Firmenjubiläum

Modellbaubetrieb Bahr feiert das 100-jährige Bestehen

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 4 Minuten
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23. September 2020

Viele Glückwünsche konnte die Firma Bahr entgegennehmen: (v. l.) Ortsvorsteher Joachim Haas, Tatjana, David, Harald und Birgit Bahr, Wirtschaftsförderin Nadine Klasen und Bürgermeister Christoph Lipps. ©Peter Meier

Die Firma Bahr in Oberkirch-Nußbach blickt auf 100 Jahre erfolgreiche Firmengeschichte zurück. Bei der Feier am Samstag zeigt sich die Unternehmerfamilie mit Herz und Leidenschaft.

Mit Stolz und Freude feierte die Firma Bahr am Samstag ihr 100-jähriges Bestehen als mittelständischer Familienbetrieb. Stets den Blick auf die Innovations- und Zukunftsfähigkeit konnte das Portfolio des ursprünglichen Modellbaubetriebs in vier Generationen ständig weiterentwickelt und verändert werden, heute ist die Bahr GmbH & Co. KG ein kompetenter Partner in Modellbau, Lehrenbau, Formenbau, 3D-Druck und Prototypenbau und weit über die Grenzen Süddeutschlands hinaus bekannt und im Markt etabliert. 

Rund 100 Gäste hatten sich auf dem Betriebsgelände In der Au eingefunden, wo unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsbedingungen der Corona-Pandemie die würdige Feier gestaltet wurde. „Man wird schließlich nur einmal hundert Jahre alt“, betonte Tatjana Bahr bei der Begrüßung, in dieser Zeit habe die Firma Höhen und Tiefen erlebt, aber stets seien Innovation und Zukunftsfähigkeit sowie Teamarbeit und Zusammenhalt aller Beschäftigten Grundlage der letztlich so erfolgreichen Entwicklung gewesen.

Streben zum Großen

„Vordenken, vorausschauen und die Nachfolge regeln“ waren stets die Devise der Firma, auf deren Geschichte ihr Vater Harald Bahr anschließend in einer kleinen Zeitreise einging und aufzeigte, wie die Firma mit Zukunftsfähigkeit, Qualität, Liefertreue und Kundennähe weitere Standbeine schuf. Sein Sohn David, zusammen mit Harald Bahr Geschäftsführer der Firma, stellte ein Zitat des Unternehmers Friedrich Alfred Krupp in den Mittelpunkt seiner Ansprache: „Anfangen im Kleinen, Ausharren in Schwierigkeiten, Streben zum Großen.“ 

Dies gelte auch für die Firma Bahr, die kurz nach dem 1. Weltkrieg gegründet alle Wirtschaftskrisen und Widrigkeiten überstand und sich heute auf den Prüfbereich, auf Automatisierung und Qualitätskontrolle spezialisiert hat. Sein Dank galt allen, die den Betrieb bisher begleitet haben und sicher auch künftig mit ihr zusammenarbeiten, eine vertrauensvolle Partnerschaft sei stets eine entscheidende Grundlage.
Nach dem beeindruckenden neuen Imagefilm hatten die Gratulanten das Wort. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Christoph Lipps. Harald Bahr mit seiner Frau Birgit sowie Sohn David und Tochter Tatjana bezeichnete er als Unternehmerfamilie mit Herz und Leidenschaft, die zusammen mit allen Beschäftigten als Team auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurückblicken kann. Mit Mut und Kreativität sowie der Fähigkeit, neue Herausforderungen zu meistern, sei die Entwicklung vom kleinen Modellbaubetrieb zum anerkannten mittelständischen Unternehmen gelungen. 

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Dass auch der Generationswechsel reibungslos gelang, sei alles andere als selbstverständlich. Gemeinsam mit Ortsvorsteher Joachim Haas und der Wirtschaftsförderin Nadine Klasen überreichte er der Familie Bahr ein Jubiläumsgeschenk der Stadt. Für eine Hundertjährige sehe die Firma Bahr erstaunlich frisch aus, ergänzte Haas, sie sei fachlich kompetent, technisch bestens ausgestattet und auch personell sehr gut aufgestellt. 

