Dank »Blitzer« weniger Raser

Messgerät in Ulm mit abschreckender Wirkung

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 2 Minuten
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16. September 2019

Geblitzt: Zweimal wurde während des Sommers das Oberkircher Radargerät in Ulm aufgestellt. ©Peter Meier

Nachdem sich Anlieger seit Jahren über zu hohe Geschwindigkeiten und Lärmbelästigung in der Ulmer Ortsdurchfahrt beklagten, kam im Sommer zweimal das mobile Messgerät der Stadt Oberkirch zum Einsatz.
 

Ortsvorsteher Roland Boldt berichtete in der Sitzung des Ortschaftsrates am Mittwoch über die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen in der Ortsdurchfahrt. Diese waren allerdings nicht ganz so spektakulär wie erwartet. Die »Trefferquote« lag zwischen vier und knapp sechs Prozent. Die gemessenen Höchstgeschwindigkeiten lagen auch niedriger als sie Anlieger davor empfunden und geschildert hatten.
Das hatte allerdings erkennbare Ursachen. »Wir wollten die Autofahrer zur Verkehrsberuhigung motivieren«, so Boldt. Er verwies, dass die Messungen auch angekündigt waren, so auch durch Hinweisschilder am Ortseingang. Ein Bürger ergänzte später, dass an einzelnen Tagen der Messung zusätzlich vor der Anlage noch das »Smiley« aufgebaut gewesen sei, das den Verkehrsteilnehmern rechtzeitig ihre Geschwindigkeit anzeigte. Er habe während der Messzeiten das Gefühl gehabt, dass deutlich langsamer gefahren worden sei als sonst, betonte Boldt. 
Dennoch habe es auch Überschreitungen der 30 km/h gegeben (siehe Stichwort). Allerdings musste Boldt feststellen, dass sich schon kurze Zeit, nachdem das Messgerät abgebaut war, das Verhalten der Verkehrsteilnehmer wieder deutlich änderte. Es wurde Gas gegeben, schnell gefahren, Motoren heulten auf. Diese Beobachtung wurde auch von Stefan Baudendistel bestätigt. Volker Panther erkundigte sich, zu welchen Tageszeiten sich die Verstöße gehäuft hatten, dazu lagen keine Daten vor.

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Stationäres Gerät

In der Bürgerfragezeit kam das Thema ausgiebig zur Sprache. Verwiesen wurde auf die Sichtbehinderung bei der Einmündung der Ulmhardtstraße als zusätzliche Gefahrenquelle. Zur Forderung, das Messgerät auch an anderen Stellen einzusetzen, erklärte Boldt, dass dies aufgrund fehlender Voraussetzungen wie gerade Strecke und freies Messfeld nur eingeschränkt möglich sei. Auch ein stationäres Blitzgerät kam zur Sprache, weil so dauerhaft langsamere Geschwindigkeiten erreicht werden könnten, ebenso bauliche Veränderungen der Fahrbahn, wie sie sich in Offenburg bewähret hätten. 
Zur geforderten Verlängerung der Tempo-30-Zone bis zum Friedhof, um auch die Sicherheit der Radfahrer zu verbessern, sagte Boldt, dass dies mehrfach von der Verkehrsschau abgelehnt worden sei.

Stichwort

Das Ergebnis der Messungen

Bei den Geschwindigkeitsmessungen vom 17. Juni bis 2. Juli auf Höhe des Rathauses in Richtung Oberkirch wurden 22 749 Fahrzeuge mit 1255 Beanstandungen erfasst. Das sind 5,52 Prozent. Das schnellste Fahrzeug war mit 59 km/h unterwegs. Vom 5. bis 19. August wurden 21 621 Fahrzeuge gemessen. Die 872 Beanstandungen bedeuteten, dass 4,03 Prozent zu schnell waren. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 62 km/h. Im Regelfall bedeutetet das ein Bußgeld und einen Monat Fahrverbot.

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