Nachruf

Kurt Stöß, Ehrenvorsitzender des TuS Helmlingen, ist tot

Autor: 
Sophia Körber
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
14. Mai 2020

Kurt Stöß, Ehrenvorsitzender des TuS Helmlingen, starb im Alter von 92 Jahren. ©privat

Mit Kurt Stöß verliert der TuS Helmlingen einen Mitstreiter, der wie kaum ein anderer den Turn- und Sportverein über Jahrzehnte prägte. Er starb am 9. Mai im Alter von 92 Jahren. Ein Nachruf.

Der Turn- und Sportverein Helmlingen trauert um ein Urgestein und Unikat: Kurt Stöß starb am 9. Mai mit 92 Jahren. 71 Jahre stand der Verstorbene dem Verein nicht nur sportlich, sondern auch ehrenamtlich immer zur Seite. Wo der TuS war, war auch Kurt Stöß. 

Seine sportliche Karriere fing mit 21 Jahren an. Als er nach vier Jahren in französischer Kriegsgefangenschaft nach Hause kehrte, trat er sofort in den damals neu gegründeten Verein ein. Seine Leidenschaft war das Turnen, aber auch das Feldhandball lernte er kennen und lieben. 1950 wurde Kurt Stöß mit der 1. Mannschaft Kreismeister. Auch im Turnen stellten sich Erfolge ein: Der Helmlinger nahm an den Landesturnfesten 1951 in Offenburg, 1954 in Freiburg sowie 1958 in Lörrach teil.

Mit Herzblut dabei

Doch für Kurt Stöß bot der TuS Helmlingen nicht nur eine sportliche Plattform. 1958 wurde er zum Turnwart und Abteilungsleiter für Turnen sowie Leichtathletik gewählt und engagierte sich fortan mit viel Leidenschaft und Herzblut für den Verein. Bis 1965 behielt er dieses Amt inne. Doch nach dem plötzlichen Tod des damals stellvertretenden Vorsitzenden wählten ihn die Mitglieder 1965 zum stellvertretenden Vorsitzenden, bevor er nach sieben Jahren 1971 den Chefposten einnahm. 19 Jahre begleitete der Helmlinger den TuS als Vorsitzender, erlebte das Ende der Feldhandball-Ära und prägte die sportliche Spitzenphase des Vereins. Damals spielte sich die 1. Mannschaft von der Kreisklasse bis zur Regionalliga. Neben der silbernen und goldenen Ehrennadel des TuS Helmlingen wurde er für seinen unermüdlichen Einsatz im Ehrenamt 1988 sogar mit der Ehrennadel des Landes ausgezeichnet. 

- Anzeige -

Aus Altersgründen legte er 1990 den Vorsitz ab. Die Mitglieder wählten ihn daraufhin als Ehrenvorsitzenden und er blieb dem TuS sportlich treu – vorerst. Denn nach nur einem Jahr zeigte sich: Für Kurt Stöß geht es doch nicht ganz ohne Ehrenamt und er wurde 1991 zum Übungsleiter der Jedermänner. Bei seinen Jedermännern war er noch bis vor wenigen Jahren aktiv und in geselliger Runde auch noch bis vor einigen Monaten.

Auch nach seiner Amtszeit als Vorsitzender stand er immer allen mit Rat und Tat zur Seite. Noch bis zuletzt, bis zum Abbruch der Handballsaison im März, war er als treuer, manchmal auch durchaus kritischer Fan jedes Wochenende auf „seinem Stammplatz“ in der Halle, um seinen Verein anzufeuern und zu unterstützen – ganz egal welche Mannschaft gerade spielte. Und er war nicht nur in der Helmlinger Rhein-Rench-Halle bekannt als sehr fairer Sportsmann, er war ein gerne gesehener Gast auch in den gegnerischen Hallen.

