Geordnete Verhältnisse

Oberacherner Wald ist für Naherholung besonders wichtig

Autor: 
Michaela Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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21. November 2020

Der Oberacherner Wald ist mehr Erholungs- als Wirtschaftswald. Holz daraus zu nutzen, halten Stadt- und Forstverwaltung trotzdem für wichtig. ©Michaela Gabriel

Für einen reduzierten Holzeinschlag im Oberacherner Wald trat Oliver Rest am Donnerstag in der Ortsratssitzung in der Festhalle ein. Es handle sich in erster Linie um ein Erholungsgebiet. Thema war auch die Jagd, die hier gut funktioniert.

Derzeit gebe es keinen planmäßigen Holzeinschlag in Oberachern, erklärte Forstbezirksleiterin Yvonne Chtioui. Seit 2018 stünde im Mittelpunkt, Schadholz und Totholz aus dem Wald zu holen. Totholz sei zwar ökologisch wertvoll, bei der Arbeits- und Verkehrssicherung aber ein großes Problem. Die Nutzung von Holz als nachwachsender regionaler Rohstoff sei „nichts Böses”. In Oberachern wachse auf jeden Fall mehr Holz nach als aus dem Wald geholt werde. 

Dass mit dem Wald Geld erwirtschaftet werde, sei normal, bekräftigte OB Klaus Mutach. Die Stadt strebe jedoch keinen Gewinn aus der Waldwirtschaft an, sondern lediglich eine Kostendeckung. Im gesamten Acherner Wald war 2019 ein kleiner Überschuss entstanden. Der Oberacherner Wald trug dazu nicht bei. Seine Bilanz 2019 weist bei einem Einschlag von 330 Festmetern ein Minus von rund 2000 Euro aus. Den Fehlbetrag begründete Forstrevierleiter Gerhard Bruder mit dem hohen Aufwand für die Verkehrssicherung beim Holzeinschlag.

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Dass das Waldbild sich verändere und zunehmend lichte Stellen entstünden, sei das Ergebnis der zufälligen Nutzung von Bäumen, erklärte die Forstbezirksleiterin. Obwohl Schadholz entfernt werden musste, gebe es keine Kahlflächen. Oberachern habe nicht dazu beigetragen, dass dem Acherner Wald das Zertikfikat für eine nachhaltige Waldwirtschaft entzogen wurde. Die Nachteile daraus gelten aber auch für Holz aus Oberachern. Es sei jetzt schwerer verkäuflich und man erziele dafür geringere Preise, so Chtioui. Es gebe weniger Zugang zu Fördermöglichkeiten wie Zuschüsse zu Pflanzkosten. Das sei in Oberachern auch nicht nötig, weil die Naturverjüngung hier funktioniere.

Hätte Oberachern den derzeit tätigen Jagdpächter schon früher gehabt, wären der Stadt Achern die Kosten für das Einzäunen des Friedhofs vielleicht erspart geblieben, sagte OB Muttach. Hier würden die Bestände des Rehwilds gut kontrolliert. Derzeit sehe er keine Chance für den gesamten Acherner Wald, das aberkannte Zertifikat wieder zu bekommen. Er respektiere aber, dass dies in den anderen Ortsteilen vor Ort geregelt werden müsse.

Oberachern habe einen attraktiven Wald mit lichten Stellen, der gut zugänglich sei, lobte Stadt- und Ortsrat Martin Siffling von den Grünen. Der Preis, den die Stadt dafür zahle, sei deutlich günstiger als die Pflege von Parkanlagen und Gärten. Weitere Erschließungswege halte er aber nicht für notwendig. Yvonne Chtioui bestätigte, dass kein weiterer Wegebau notwendig sei. Für 2021 sieht die Forstverwaltung in Oberachern die Ernte von 715 Festmetern Holz vor. 

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