Appenweier - Nesselried

Auftakt zu "Nesselried brennt": Launige Tour durch die Reben

Autor: 
Kerstin Handsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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12. August 2019
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(Bild 1/7) Auf rund sechs Kilometern führt die Weinwanderung durch eine abwechslungsreiche Landschaft. ©Kerstin Handsteiner

Samstag, 13 Uhr, in Nesselried. »Unser Kellermeister hat wieder exquisite Tropfen ausgesucht. Unterwegs gibt es Interessantes zu erfahren – das manchen bekannt, für andere wiederum neu sein wird«, sagt Hermann Knopf und begrüßt die Gruppe, die sich beim Rathaus eingefunden hat.

Sie ist eine von fünf, die an dem Nachmittag im Rahmen des Dorffestes »Nesselried brennt« zur Weinwanderung aufbricht. »Insgesamt 150 Teilnehmer, es werden immer mehr«, sagt Knopf. Dann geht's rüber zur Kirche. Dort spricht der Nesselrieder von größeren Veränderung, die bevorstünden. »Warum, bekommt ihr einen neuen Herrgott?«, fragt einer der Teilnehmer launig. Knopf lacht, berichtet vom neuen Brunnen und Mehrgenerationenplatz. Mit Blick in die Historie erzählt er von Pilgern, Gläubigen und Wundern, die sich in Nesselried zugetragen haben sollen. Dann bricht man auf in Richtung Friedhof.

Knopf berichtet von der »Lodde Lies«, die einst ihr Neugeborenes getötet hat. Er hält an einem Bildstock an, der an den tödlichen Unfall mit Fuhrwerk 1833 erinnert. Unterwegs erklärt er außerdem, woher der Name »Leimedrepppler« (vom Lehmabbau) kommt und was es mit dem Weilerhof, der ersten Weinstation, auf sich hat. 

Ein Schluck Wasser

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Unter schattigen Kirschbäumen warten dort Paula und Jürgen Vogt vom Musikverein, der das Event unterstützt, mit Rivaner, Riesling und Rosé. Wer möchte, bekommt auch einen Schluck Wasser oder frisches Brot. Man spricht über das Spitzenjahr 2018 und die Bezeichnung Klingelberger. Das Nesselrieder Team »Wandern« um Eugen Kamm, Oskar Kiefer und Otto Schmid nutzt mit Blick auf die benachbarte Kirschholz-Sitzgruppe die Gelegenheit, um ihre Arbeit vorzustellen. 

"Drei Männer aus dem Weilerwald"

Über den Sagenrundweg (Knopf erzählt die Legende von den »Drei Männern aus dem Weilerwald«) erreicht die Gruppe die zweite Station: Auf dem »Kleinen Berg« sorgen Bernd Mäntele und Stephan Männle für Verpflegung. Neben Informationen über Neuanlagen und alte Reben, Klimaveränderungen, Sonnenbrand der Trauben, Mehltau und Rebläuse erfährt man hier auch, dass man im Brennerdorf Nesselried bei 13,5 Prozent Alkoholgehalt durchaus noch von einem »leichten Weißwein« spricht. 

Bevor es durch die Reben talabwärts Richtung Kohlstatt geht, genießt die Gruppe noch einen atemberaubenden Blick aufs Straßburger Münster und die Vogesen. Dann: Ein letztes Mal Schwitzen auf dem Kratzweg, dessen Namen Knopf mit »Gespanne hatten aufgrund des Anstiegs zu kratzen« erklärt, ehe die Endstation naht: Am Waldparkplatz gibt's zur Belohnung der Wanderer Spätlese und Käse, für Hermann Knopf (Führung) und Frank Palmer (Weinauswahl) Applaus. Und wer danach noch »durstig« ist, der kehrt auf dem Weg ins Dorf bei Edelbrenner Richard Vogt ein und verkostet dessen Destillate und Liköre.  
 

Stichwort

Vom Weinbach bis Wanderführern

Es haben schon die Römer auf Nesselrieder Gemarkung Wein angebaut. Einen gesicherten Nachweis gibt es um 1411. Von 1812 bis 1818 haben Bauern Anträge verfasst, in verödeten Teilen des Hardtwalds Reben anpflanzen zu dürfen. Hier entstanden der Unternesselrieder und Appenweierer Rebberg.
Weinproben
Ausgesucht hat die neun Weinproben Frank Palmer, der sich als »Hobbywinzer« bezeichnet. Seine Kriterien: persönlicher Geschmack und in den Weinen müssen Trauben aus Nesselried enthalten sein. Wofür er sich in diesem Jahr entschieden hat, war an drei Stationen zu testen:
◼ Bei Jürgen und Paula Vogt gab's Rivaner trocken (2018, Oberkircher Winzer), Riesling Kabinett trocken (2018, WG Durbach), Rosé Vinum Nobile trocken (2018, Oberkircher Winzer).
◼ Stephan Männle und Bernd Mäntele kredenzten Cuvée Weiß Wein Gut (2018, Weingut Franckenstein), Weißen Burgunder (2018, Weingut Schwörer Durbach) und Rosé Kabinett Feinherb (2018, Weingut Herztal).
◼ Bei Frank Palmer und Michael Proboscht gab's Cuvée Blanc trocken (2016, Ortenauer Weinkeller), Grauen Burgunder Spätlese trocken (2018, Weinhaus Schwörer Durbach) und Gewürtraminer Spätlese (2017, Oberkircher Winzer).
Wanderführer
Hermann Knopf, Susanne Proboscht, Nadine Dierle, Marc Huber und Karl Sauer waren als Wanderführer im Einsatz.

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