Schon als er die Firmenleitung vor sieben Jahren in Nußbach begrüßte, sei er beeindruckt gewesen von der spürbaren Leidenschaft der Familie Bahr für ihre Produkte und ihre Firmenphilosophie, die auch ins tägliche Handeln umgesetzt wurde. Als Geschenk der Ortschaft hatte er eine Tuschezeichnung der Kirche als Nußbacher Wahrzeichen mitgebracht.

Innovationskraft gelobt

Für die Modellbauer-Innung hob Helmut Satzke die optimale Verbindung aus Tradition und Innovationskraft der Firma hervor und würdigte außerdem das Engagement von Harald Bahr für die Modellbauer-Innung Baden-Württemberg, in der er mit großem persönlichem und fachlichem Engagement im Berufsausbildungs- und Prüfungsausschuss tätig ist. Den Glückwünschen schloss sich Andreas Drotleff für die Kreishandwerkerschaft an. Er machte deutlich, wie wichtig ein richtiger Einfall und Entschluss sowie das Durchhaltevermögen im Handwerk sind. 
Gemeinsam mit Satzke überreichte er eine Urkunde zum Jubiläum. Für den Bundesverband Modell- und Formenbau zählte Johannes Zech die Firma Bahr zu den „Hidden Champions“, den mittelständischen Unternehmen, die in Nischensegmenten Marktführer geworden sind. 

Er würdigte die konstruktive Mitarbeit von Harald Bahr im Bundesverband, wo er sich entscheidend bei der Aktualisierung des Berufsbildes einbrachte und stets seinen Blick über den Tellerrand hinaus unter Beweis stellte. In kleinen Gruppen hatten Teilnehmer der Feier abschließend Gelegenheit, sich selbst einen Eindruck von Arbeitsfeldern und Produkten der Firma Bahr zu machen.
 

Stichwort

Firmengeschichte

Harald Bahr bot den Gästen der Jubiläumsfeier „100 Jahre Firma Bahr“ eine interessante Zeitreise durch die Firmengeschichte. Demnach legte der Jungunternehmer Gustav Strasser im Jahre 1920 den Grundstein für den Modellbaubetrieb in Oberkirch. In einer Mühle am Mühlbach produzierte er in erster Linie Gießereimodelle aus Holz. Im Jahr 1958 übernahm Gerhard Bahr die Firma, am neuen Standort in der Stadtmattstraße kam neben dem Modellbau der Formenbau für die Kunststoffindustrie als zweites Standbein der Firma hinzu. Kunden waren einheimische Firmen wie Ruch und Etol. 

In den 90er Jahren brachte Harald Bahr den Lehrenbau als weiteres Standbein in die Firma ein, Kunden waren zunächst ebenfalls einheimische Firmen wie PWO und Weiss. In der Weiterentwicklung durch den Bereich Messtechnik hat die Firma Bahr inzwischen bundesweit einen sehr guten Ruf. Gefertigt werden heute Prüflehren für Kunststoffteile von kleinen Bauteilen bis hin zu Prüflehren für Heck- und Frontspoiler, aber auch Abstecklehren für Blechumformteile. Kunden hierfür gibt es inzwischen auch in Mexiko und China, Südafrika und den USA. 

Im Jahr 2013 erfolgte die Umsiedlung in die Au in Nußbach, wo neben einer Produktionsfläche von 1000 Quadratmetern auch die erforderliche Fläche für Büro und Verwaltung zur Verfügung steht. In der Kooperation mit der Firma Inline 3D kam von der automatisierten Qualitätskontrolle bis zum 3D-Druck ab 2018 ein weiterer Arbeitsbereich hinzu. 

„Wir haben immer versucht, mit gebündeltem Know-how neue Standbeine zu finden und so die Firma stets innovativ und zukunftsfähig zu halten“, fasste Harald Bahr zusammen und ergänzte seine Präsentation mit Fotos aus der hundertjährigen Firmengeschichte.

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