für den Bau eines Glockenturms auf dem Fautenbacher Friedhof ist eingetroffen. Nun können die Arbeiten beginnen, so dass die historische Glocke aus dem Glockengeläut der Alten Kirche zukünftig wieder in Fautenbach zu hören sein wird. 
vor 9 Stunden
Wanderweg mit Zertifikat
Der Qualitätswanderweg Oberkircher Brennersteig wurde im Rahmen von Deutschlands größter Urlaubsmesse, der CMT in Stuttgart, wieder mit dem Zertifikat »Traumtour« ausgezeichnet. Das hat die Renchtal Tourismus GmbH mitgeteilt. Dieser Erfolg hat viele Väter.
Auf der Wiese zwischen der bereits vorhandenen Bebauung plant die Ortschaft Ibach ein Baugebiet mit der Größe von 93 Ar.
vor 10 Stunden
Oppenau-Ibach
Bereits vor knapp einem Jahr sprach sich der Ortschaftsrat Ibach für die  Ausweisung eines Baugebietes nordöstlich von Brunnengasse/Moosstraße aus.