Achern

Letztlich gewinnt die Güte

Autor: 
Michael Karle
Lesezeit 3 Minuten
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03. August 2015

Tom Sawyer und Huckleberry Finn entführten in die sowohl aufregende als auch lustige Welt der Kindheit in den Südstaaten. ©Michael Karle

Die Magie des Kindseins und der Südstaaten feierte familiengerecht und mit viel lebendiger Spannung auf der Naturbühne im Acherner Eiskellerwald ihre Premiere. Das junge Ensemble des Illenautheaters begeisterte am Samstagabend mit einer qicklebendigen Tom-Sawyer-Aufführung.

ben wir noch nicht viel gehört. Wir wollen ihn heute erleben«, war etwa von den sechs bis acht Jahre alten Jungen Benedikt, Magnus und Titus zu hören, als die jungen Schauspielerinnen noch voll Vorfreude und Anspannung in den Startlöchern saßen.
Wie viele andere waren die drei Jungs mit ihren Eltern zur Premiere gekommen, erfuhren gleich zu Beginn von Erzähler und Regisseur Andreas Blassmann, dass Tom Sawyer keine Eltern mehr, wohl aber eine herzensgute Tante Polly hatte, die mit dem cleveren Burschen in vielen Dingen nicht richtig »fertig« wurde. Ob am berühmten Tom Sawyer-Zaun, in den kniffligen Auseinandersetzungen in der Bibelschule, bei den Erlebnissen mit Freundin Becky Thatcher, dem nächtlichem »Spuk« auf dem Friedhof oder Piraten-Abenteuern auf der Missouri-Insel Jacksons Island – die frei nach Mark Twain inszenierte Acherner Produktion vermittelte in vielen liebevoll ausgespielten Details, dass Kinderleben damals wie heute durch aufregende und lustige Erlebnisse gekennzeichnet ist. Letztlich, so die gute und nach wie vor gern gesehene Botschaft am Ende, gewinnen Herzensgüte und die Liebe. Und nicht zuletzt kommt bei aller Spannung der Humor zu seinem Recht.
Pfiffige Becky Thatcher
Neben Regisseur Andreas Blassmann hatten Leonie Schmidt als Tom Sawyer, Ida Tisch als pfiffige Becky Thatcher, Fabien Ehrmann als Huckleberry Finn, Tamara Hagemann als Joe Harper und Klara Kininger als Ben Rogers besonderen Anteil, dass zuschauende Kinder wie Erwachsene in den Bann gezogen ­wurden.
Sofia Friedmann (Sally), Letizia Scalisi (Amy), Salome Detzer und Melina Schmidt (Mary) agierten auf der wundervollen Naturbühne klasse. Und nicht zuletzt brachten sich auch Erwachsene wohltuend harmonisch in die Kindergeschichte ein. Oliver Szell gab einen überzeugend strengen Lehrer Dobbins, Raimund Kramer füllte als Richter Thatcher und Father Sermon gar eine Doppelrolle aus, Brigitte Spengler-Weißgärber brachte als starke Tante Polly strenge, wie zuweilen hilflose Güte ins Spiel. Flora Graf (Jim Washington), Lisa Graf (Indiana Joe) und Marc Kunze (Muff Potter) zogen rund um die Schatzsuche viel Aufmerksamkeit auf sich.
Benedikt, Magnus und Titus, die drei Freunde aus Achern und Oberachern, waren bis zum Schluss der einstündigen Aufführung gespannt und gebannt, applaudierten dann auch begeistert mit, als der imaginäre letzte Vorhang fiel.
»Nie langweilig«
»Ihr habt alles getan, dass es uns hier nie langweilig wurde«, freute sich Susanne Hartig seitens des Theaterteams, lobte das komplette junge Schauspielerteam ebenso wie die Akteure im Hintergrund, zu denen neben den vielfach aktiven Eltern etwa Techniker Pit Ferch, aber auch Anke Licht (Bild), Petra Hoppe (Kostüme) und Sophie Bross (Regieassistenz) gehörten. Letztes, gleichwohl ganz wichtiges Lob muss Andreas Fallert gelten. Per Banjo setzte der Musiker feinfühlige musikalische Verbindungen zwischen den Szenen.

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