Kappelrodeck-Waldulm

„Muschel ist Gruß an die Pilger“

Autor: 
Peter Meier
Lesezeit 3 Minuten
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09. November 2019

Freuen sich über die neuen Wegweiser des Jakobswegs (von links): Oberkirchs OB Matthias Braun, Gunia Wassmer, Sasbachwaldens Bürgermeisterin Sonja Schuchter, Carina Klumpp, Kappelrodecks Bürgermeister Stefan Hattenbach und Saskia Bleich. ©Peter Meier

Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun, Kappelrodecks Bürgermeister Stefan Hattenbach und Sasbachwaldens Bürgermeisterin Sonja Schuchter haben den Jakobsweg mit neuen Markierungen gekennzeichnet. Das Projekt soll die interkommunale Zusammenarbeit fördern.

Einer der Pilgerwege, die durch ganz Europa zum Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela im spanischen Galizien führen, ist der badische Jakobsweg mit seinem Mittelstück von Ettlingen bis Schutterwald. Von Baden-Baden kommend geht der Pilgerweg über die Gemarkungen Sasbachwalden, Kappelrodeck und Oberkirch. Kappelrodecks Bürgermeister Stefan Hattenbach hatte die Idee, diesen Weg im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit neuen Markierungen zu kennzeichnen. Oberkirchs Oberbürgermeister Matthias Braun und Sasbachwaldens Bürgermeisterin Sonja Schuchter begrüßten den Vorschlag. Gestern trafen sich die Rathauschefs und die Leiterinnen der Tourismusbüros der drei Gemeinden am Gedenkstein Käsreut im Rebgebiet von Waldulm, um das gelungene Projekt zu würdigen.

Muschel als Symbol

In einer kurzen Ansprache wies Hattenbach darauf hin, dass die Muschel seit dem Mittelalter zum bekannten Zeichen des Jakobswegs und der Jakobspilger wurde. Die große Kamm-Muschel, die die Grundlage dieses Symbols bildete, kam nur in Galizien vor. Zum Begriff des Pilgers führte der Bürgermeister aus, dass damit ursprünglich „Fremdling“ gemeint war. „Für uns ist die Muschel nicht nur ein Zeichen für die Pilger, sondern ein Gruß an sie“, betonte Hattenbach. Sie seien keine Fremdlinge, sondern in der Region willkommen. 

Die Muschel wurde deshalb nicht nur als weitere Markierung an den Wanderwegen, sondern auch als großes Symbol auf dem Asphalt des Wirtschaftswegs aufgebracht. Die schöne Raststätte beim Gedenkstein Käsreut  biete inmitten einer paradiesischen Landschaft den Blick auf das Straßburger Münster mit seiner über tausendjährigen Geschichte und auf die Hornisgrinde, den höchsten Berg des Nordschwarzwaldes. Mit dem Kutzenstein liege ein alter Kraftort aus keltischer Zeit in der Nähe. Das sei ein idealer Platz für Menschen, die sich geistig, körperlich und mental „aufzutanken“ möchten. 

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Gemeinsames Projekt

Die gemeinsame Wegweisung sei ein kleines, aber beispielhaftes Projekt interkommunaler Zusammenarbeit, das zeigt, wie wichtig es ist, gemeinde- und tälerübergreifend von den Menschen her zu denken – seien es die Bürger, Urlauber oder auch die Pilger. Hattenbach schloss mit dem Hinweis ab, dass es von hier bis Santiago de Compostela noch 1877 Kilometer oder 370 Stunden Wanderung seien.

OB Matthias Braun erinnerte daran, dass dieser Weg  die Täler als Teil des Ortenauer Weinpfads verbindet. „Nicht nur der Pilger weiß jetzt, dass das der richtige Weg ist“, betonte er. Auch Sonja Schuchter verwies auf die Besonderheit dieses Weges, der ein weiteres interessantes Highlight darstellt. Er entspreche von seiner emotionalen Seite her dem heutigen Zeitgefühl, wo die Menschen sich „geerdet“ fühlen möchten, der Natur bewusster zugewandt. 

Saskia Bleich, Leiterin der Tourist-Info Kappelrodeck, erwähnte, dass der Jakobsweg zwar sehr bekannt sei, aber meist mit Spanien und Frankreich in Verbindung gebracht werde. Dabei gebe es auch Teilstücke in der Region, die es zu erkunden lohnt.

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