Start der Theatertage

Lauf erlebt zwei absolute Theatergenies

Autor: 
Regina de Rossi
Lesezeit 3 Minuten
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20. Juli 2019
Ingo und Ralph Woesner zeigten beim Laufer Theatersommer eine komödiantische Meisterleitung.

Ingo und Ralph Woesner zeigten beim Laufer Theatersommer eine komödiantische Meisterleitung. ©Regina de Rossi

Die Laufer Theatertage haben begonnen. In Zusammenarbeit mit BAAL novo Theater Eurodistrict wird zum dritten Mal in Folge ein Theatersommer in der Gemeinde inszeniert.

Mit der Burg Neu-Windeck gibt es in Lauf  eine bereits intakte Bühne. Diese verträgt Theater allen Genres, auch ein an diesem Abend stattfindendes komödiantisches Kammerspiel. »Ein lachender Mensch verliert seine Angst. Und ein Mensch ohne Angst kann nicht beherrscht werden«. So sehen es die Woesner Brothers, genauer Ingo und Ralph Woesner. Sie sind Urheber des komödiantischen Kammerspiels »Zwei Genies am Rande des Wahnsinns«, das zur Eröffnung des Laufer Theatersommers auf die Bühne kam. Maxime Pacaud und Benjamin Wendel schlüpften kongenial in die Rollen des heruntergekommenen Staatsschauspieler Hermann von Högelstolz und des Komikers Berthold Balduin Schmiddt.

 »Schmiddt wie DDT«, wird betont und die Tatsache laut, dass diese beide eines gemeinsam haben, den Mangel an Geld. Also muss Högelstolz sich seinen Unterhalt als Trauerredner verdienen, Schmiddt als Belustiger bei Hochzeiten. 

An diesem Abend treffen diese beiden Charaktere zufällig auf einer Bühne zusammen. Das heißt, Diana Zoller, die hier die Inszenierung übernommen hat, lässt den einzelnen Protagonisten Zeit, sich zu finden und steigert so die Spannung im Publikum. Was wird, wenn dieser verrückte Schmiddt (Benjamin Wedel), in rot karriertem Anzug und spärlich fliehender Haarpracht auf Högelstolz (Maxime Pacaud) in Frack, Zylinder und Gehstock trifft? Beide in der Vorstellung, hier für ihren gemeinsamen Auftrag zu proben? Das setzt eine Szenerie in Gang, die dem Publikum recht bald die Lachtränen entlockt. 

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Wunderbar verstehen es die beiden Darsteller, sich in ihrer Eigenartigkeit zu präsentieren, vor allem einen Lebenslauf darzustellen, der prägt. Dauerüberflutung von Beethoven bis Schubert macht nicht weniger Plemplem wie kettenrauchende Hippie-Eltern in der Einzimmerwohnung. Da bleibt doch nur die Flucht in die andere Welt, um nicht vor die Hamster zu gehen. Äh, Hunde - und das ist nur eine winzige der skurrilen Verdrehungen in einem Stück, das an Komik permanent zunimmt.

Das braucht die Welt

Högelsturm kann seine Kindheit bedingten Anfälle nur mit Wodka und Ballettschritten bezwingen, Schmiddt wird bei Nikotingeruch ohnmächtig und nur die Spur von Alkohol lässt ihn zu einem schreienden Politiker mutieren, den die Welt lieber nicht erlebt hätte. Der kleine Regenguss tat dieser turbulenten Komödie keinen Abbruch. Im Gegenteil, die beiden liefen mehr und mehr zu Hochformen auf und das Publikum, es spielte mit, sang Freude schöner Götterfunken, zitierte »Weil es ist, wie es ist, wenn es« und lachte sich schlapp, als sich die beiden in der Romeo und Julia Balkon-Szene versuchten.

So viel Aberwitz und komödiantisches Talent auf zwei mal zwei Beinen braucht diese Welt und die Kluft von Trauer und Freude wird so schmal wie bei diesen beiden Genies. 

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