Mit seinem Tod verlässt den TuS Helmlingen eine absolute Größe des Helmlinger Sportgeschehens. Sein Wissen und Interesse besonders am Handball und Turnen in der Region, seine freundliche, gesellige Art, werden fehlen. Seine Liebe zum Sport war einzigartig. Das Wohl „seines TuS“ lag ihm immer sehr am Herzen. Umso mehr bedauerte er, dass die Feier zum 100-jährigen Vereinsbestehen im Juni aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden mussten.

Stets ein Vorbild

 
Seine Reden beendete der „Ehrenvorstand“ zeitlebens mit wiederkehrenden Sprüchen. Einer davon war „Großes Werk gedeih nur durch Einigkeit“. Und dafür stand Kurt Stöß immer in seinem außergewöhnlichen Engagement für den TuS Helmlingen. Er wird unvergessen bleiben beim TuS Helmlingen haben – denn: das Herz von Kurt Stöß schlug „blau und weiß“.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

Umstrittenes Vorhaben: Der Ortschaftsrat empfahl dem Kappelrodecker Gemeinderat den Widerspruch gegen die Erweiterungsgenehmigung für den Waldulmer Steinbruch.
vor 3 Minuten
Waldulmer Rat fordert
Die Waldulmer Räte empfehlen Kappelrodeck, seinen Widerspruch gegen die Genehmigung zur Steinbruch-Erweiterung zu begründen. Knackpunkt ist der Grenzabstand zur Wohnbebauung.
Durmus Özmen (rechts) ist seit Anfang Juni auf dem City/Norma/Topfit-Parkplatz mit seiner „Spuck & Go“ Schnelltest-Station präsent.
vor 1 Stunde
Corona-Krise
Sinkende Infektionszahlen, aber auch zahlreiche privatwirtschaftliche Anbieter als „Konkurrenz“: Die Stadt Achern schließt zum Wochenende ihr eigenes Corona-Testzentrum.
Freudestrahlend versammelten sich zum Spatenstich (von links): Fachbereichsleiter Carlo Frohnapfel, Michael Kaiser (RS Ingenieure), OB Klaus Muttach, Fachbereichsleiter Ralf Volz und Bauunternehmer Alois Huber.
vor 5 Stunden
Bauarbeiten
In Achern haben die Erschließungsarbeiten auf den Illenau-Wiesen begonnen, wo das Unternehmen Powercloud in den kommenden Jahren eine Millionen-Investition plant. Richtig anrollen werden die Bagger in einigen Wochen.
Schwarzwaldverein-Chef Manfred Wisgott wurde ausgezeichnet.
vor 5 Stunden
Auszeichnung
Der Vorsitzende des Schwarzwaldvereins Oberkirch, Manfred Wisgott, hat am 20. Juni in der Hauptversammlung des Schwarzwaldvereins die höchste Auszeichnung des Gesamtvereins erhalten.
Größe und Ausstattung beeindrucken: der „Discover industry”-Truck vorm Gymnasium Achern.
vor 5 Stunden
Bildung
Vor dem Acherner Gymnasium zieht derzeit ein Seminarraum auf Rädern die Blicke auf sich: Der „Discover industry“-Truck.
Plakatierungen an jedem Baum oder Laternenpfahl wie hier im Frühjahr in Renchen würden die Grünen in Oberkirch bei der Bundestagswahl gerne vermeiden.
vor 5 Stunden
Vor der Bundestagswahl
Mit Sammelwänden für Wahlwerbung wollen die Oberkircher Grünen wildes Plakatieren im Vorfeld der Bundestagswahl verhindern. Für ihren Antrag ernteten sie am Montag deutliche Kritik.
Nach längerer coronabedingter Zwangspause lieferte der Junge Chor Fautenbach am Sonntag ein erfrischendes Konzert in der Jugendkirche ab.
vor 5 Stunden
Nach längerer Zwangspause
Mit einem erfrischenden Konzert erfreute der Junge Chor Fautenbach am Sonntag in der Jugendkirche seine Zuhörer. Es war der erste Auftritt nach einer längeren coronabedingten Zwangspause.
Wilhelm Ernst starb im Alter von 96 Jahren.
vor 5 Stunden
Beliebt und überaus geschätzt
