ADHS-Patient schreibt über sich

Matthias Köninger veröffentlicht ein satirisches Tagebuch

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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03. Januar 2018
Matthias »Mad« Köninger hat ADHS und nimmt es mit Galgenhumor. Seine Erfahrungen hat er zu einem satirischen Tagebuch verarbeitet.

Matthias »Mad« Köninger hat ADHS und nimmt es mit Galgenhumor. Seine Erfahrungen hat er zu einem satirischen Tagebuch verarbeitet. ©Michael Gabriel

»Verrückt, aber lieb« nannte eine Freundin den Acherner mit der tollpatschigen Ader. »Der Typ mit der großen Klappe« wird er vom Telegonos-Verlag bezeichnet, der Matthias Köninger zur ersten Veröffentlichung verhalf: ein satirisches Tagebuch voll schwarzem Humor.

»Für Liebhaber von Satire und schwarzem Humor definitiv empfehlenswert.« So urteilt ein Leser auf amazon.de über das Erstlingswerk von Matthias »Mad« Köninger. »Ich bin dann mal was Blödes tun« ist ein »Book on demand«, wird also nach Bedarf gedruckt und verschickt. Es beschäftigt sich mit dem Alltag in einer Klinik für ADHS-Patienten, mit den Widrigkeiten des Alltags, mit der Heilkraft eines Schnitzels und einfach allem, was jeden im Alltag den Kopf schütteln lässt.

Der Autor, Jahrgang 1988, wuchs in Sasbachried auf. »So schnell konnte meine Mutter die Bücher gar nicht beibringen, wie ich sie verschlungen habe«, erinnert er sich. Über den Stoff, der ihn interessierte, könne er heute noch Inhaltsangaben machen. Seinen Lehrern sei er als freundlich und schusselig in Erinnerung geblieben. »Blöde Sachen« seien ihm immer wieder passiert und ab und an sei er in der Notaufnahme gelandet. Nach der Mittleren Reife an der Robert-Schuman-Realschule besuchte er das kaufmännische Berufskolleg und wurde Groß- und Außenhandelskaufmann. 

Ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) bei der Heilsarmee in Freiburg brachte ihn in Kontakt mit Obdachlosen und motivierte ihn, soziale Arbeit zu studieren. Was dabei so alles passierte, könnte Gegenstand weiterer Bücher werden.

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Späte Erkenntnis

Erst im Alter von 24 Jahren realisierte der Wahl-Freiburger, dass er perfekt in das Bild eines Menschen mit ADHS passt. Diese Erkenntnis sei ein Riesenschock gewesen, aber auch die Erklärung für alle seine Probleme. Sein Aufenthalt in einer Klinik für Menschen mit der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) inspirierte ihn zum Tagebuchschreiben und genau daraus wurde sein erstes Buch.Er sehe die Sache jetzt positiv, sagt der Tagebuchschreiber. Er habe nicht zuletzt dadurch Rohmateriel für weitere Bücher. Außerdem arbeite er an einem Satire-Roman mit dem Arbeitstitel »Bello und der Graf«. Er habe Fähigkeiten, die andere nicht hätten. Dazu gehöre es, innerhalb von zehn Minuten aus einer Alltäglichkeit eine Satire zu schreiben.

»Ich mache mich über alles lustig, vor allem über mich selber«, so der Autor. Die ADHS-Kollegen, die mit ihm in der Klinik waren, hätten sich gekrümmt vor Lachen – obwohl es vielen richtig dreckig gegangen sei. Sein Humor sei von der schwarzen Sorte, mitunter derb, aber erfrischend, wie eine seiner ersten Leserinnen ihm schrieb. Sie habe an vielen Stellen herzhaft lachen müssen. 

Info

Am Rande/Hier gibt's das Buch

»Ich bin dann mal was Blödes tun« gibt es bei Büchermehr im Scheck-in-Center Achern, direkt beim Autor (mit Widmung!) und ist bestellbar bei Amazon sowie im Buchhandel unter ISBN-13: 978-3744882132. Es kostet 10,95 Euro. 

Leseproben auch von anderen Projekten gibt es im Internet unter www.madkoeninger.wordpress.com. Über Rückmeldungen freut sich Mad Köninger auch auf Facebook. mg

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