Appenweier

Nachhaltig in Zukunft investieren

Autor: 
Kerstin Handsteiner
Lesezeit 5 Minuten
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08. Januar 2017

(Bild 1/3) Beim Anschnitt der Neujahrsbrezel (von links): Klaus Sauer, Willi Stächele, Elvira Drobinski-Weiß, Manuel Tabor, Sophie Dumagnou und Wendelin Huschle. ©Wolfgang Löhnig

Traditionell am zweiten Sonntag eines neuen Jahres lädt die Gemeinde Appenweier zum Empfang. Und so begrüßte Bürgermeister Manuel Tabor auch am heutigen Sonntag wieder zahlreichte Gäste im Foyer der Schwarzwaldhalle.

Bei knapp 500 Einladungen zum Neujahrsempfang bat Bürgermeister Manuel Tabor gestern Vormittag im Foyer der Schwarzwaldhalle um Nachsicht, nicht alle persönlich begrüßen zu können. Einige der Vertreter aus Politik, Wirtschaft und gesellschaftlichem Leben erwähnte er dennoch namentlich, wie die beiden Ehrenbürger Kal Maier und Günther Kaufmann.

Zu Beginn seiner Bilanz über das Jahr 2016 sagte Tabor: »Wenn man sich lediglich an den Zahlen orientiert, steht die Wirtschaft jedenfalls gut da.« Und dies trotz eines weltpolitisch bewegten Jahres. Baden-Württemberg gehöre zweifellos zu den erfolgreichsten Regionen in Europa. Nachdenklich stimmen, so Tabor, sollte dennoch, dass das landesrechtlich vorgegebene Ziel der Haushaltskonsolidierung derzeit kaum einzuhalten sei. 

»Politik beginnt beim Erkennen der Wirklichkeit und niemand kann dauerhaft über seine Verhältnisse leben«, sagte Tabor mit Blick auf die öffentliche Verschuldung, die in Baden-Württemberg stärker zugenommen habe als im Bundesdurchschnitt, und den damit verbundenen »Griff in die Gemeindekassen«. Deshalb gelte es auch für Appenweier, am Vorsichtsprinzip festzuhalten. »Für uns muss es heißen, nachhaltig in die Zukunft zu investieren«, so Tabor, der anhand von Bildern einen Überblick über Ereignisse des vergangenen Jahres gab.  
Sein Streifzug reichte von Forst (Baumerkrankungen), Bauhof (neue Fahrzeuge) und Feuerwehr (neues Kommando) über Kindergärten (Zertifikate und Umbauarbeiten), VHS (neue Leitung), »Blue Flame« (Aktionstag) und Ferienprogramm (1510 Kinder bei 59 Veranstaltungen) bis zu Baumaßnahmen (Sander Straße, Pendler-Parkplatz, Runzweg oder Spielplatz Almstraße). 

Gewerbestandort

Neben verschiedener Personalien und Feste (darunter die 40-jährige Partnerschaftsfeier mit Montlouis) blickte Tabor unter anderem auch auf den Gewerbestandort: neue Betriebsstätte der Gärtnerei Vollmer, Spatenstich bei Leitwerk (Business-Center), Erweiterung bei Schuh-Trautmann, Eröffnung Netto-Markt sowie das neue Gewerbegebiet »Langmatt«. 

Die Bundestagsabgeordnete Elvira Drobinski-Weiß ging in ihren Grußworten auf die aktuelle Zeit des Umbruchs und die damit verbundenen Herausforderungen ein, fand viel Lob für die Appenweierer und sagte am Schluss: »Diese Gemeinde lebt.« Politisch sei alles gesagt, fügte der Landtagsabgeordnete Willi Stächele an und drückte seine Verbundenheit zu Appenweier, Urloffen und Nesselried aus. Zudem rief er zu einer positiveren Betrachtungsweise auf und meinte, man möge bei einem Glas Wein nicht stets auf das Schlechte blicken und nörgeln, sondern sich auch mal die Dinge vor Augen führen, die supergut laufen. »Dann«, so Stächele, »schmeckt der Spätburgunder doppelt so gut«.

