Benefizkonzert in Obersasbach

Mit klassischer Musik gegen Not und Krieg in der Welt

Autor: 
Albrecht Zimmermann
Lesezeit 3 Minuten
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14. September 2021
Ein beeindruckendes Benefizkonzert gaben Musiker um Taktgeber Rupert Pieper am Samstag in der Obersasbacher Erlenbadkirche.

Ein beeindruckendes Benefizkonzert gaben Musiker um Taktgeber Rupert Pieper am Samstag in der Obersasbacher Erlenbadkirche. ©Daniela Busam

Mit Werken von Beethoven und Berwald begeisterten am Samstag Musiker in der Obersasbacher Klosterkirche. Mit der Schönheit ihrer Klänge setzten sie sich gegen Not und Krieg in der Welt ein.

Zwischen Juden und Palästinensern bestehen nur sehr wenige nachhaltige gemeinsame Projekte. Das vom Stardirigenten Daniel Barenboim 1999 gegründete Orchester „West-östlicher Divan“ ist eines davon. Seit doppelt so langer Zeit gibt es eine interkulturelle, gleichberechtigte Einrichtung: Sie heißt Neve Shalom/Wahat al Salam und arbeitet als „Oase des Friedens“ zwischen Tel Aviv und Jerusalem – trotz blutiger Kriege bis in jüngste Zeit. Nicht weniger heilend-wirksam arbeitet das Indienprojekt der Franziskanerinnen im Kloster Erlenbad: Zielgruppe sind Kinder und Frauen, deren Sozialchancen von grausamer Benachteiligung gebrandmarkt sind.

Doch nicht im Freien

Seit Jahren engagiert sich das Ehepaar Pieper (Lauf) mit Benefizkonzerten für diese beiden Projekte; mit Spendern aus aller Welt sorgen die Piepers und ihr musikalisches Netzwerk für den Fortbestand dieser Einrichtungen. Es waren am Samstag zwei als „Septette“ bezeichnete Werke, die man eher als Serenaden, also im Freien gespielt, anhören sollte. Ein wenig schade war, dass die Aufführung wegen allzu unbeständiger Witterung vom Innenhof des Klosters in den akustisch ungünstigeren, weil zu halligen Kirchenraum verlegt werden musste. Gleichwohl glänzte hier umso mehr vor allem der brillant und dynamisch aufspielende Primgeiger und Taktgeber Rupert Pieper.

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Als mit ihm führendes Melodie-Instrument kommunizierte die Klarinette von Walburga Wilms-Grabe, die den aus tiefer Lage aufstrebenden Klängen der Cellistin Ursula Pieper und der Viola von Lukas Wurzer Raum zur Entfaltung ließ. Hörbar auf Zurückhaltung und reine Intonation bedacht war das kräftige Waldhorn von Julia Baumann. In der Mittellage glänzte mit ihrem Fagott Marga Muselewski. Und häufig, wie ein sanft tönendes Schlagzeug, bereicherten die Pizzicati aus dem Kontrabass von Florian Vygen das rhythmische Grundgerüst der Septette.

Das viel bekanntere von Beethoven (opus 20, von 1799) und das vielleicht eine Generation später enstandene Werk des Schweden Franz Berwald könnten auch als Studienobjekte dienen. Wie viele nordische Komponisten erwarb und erweiterte Berwald seine Kompetenz im Musikzentrum Leipzig, wobei ihm als Muster Beethoven diente. Der hatte noch vor seiner Taubheit in der Musikhauptstadt Wien die wertvollsten Anregungen von Joseph Haydn erfahren. Besonders hörbar wurde das in den schnellen Ecksätzen: Da waren die Strukturen des Sonatenhauptsatzes mit Exposition der herrlichen Themen und deren ideenreicher Verarbeitung gut erkennbar.

Der Funke sprang über

Dagegen das Adagio cantabile von Beethoven: In klaren Kantilenen fließen, von der Klarinette angestimmt, die Neunachtel-Takte dahin, werden an Violine und Fagott weitergereicht und offenbaren den fast schwärmerischen Ausdruck vollendeter Schönheit. Das Scherzo versetzt mit keckem Hornruf in eine muntere Jagdgesellschaft durch Wald und Feld. Bewundernswert war die Kunst des Ensembles, die verschiedenen Atmosphären präzise zu erfassen. Die Spielfreude sprang am Ende des Presto-Finales aufs zahlreiche Publikum über, das herzlichen Beifall spendete.

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