Im gesegneten Alter von 96 Jahren verstarb am 9. Juni Wilhelm Ernst. Wie sehr er im Ort und darüber hinaus beliebt war und geschätzt wurde, zeigte die große Trauergemeinde, die ihn auf seinem Weg zur letzten Ruhestätte begleitete.
Das Hans-Furler-Gymnasium soll für über 20 Millionen Euro saniert werden.
vor 5 Stunden
Gymnasium wird ab Sommer saniert
Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen gestaltet sich für die Stadt Oberkirch zunehmend schwieriger. Auch am Montag konnte man nicht in allen Fällen von Konkurrenz sprechen.
Alexander Doll hat unterhalb der Ullenburg zehn Tanks mit LED-Lampen bestückt, mit der er durch Farbwechsel am Samstag eine Lichtschau zaubern will.
vor 5 Stunden
Lichtblick
Warum am Samstag die Tiergartener Rebberge leuchten werden
Herbert Huber war Acherns letzter selbständiger Uhrmachermeister. Er wurde 90 Jahre alt.
vor 12 Stunden
Herbert Huber
Mit dem Tod von Herbert Huber verliert Achern seinen letzten selbstständigen Uhrmacher. Bis ins hohe Alter stand der Verstorbene hinter der Theke seines Geschäfts.
Drei Corona-Neuinfektionen wurden in der vergangenen Woche im Renchtal per PCR-Test nachgewiesen. 
vor 13 Stunden
Neuinfektionen in der dritten Juni-Woche
Die neunte Woche in Folge sind die Corona-Zahlen in der Ortenau zurückgegangen. Auch Oberkirch steht mittlerweile besser da als der gesamte Kreis.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Sieger der #Ballwechsel Aktion des Energiewerks Ortenau (ewo) wurde der VfR Achern. Im Acherner Hornisgrindestadion versammelten sich zur Preisverleihung: (von links) Erich Oser, Michael Müller, ewo-Geschäftsführer Matthias Friedrich, Oberbürgermeister Klaus Muttach, VfR-Achern Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Glunz, Malwin Lima, Bastien Touchemann, Thorsten Libis, Salvatore Vida, Carlos Fusaro.
    21.06.2021
    Sechs Vereine freuen sich über attraktive Preise
    Endlich: Das runde Leder rollt wieder. Über Monate mussten die Ortenauer Amateurfußballer tatenlos darben. Pünktlich zum Trainingsbeginn brachte die Preisverleihung der Aktion #Ballwechsel des Energiewerks Ortenau (ewo) den Gewinnern das Glück ins Haus.
  • Das trinationale Filmfestival der Hochschule Offenburg wird live aus dem FORUM Cinema in Offenburg gestreamt.
    16.06.2021
    Filmfestival Hochschule Offenburg – 53 Filme am Start
    Das trinationale studentische Filmfestival SHORTS wird dieses Jahr vom 1. bis 5. Juli live aus den FORUM Cinemas Offenburg gestreamt.
  • Unsere eigenen vier Wände: der Bau- und Sanierungsboom hält auch in der Ortenau weiter an. 
    15.06.2021
    Bauboom hält an – neue Förderprogramme ab 1. Juli
    Die Pandemie hat der Baubranche, den Architekten und Planern, den Landschaftsgärtnern sowie den Möbelhäusern weiter Auftrieb beschert. Renovieren und Sanieren stehen ganz oben auf der Liste der Vorhaben der Bauherren. Unser Magazin zeigt Aktuelles vom Markt auf.
  • Das Arbeitgeberversprechen "in good company" wird bei Hubert Burda Media wörtlich genommen. 
    14.06.2021
    Spannende Sales-Jobs: Im Dialog mit den Verbrauchern
    1903 als Druckerei gegründet, gehört Hubert Burda Media heute mit mehr als 1600 Arbeitsplätzen am Standort Offenburg zu den wichtigsten Arbeitgebern der Region und zählt mit weiteren Standorten zu einem der größten Medien- und Technologieunternehmen Europas.