Appenweiers Gemeindewald im Fokus

Naturverjüngung ist ein Dauerthema

Autor: 
Wolfgang Löhnig
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. September 2019

Appenweiers Gemeinderäte sowie Vertreter der Jägerschaft wurden im Rahmen einer Waldbegehung mit dem Thema »Naturverjüngung« konfrontiert. ©Wolfgang Löhnig

In Appenweier werden die Weichen für die nächste Waldgeneration gestellt. Das bekamen die Mitglieder des Gemeinderates bei einer Waldbegehung am Dienstag in der Praxis präsentiert. Die Förster wünschen sich mehr Naturverjüngung, auch weil die daraus entstehende Waldzusammensetzung auch den (Wild-)Tieren einen attraktiven Lebensraum bietet.

Bei einem Vor-Ort-Termin im Bereich des »Korker Waldes« nördlich von Urloffen konnten sich der Gemeinderat und die Jägerschaft ein Bild vom Zustand des Appenweierer Gemeindewaldes machen. Dazu begrüßte Bürgermeister Manuel Tabor auch die in der Region zuständigen Jäger. Begleitet wurde die Exkursion durch Revierleiter Hubert Huber sowie Alexander Wenz und Simeon Springmann vom Amt für Waldwirtschaft.
Im Fokus stand das Thema »Waldverjüngung«, denn auf großen Teilen des Gemeindewaldes gilt es in Folge von Eschentriebsterben und Pilzschäden an der Erle die Weichen für die nächste Waldgeneration zu stellen.
Zunächst wurde an einem Waldbild im Gemeindewald Appenweier die aktuelle Situation der Naturverjüngung dargestellt. Dabei wurde deutlich, dass aus dem eigentlich vielfältigen Angebot der Natur es momentan nur der Ahorn und Sträucher wie die Haselnuss schaffen, aus der verbissempfindlichen Höhe des Rehwildes hinauszuwachsen.  Ausgerechnet der Ahorn kommt jedoch mit den Standortsverhältnissen im Auewald als dortiger »Flachwurzler« nicht gut zurecht und ist anfällig für Trockenschäden und Sturmwurf. 
Andere keimende Sämlinge aus Eichen, Hainbuchen, Linden und Ulmen, die für einen vielfältigen, ökologisch hochwertigen und risikoarmen Mischwald dringend gebraucht werden, schaffen es aufgrund des starken Verbissdrucks bislang nicht.

Nur die zweite Wahl

- Anzeige -

Als Ersatz für die fehlende Naturverjüngung werden deshalb derzeit große Flächen im Gemeindewald Appenweier bepflanzt, um den »Generationenvertrag Wald« zu erfüllen. Am Beispiel einer Eichenkultur wurde das Vorgehen diskutiert. Dabei wurde klar, dass Pflanzungen im Vergleich zur Naturverjüngung stets nur die zweite Wahl darstellen.   
Dass es tatsächlich auch gelingen kann erfolgreich mit Naturverjüngung die nächste Waldgeneration aufzubauen, wurde beim letzten Waldbild im direkt benachbarten Kehler Stadtwald vor Augen geführt. Hier wachsen auf großer Fläche bunt gemischte Natur-Verjüngungsgruppen heran, aus denen ein naturnaher Eichenmischwald mit stabiler Pfahlwurzel entwickelt werden kann.
Im Hinblick auf die Situation der Naturverjüngung besteht im Gemeindewald Appenweier Verbesserungspotenzial. Dass mehr möglich ist, wurde am Beispiel des angrenzenden Kehler Stadtwaldes deutlich. Eine Verbesserung herbeizuführen gelinge nur, so die Forsbediensteten, wenn alle Beteiligte an einem Strang ziehen. »Zünglein an der Waage« ist dabei die Jägerschaft. Ziele müssen jedoch vom Waldbesitzer vorgegeben werden. 