»Gesundheit, Freude und Glück« wünschte Sophie Dumagnou aus der französischen Partnerstadt Montlouis. Für die Vereine trat in diesem Jahr der Urloffener Sascha Nico Hartmann ans Mikrofon. Er verwies auf den Stellenwert der Vereine für die Freizeitbeschäftigung, äußerte sich stolz über die Jugendarbeit und sprach eine Einladung aus, auch künftige Veranstaltungen zu besuchen.

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Segenswünsche

Eine Delegation der Sternsinger überbrachte schließlich Segenswünsche, bevor der Bürgermeister mit den Ortsvorstehern Wendelin Huschle (Urloffen) und Klaus Sauer (Nesselried) sowie Elvira Drobinski Weiß, Willi Stächele und  Sophie Dumagnou die obligatorische Neujahrsbrezel anschnitt. Für den musikalischen Rahmen hatte während des Neujahrsempfangs eine Abordnung der Musikvereine aus Appenweier, Urloffen und Nesselried gesorgt.

Demografische Entwicklung

Einwohnerzahl der Gesamtgeimende am 1.1.2016: 10 104; am 1.1.2017: 10 224. Im Saldo ein Plus von 120 Personen. Zudem sind noch einige Hundert Einwohner mit Nebenwohnsitz in der Gesamtgemeinde registriert. Einwohner je Ortsteil: Appenweier 4432 (+91), Urloffen 4327 (+15), Nesselried 1465 (+14). Bei den Geburten gab es 2016 eine klare Steigerung auf 94 (im Vorjahr noch 76), davon 39 in Appenweier, 37 in Urloffen und 22 in Nesselried. Sterbefälle waren in Appenweier 28, Urloffen 46 (davon 11 im Plegeheim) sowie Nesselried 11 zu verzeichnen.
2016 wurden 61 Ehen geschlossen, davon 33 im Rathaus Appenweier, 21 in Urloffen, 7 in Nesselried.

Die Finanzentwicklung

»Mit dem weiteren Abbau des Schuldenstandes sind wir auf dem richtigen Weg«, sagte Bürgermeister Manuel Tabor zu den Finanzen der Gemeinde Appenweier. Nach dem aktuellen Rechnungergebnis liege die Pro-Kopf-Verschuldung bei 47 Euro. Auch für 2017 seien Tilgungen vorgesehen. »Der Durchschnitt der Verschuldung aller Städte und Gemeinden im Ortenaukreis liegt hingegen bei 779 Euro je Einwohner und ist damit 16-mal so hoch«, rechnete er beim Neujahrsempfang vor.

»Die Entwicklung der Schulden und Rücklagen zeigt deutlich, dass die Gemeinde heute schon schuldenfrei ist, da der Stand der Rücklagen die Verbindlichkeiten bei weitem übersteigt«, so Taor. Man müsse weiterhin Wünschenswertes und Machbares unterscheiden. Denn die Rücklagen würden für die kommenden, großen Aufgaben benötigt. »Besonders schön ist, dass wir dabei aber auch 2017 auf keine freiwillige Maßnahme verzichten müssen«, freute sich Tabor. Als bemerkenswert bezeichnete er, was im Bereich Kindergarten/Kinderbetreuung/Hort geleistet werde. Ein wichtiger Baustein sei weiter die Sanierung der Infrastruktur. 

»Die Ausgaben steigen aber insgesamt dynamischer als die Einnahmen. Dies gilt insbesondere für den Bereich der Kindergärten und Schulen«, sagte Tabor, verwies auf Weisungs- und Pflichtaufgaben von Land, Bund und EU sowie auf Steuererhöhungen in Nachbargemeinden und befand schließlich: »Ziel muss es daher bleiben, sich auf das Wesenltiche konzentrieren.«

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