Ortsbegehung

Oberachern: Steilhang-Pflege geht ins Geld

Autor: 
Joachim Eierman
Lesezeit 3 Minuten
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08. Mai 2021
Am Steilhang der Oberen Bergstraße: Der Ortsrat diskutiert mit dem Biologen Alfred Winski (Mitte) eine Reduzierung des Pflegeaufwands.

Am Steilhang der Oberen Bergstraße: Der Ortsrat diskutiert mit dem Biologen Alfred Winski (Mitte) eine Reduzierung des Pflegeaufwands. ©Joachim Eiermann

Obere Bergstraße in Oberachern: Der Pflegeaufwand am Steilhang ist immens. Die Stadtverwaltung sucht nun nach Einsparmöglichkeiten.

Der Steilhang an der Oberen Bergstraße in Oberachern scheint Ruhe zu geben, doch droht Gefahr von anderer Seite. Um zu verhindern, dass bei Sturm Bäume herabstürzen und die dortigen Häuser beschädigen, ist ein immens hoher Pflegeaufwand erforderlich. Kostenpunkt: rund 100 000 Euro im Jahr. „Im Gemeinderat kam die Frage auf, ob dieser Aufwand wirklich nötig ist“, berichtete Oberbürgermeister Klaus Muttach. Um sich einen Eindruck zu verschaffen, unternahm der OB eine Begehung zusammen mit dem Ortsrat im Vorfeld von dessen Sitzung am Dienstagabend. Als Sachverständiger mit dabei war der Teninger Biologe Alfred Winski.

Als Muttach später in der Turn- und Festhalle von einem Bürger nach dem Ergebnis gefragt wurde, musste er mit konkreten Aussagen passen: „Wir haben keinen Beschluss gefasst, sondern nur Überlegungen ausgetauscht.“ Es gehe jedoch davon aus, dass sich „die eine oder andere Pflegeleistung herunterfahren“ lasse.

Da eine Durchwurzelung einerseits den fragilen Hang festigt, andererseits jedoch das Wurzelwerk bei Sturm Stücke aus der Wand brechen könne, riet Winski, den Bäumen die Hebelwirkung zu nehmen. Das heißt: Um die Angriffsfläche für Windböen zu minimieren, sollten größere Exemplare im nächsten Winter in 1,5 bis zwei Meter Wuchshöhe auf Stock gesetzt werden. „Die treiben wieder aus. Die einen mehr, die andere weniger“, so Winski. Ein neues, dichtes Laubdach helfe zudem im Kampf gegen die Ausbreitung der Brombeerranken, die eine Beschattung nicht mögen. Auch Sträucher bewirkten dies; bei ihnen stelle sich die Frage der Windanfälligkeit nicht.

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Den Auftrag zur Grünpflege hatte ein einheimisches Unternehmen erhalten. Georg Straub, Leiter des Fachbereichs Tiefbau, gab zu überlegen, die Vergabe künftig nicht mehr am Leistungsverzeichnis auszurichten, sondern nach Stundenaufwand zu entlohnen.

„Stoßrichtung“ der Stadt sei außerdem, sofern möglich, „öffentliche Flächen in private Haltung zu bekommen.“ Überprüft werden soll ferner eine Reduzierung der Pflegeintervalle von derzeit bis zu vier Einsätzen pro Saison. Martin Siffling (Grüne) wies auf die Brandgefahr durch Funkenflug aus den nahen Hauskaminen hin.

Die Situation in Augenschein genommen hatte der Ortsrat auf einem aussichtsreichen Pfad entlang der bis zu 20 Meter hohen Kante des Steilhangs, der stellenweise mit Spritzbeton gesichert werden musste. Die Route findet sich in keiner Wanderkarte, handelt es sich doch ausschließlich um Privatwege, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind.

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