Lauf

Laufer Bürger und Flüchtlinge gärtnern gemeinsam

Autor: 
Klaus Huber
Lesezeit 3 Minuten
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14. Juni 2017
Auf einem gemeindeeigenen Gelände können Flüchtlinge und Laufer Bürger gemeinsam einen Garten anlegen und Kontakte aufbauen.

Auf einem gemeindeeigenen Gelände können Flüchtlinge und Laufer Bürger gemeinsam einen Garten anlegen und Kontakte aufbauen. ©Klaus Huber

Die Gemeinde Lauf hat am Ortsrand ein brachliegendes Gelände zur Verfügung gestellt, auf dem Flüchtlinge und Laufer Bürger  gemeinsam  einen Garten anlegen können.

Auf dem sonnigen Grundstück mit weitem Blick in die Ebene wurde am vergangenen Samstag von Flüchtlingen unter Mithilfe ihrer Betreuer eifrig gearbeitet. Als neuestes Projekt ist ein weiteres Hochbeet im Entstehen,  gehalten von Stöcken als hölzerne Mauer. Junge Männer aus Gambia zeigten sichtlich Spaß an ihrer Arbeit. In der Regel trifft man sich dort immer samstags ab 11 Uhr sowie einmal in der Woche am Abend.

In Lauf leben nur Flüchtlingsfamilien aus Syrien. In dem neuen Garten arbeiten der Syrer Hussam Almezael, der mit Frau und fünf Kindern in der Gemeinde wohnt, ferner einige junge alleinstehende Männer aus Gambia, die in Achern eine neue Heimat gefunden haben und mit dem Auto gebracht werden.

Mit dabei ist Wolfgang Weber, der auch im Lenkungsausschuss der Gemeinde ist und dem das Projekt zu verdanken ist. Seit fünf Jahren wohnhaft in Lauf, hatte der Sozialarbeiter dort vor zwei Jahren begonnen, sich sozial zu engagieren. Er ist im Auftrag des Landratsamts Ortenaukreis, sprich des Migrationsamtes, innerhalb des Sozialdienstes in der  Beratung und Betreuung von Flüchtlingen tätig.

Die ersten syrischen Flüchtlinge kamen im Dezember 2015 nach Lauf. Wolfgang Weber baute einen  Kreis mit Ehrenamtlichen zur Einrichtung von Deutschkursen auf. Es waren anfangs zwischen drei und zwölf Personen, die sich immer wieder vormittags zu  Kursen trafen. Dann kam die Idee auf, eine internationale Begegnungsstätte mit einem Garten einzurichten. Die Gemeinde bot in Ortsrandlage ein Grundstück an, um auf dem Gelände einen Garten anzulegen und darin nach Belieben zu gärtnern. 

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Ehemals Brachland

Eine Mitarbeiterin blickt zurück: »Wir haben Brachland angetroffen, eine Wildnis mit Steinen und Dornen. Wir haben alles angelegt. Es war eine Heidenarbeit.« 

Die Laufer Bürger zeigen sich offen für das Vorhaben. Als in der Nachbarschaft ein Gartenhaus nicht mehr gebraucht wurde, wanderte dieses in den Nutzgarten. Die neueste Erwerbung ist ein ebenfalls gespendeter Schwenkgrill. 

Manche Bürger bringen Pflanzen aus ihrem Garten herbei, einer stiftete sogar einen Feigenbaum. Im vergangenen Jahr schenkte eine Baumschule den Gartenbetreibern zehn Obstbäume, und auch Gartengeräte werden bisweilen gespendet. Weiter geplant sind eine Terrasse, ein Grillplatz sowie ein Spielplatz. 

Im Garten wird selbstverständlich auch Deutsch geübt, beispielsweise das Konjugieren: Ich hacke, du hackst... Im Juli plant die Gemeinde hier ein großes Grillfest. Informationen und Kontakt: Wolfgang Weber, • 01 52-36 27 66 56.

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