Conrad Kayser

Kunstverein erinnert mit Ausstellung an seinen Namensgeber

Autor: 
Roland Spether
Lesezeit 3 Minuten
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04. Februar 2019

Sasbachwaldener Künstler mit viel Liebe zur Heimat: Conrad Kayser – der »Thoma des Sasbachwaldener Tales« – hier um 1900 an der Staffelei. ©Repro Roland Spether

Seine Mitbürger nannten den Maler Conrad Kayser den »Thoma des Sasbachwaldener Tales«, denn in vielen Bildern hielt er Menschen und Landschaft fest. Der Kunstverein Conrad Kayser widmet dem Ehrenbürger von Sasbachwalden eine besondere Ausstellung. 
 

»Für Conrad Kayser waren Land und Leute nicht Objekte, die er beobachtete. Sie wurden ihm Subjekte, auf die er hörte, mit denen er sprach und die er durch seine Bilder zur Sprache brachte«, sagte einmal Pfarrer Gerhard Lötsch über Conrad Kayser. Denn dieser war sehr eng mit den Menschen verbunden und liebte diesen schönen Flecken Erde.

Viele Porträts gemalt

Conrad Kayser wurde am 26. August 1880 als viertes von neun Kindern in der Heil- und Pflegeanstalt Illenau in Achern geboren, wo der Vater Geistlicher war. Als dieser Pfarrer der evangelischen Stadtmission in Karlsruhe wurde, kaufte er das alte Schulhaus in Sasbachwalden als Sommerhaus für die Familie (»Haus Felseneck«). Darin lebte der Maler von 1902 bis 1954. Sein Leben lang blieb Conrad Kayser auch mit dem »Haus Felseneck« verwachsen. Denn viele Menschen hat er in ausdrucksstarken Portraits oder bei der Arbeit gemalt. Ihre Häuser, Felder und Wiesen sind auf wunderbaren Landschaftsbildern zu sehen und sie zeugen davon, wie eng die Menschen einst mit den Jahreszeiten und der Natur zusammen lebten.

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Eine Persönlichkeit

Mit der Ausstellung möchte der Kunstverein nicht nur an einen badischen Künstler des ausgehenden Impressionismus und der Tradition der Landschaftsmalerei eines Hans Thoma erinnern. Sie soll vor allem eine Persönlichkeit ins Bewusstsein rufen, die Anlass für die Gründung des Kunstvereins und sehr eng mit der Bevölkerung verbunden war. Mit seinen Bildern hielt er ein Stück der Lebenskultur in Landschaften, Dorfansichten und Portraits fest. Dies haben die Sasbachwaldener auch gespürt, wenn er ihnen Schilder und Inschriften für das Winzerfest und den Verkehrsverein malte oder Gasträume wie in der »Gaishölle« ausschmückte. Das alte, bäuerliche Sasbachwalden wurde von Conrad Kayser auch mit Hilfe der Fotografie auf Bildern verewigt, die das Leben und Arbeiten der Menschen auf Wiesen, Feldern und in den Reben zeigen. 

Den »Saschwallern« wurde der »Kayser-Moler« zu einem der ihren, was nicht selbstverständlich war und was letztlich nur ein »Mensch von wahrer Kultur« vollbringen kann, »dessen Herz so frei von jeglichem Dünkel und Hochmut war wie das seine«, so Gerhard Lötsch 2004 bei der Gedenkausstellung zum 50. Todestag: »Conrad Kayser sah über der Wirklichkeit des alltäglichen Lebens die andere, die Ewigen Lebens. Jeder Grashalm, jeder Baum, Berge und Täler und der über ihnen sich wölbende Himmel kündeten vom Unzerstörbaren.«

Hintergrund

Zur Ausstellung

Die Ausstellung findet vom 15. bis 24. Februar im Burgundersaal im Kurhaus Zum Alde Gott statt. Es werden vor allem Radierungen, Zeichnungen und Gemälde gezeigt, die erstmals öffentlich zu sehen sind. Die Vernissage ist am 15. Februar, um 18 Uhr. Die Ausstellung ist mittwochs, freitags und samstags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags von 10 bis 18 Uhr. 
Wer Bilder von Kayser hat und sie leihweise für die Ausstellung zur Verfügung stellen will, kann sich bei Willy Scheurer (Tel 0 78 41/28 74) oder Ernst Rentschler (Tel 0 78 41/6 84 74 63) melden.
 

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