Langfristiges Thema

Die Gemeinde hat in den Zielvereinbarungs-Gesprächen mit den Jagdpächtern die Abschusszahlen bereits erhöht. Entscheidend im Wald sind jedoch nicht Zahlen auf  dem Papier, so wurde deutlich gemacht, sondern der Zustand der Naturverjüngung. Es gilt daher weiter im Gespräch zu bleiben. Man war sich einig: Das Thema wird alle weiter beschäftigen.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Achern / Oberkirch

vor 1 Stunde
Haushalt 2020
Der Appenweierer Haushalt für 2020 ist unter Dach und Fach, der Gemeinderat beschloss ihn am Montagabend formell als Satzung. Große Investitionsvorhaben lassen die Rücklagen in kurzer Zeit dahinschmelzen, doch es gibt kurzfristig auch eine erfreuliche Entwicklung.
vor 2 Stunden
Zwei neue Kitas
In den kommenden beiden Jahren packt die Stadt Achern große Projekte an. Es wird mit dem Bau von gleich zwei neuen Kitas begonnen. Der soziale Wohnungsbau wird mit 2,9 Millionen Euro vorangetrieben. Und eingeläutet wird auch der letzte Akt in der Modernisierung der Illenau. Dort wird ein Kultursaal...
vor 4 Stunden
Immobilie steht seit Herbst leer
Seit Oktober stehen die vom Zoll genutzten Büros im Oberkircher Zollamt leer. Nach wie vor ist offen, was die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben mit dem Gebäude plant – auch weil die Stadt Oberkirch und der Bonner Immobilienverwalter offenbar noch nicht zueinander gefunden haben.
vor 7 Stunden
Nach Kontroverse um Beiträge
Einige Ratsmitglieder hatten im Dezember Zweifel geäußert, ob die Mitgliedschaft in der Wirtschaftsregion Ortenau Sinn für Appenweier macht, oder ob man lieber aussteigt. Nun hat WRO-Chef Dominik Fehringer in einer Sitzung für den Verband geworben – doch es sind nicht alle Vorbehalte aus der Welt.
vor 8 Stunden
Umbau abgeschlossen
Die ersten Kinder erblickten in der neuen Geburtsklinik in Achern das Licht der Welt. Auch Kinder von Eltern aus dem Oberkircher Raum werden dort künftig geboren. Es ist ein Neubeginn mit vielen Emotionen.
vor 10 Stunden
Listen im Raum Achern längst nicht voll
In diesen Tagen bekommen rund 52.000 Katholiken im Dekanat Acher-Renchtal ihre Wahlbenachrichtigung. Sie sollen neue Pfarrgemeinderäte wählen. Doch es fehlt an Kandidaten.
vor 13 Stunden
Erste Entwürfe gibt es
Das Ganze ist noch Zukunftsmusik – und wer weiß, wann die Stadt Oberkirch finanziell dazu in der Lage sein wird. Aber die Gedankenspiele gibt es seit Jahren: der Neubau der Erwin-Braun-Halle an anderer Stelle. Jetzt gibt es ein Konzeptbild.  
vor 16 Stunden
Zeichen gegen Polarisierung gesetzt
Das Verdienstabzeichen des Städtetags hat OB Matthias Braun am Sonntag beim Neujahrsempfang zehn langjährigen Kommunalpolitikern überreicht. Und er hat ihr Beitrag zur Demokratie  gewürdigt, der momentan so wichtig ist wie selten.
vor 16 Stunden
Gamshurst
Die Gamshurster Anglergemeinschaft hielt am Freitag im Gasthaus Pflug ihre Hauptversammlung ab. Das  Müllproblem um den Baggersee hat sich zwar reduziert, von Entwarnung kann aber keine Rede sein. Auch das Südufer des Sees bereitet dem Verein Sorgen.
vor 18 Stunden
Jahresabschlussfeier der Fußballabteilung
Bei der Jahresabschlussfeier der Fußballabteilung des TuS Oppenau warf der Verein einen Blick  zurück auf das vergangene Jahr. Der Abend bot auch den Rahmen, langjährige und verdiente  Mitglieder zu ehren und zeigte, was beim TuS Oppenau in  ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird. 
vor 18 Stunden
Radeln für den Klimaschutz
Schüler des Acherner Gymnasiums haben an der Kampagne „FahrRad!“ des Verkehrsclubs Deutschland teilgenommen. Als diesjähriger Preisträger gewinnen sie 500 Euro.
vor 18 Stunden
Hauptversammlung
Der Seebacher Kirchenchor veranstaltete seine Hauptversammlung im Seebach-Hotel. Dabei wurden einige Mitglieder für ihr langjähriges Engagement ausgezeichnet.  

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -