Ausstellung in Diersheim

Lieselotte Simon (95) zeigt realistische Malerei im Rathaus

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 2 Minuten
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12. Dezember 2019

Lieselotte Simon mit ihrem Bild von Labrador Max und Ursel Kirchhofer mit Simons neuestem Gemälde, der Diersheimer Kirche. © Ellen Matzat

Auf großes Interesse stieß am Sonntagnachmittag in der Kulturreihe Diersheimer Winter die Vernissage von Lieselotte Simon anlässlich ihres 95. Geburtstags. Im Rathaus stellt sie 35 realistisch gemalte Bilder von Tieren sowie idyllischen Orten und Plätzen in Öl und Aquarell aus.

„Es ist mir heute eine besondere Freude, Sie anlässlich Lieselotte Simons bevorstehenden runden Geburtstages und ihr zu Ehren zur Vernissage begrüßen zu dürfen“, begrüßte Ortsvorsteherin Doris Bleß die zahlreichen Gäste. Malerei beginne dort, wo Worte nicht mehr genügen, zitierte sie. Allerdings benötige der Betrachter bei Simons Bildern keine Vorstellungskraft, um ihr Kunstwerk gedanklich zu vollenden. Ihre Exponate zeigten bekannte, vertraute Objekte in klaren, reellen Farben und Formen. „Die Leidenschaft der Malerei bekam sie in die Wiege gelegt“, verriet Bleß. Von großem Wert sei vor allem auch ihre Befassung mit der Diersheimer Ortshistorie. 

„Ich habe als fünfjähriges Kind mit malen und zeichnen angefangen, weil mein Vater dies auch tat“, erklärte Lieselotte Simon. Sie habe gemalt, was ihr gefiel und die fertigen Werke in eine Mappe gelegt. „Dann war es für mich erledigt“, schmunzelte sie. An Ausstellungen oder Ähnliches habe sie nie gedacht. 

Rein aus Vergnügen

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Ausgestellt sind Landschaften und Tiere von 1929 bis heute, die ihr gefielen beziehungsweise wo sie überall herumkam: England, Schwarzwald, Bodensee und viel rund um Diersheim. Das neueste Bild zeigt die Dorfkirche hinter dem Mühlbach, das sie 2016 malte. „Wenn ich irgendetwas Schönes sehe, male ich das – ohne Sinn und Zweck, nur zu meinem eigenen Vergnügen“, erklärte die Künstlerin. Meistens zeichnete sie die Ansichten, die sie gerne haben wollte, vor Ort vor und malte das Bild zuhause fertig. Vor fünf Jahren wurde anlässlich ihres 90. Geburtstages ihre erste Ausstellung vom „Diersheimer Winter“ organisiert. 

Bei ihrer zweiten Leidenschaft, der Diersheimer Geschichte, beschäftigt sie sich aktuell mit den Ergebnissen der älteren und neueren Ausgrabungen. Ihre dritte Leidenschaft ist ihr Hund Lefka, mit dem sie täglich spazieren geht. Eine selbst geschriebene Hommage an Diersheim und seine Umgebung von Ursel Kirchhofer rundeten die Vernissage ab. Bei einem Umtrunk wurde auf die Künstlerin und Historikerin angestoßen.

◼ Die Ausstellung ist bis 16. Februar montags von 15 bis 18 Uhr, dienstags von 17 bis 19 Uhr, mittwochs von 8 bis 12.30 Uhr und mittwochs von 8 bis 12.30 Uhr geöffnet. 

Zur Person

Liselotte Simon

Lieselotte Simon wuchs in Heidelberg auf und machte 1943 Abitur. Es folgte Reichsarbeitsdienst sowie nach dem Krieg ein Jahr Arbeit beim Roten Kreuz. In Freiburg studierte Liselotte Simon Englisch und Französisch und machte eine Ausbildung zur Lehrerin. 

Mit ihrem Mann zog sie nach Furtwangen, wo sie 25 Jahre unterrichtete und stellvertretende Schulleiterin an einem Gymnasium war. Danach kam sie zurück und unterrichtete an verschiedenen Gymnasien zwischen Freiburg und Offenburg. 
Ihre letzten Jahre im Schuldienst verbrachte sie am Gymnasium in Achern und am Progymnasium in Rheinbischofsheim. Seit 1989 ist sie im „Unruhestand“. em

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