Kinderbetreuung Bad Peterstal-Griesbach

Naturgruppe am Sportplatz soll 2022 eröffnet werden

Autor: 
Redaktion
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31. März 2021
Wie in Haslach-Tiergarten (Foto) und Oppenau soll in Bad Peterstal ab dem kommenden Jahr eine Naturgruppe eingerichtet werden.

Wie in Haslach-Tiergarten (Foto) und Oppenau soll in Bad Peterstal ab dem kommenden Jahr eine Naturgruppe eingerichtet werden. ©Sascha Bäuerle

Bad Peterstal-Griesbach will ab 2022 eine neue Kindergartengruppe für über Dreijährige einrichten. Rückmeldungen der Eltern haben die Nachfrage für dieses pädagogische Angebot bestätigt.

In Bad Peterstal soll eine Naturgruppe mit 20 Plätzen für Kindergartenkinder über drei Jahren eingerichtet werden. Als möglicher Standort wird das Gewann Kaisereich oberhalb des Sportplatzes favorisiert. Grundlage für die Entscheidung des Gemeinderates war eine Elternbefragung durch die Verrechnungsstelle Achern. Kindergarten-Geschäftsführerin Julika Ott erläuterte, 33 Familien könnten sich vorstellen, ihre Kinder dort betreuen zu lassen. 36 Familien aktuell nicht. Die Naturgruppe soll 2022 eingerichtet werden. Über die Ausstattung – möglich wäre ein Bauwagen – soll nach Auskunft von Bürgermeister Meinrad Baumann im Rahmen der Haushaltsberatungen entschieden werden. Ein dreiviertel Jahr als Vorlauf ist nach Auskunft der Kindergarten-Geschäftsführerin empfehlenswert. Rund 100 000 Euro seien für einen Bauwagen zu veranschlagen, inklusive Möblierung und Genehmigung, ergänzte Hauptamtsleiter Matthias Börsig. Bürgermeister Meinrad Baumann sah in der Naturgruppe eine zeitgemäße Erweiterung des Angebots.

Zur Bedarfsabfrage stellte Ott fest, dass die aktuellen Öffnungszeiten von den Eltern als passend empfunden werden. Es habe sich herausgestellt, dass die Nachmittagsbetreuung im Kindergarten St. Bernhard in Bad Peterstal weniger genutzt werde als im Kindergarten St. Antonius in Bad Griesbach. Da es sich um zwei getrennte Kindergärten handele, könnten weder Kinder noch Personal zwischen den Einrichtungen wechseln. Möglich würde dies erst, wenn beide Kindergärten unter einer Leitung zusammengefasst würden. Dazu holt die Kindergarten-Geschäftsführerin noch Informationen aus Offenburg ein, wo dies erstmalig in der Region umgesetzt worden sei. Sie ging auch auf die aktuelle Belegung der Kindergärten ein: „In St. Bernhard sind beide Gruppen voll. Bis zu zehn Dreijährige bleiben länger in der Krippe, weil in den anderen Gruppen kein Platz für sie ist.“ Das führe zu dem Problem, dass Kinder zwischen einem und drei Jahren nicht so gut nachrücken könnten und durch die größeren Kinder in der Krippe eine andere Dynamik entstehe. In St. Antonius in Bad Griesbach gebe es ebenfalls keinen Spielraum mehr. „Aktuell sind wir am Limit, bekommen aber im Kindergartenjahr 2021/22 nach jetzigem Stand alle Kinder unter.“

Sie empfahl der Gemeinde, sich Maßnahmen zu überlegen, um auf steigende Kinderzahlen vorbereitet zu sein. „Aktuelle Tendenz ist, dass die Geburtenrate und die Nachfrage nach Krippenplätzen steigt“, stellte Ott fest. Zeitnah sollten Plätze geschaffen werden, damit die Dreijährigen nicht zu lange in der Krippe bleiben.

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Neben der Naturgruppe steht auch die Umgestaltung und Erweiterung des Bad Peterstaler Kindergartens auf der Agenda, nachdem der Kindergarten in Bad Griesbach bereits umgebaut wurde.

Roman Müller (CDU) befürwortete die Einrichtung der Naturgruppe, weil diese auch schnell realisierbar sei. Man solle aber beim Umbau von St. Bernhard am Ball bleiben. Dort, stellte Andreas Kimmig (SPD) fest, habe sich die Situation durch den möglichen Erwerb des Schwesternhauses von der Kirche verändert. Er mahnte an, die Planung in St. Bernhard voranzutreiben: „Wir müssen da vorankommen.“ Derzeit trete man auf der Stelle. Die Möglichkeit, beide Kindergärten unter einer Leitung zu führen, befürwortete die SPD. Auch die Naturgruppe sei ein prima Ansatz.

Nach Ansicht von Inge Bayer (FWV) gewinnt die Gemeinde durch die Einrichtung einer Naturgruppe Zeit für die weitere Planung in Bad Peterstal. Ebenso für die Zusammenlegung, die nach Auskunft Otts umgesetzt werden könne, wenn 2022 eine Leiterin in den Ruhestand geht. Franz Doll (BV) hielt eine Naturgruppe für wichtig, weil die Kinder dort mit der Natur in Verbindung kommen. „Mit den digitalen Medien werden sie noch früh genug verbunden.“ Bezüglich der Raumplanung in St. Bernhard müsse man zunächst die Gespräche mit der Kirchengemeinde abwarten. Ob dann die alte Planung noch umgesetzt wird oder geändert werden muss, werde sich herausstellen.

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