Oberkirch

Oberkirch hat ein »Vinotorium«

Autor: 
Rüdiger Keller
Lesezeit 3 Minuten
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18. Mai 2017

(Bild 1/2) Erste Eindrücke vom neuen Vinototium der Oberkircher Winzer eG: Kellermeister Martin Bäuerle, Geschäftsführer Markus Ell und Qualitätsmanager Frank Männle sind vom Ergebnis begeistert. Spektakulär auch der über vier Meter hohe Nachbau des Bodenprofils, auf dem die Oberkircher Reben wachsen. ©Rüdiger Keller

Oberkirch ist um eine Attraktion reicher: Am nächsten Mittwoch stellt die Oberkircher Winzer eG ihr neues »Vinotorium« zunächst geladenen Gästen vor, am 4. Juni wird es beim »Fest der Sinne« der Öffentlichkeit präsentiert. Das Herzstück der 3,5 Millionen Euro teuren Erweiterung erinnert an ein Kirchengewölbe.
 

Sie sind auf der Zielgeraden: Markus Ell, Geschäftsführer der Oberkircher Winzer eG, Kellermeister Martin Bäuerle und Qualitätsmanager Frank Männle haben ein intensives Jahr hinter sich. Die Erweiterung des Unternehmens am Standort in Oberkirch hat Kraft gekostet und Spuren hinterlassen. Neues Flaschenlager, neuer Barrique-Keller – und das »Vinotorium«, ein Raum in dem künftig die Ergebnisse aus Rebbergen und Kellerwirtschaft verkostet werden können, sind die Aushängeschilder der 3,6 Millionen-Euro-Investition.
Planmäßig zum »Fest der Sinne« Anfang Juni wird der Neubau, der über acht Meter tief unter dem einstigen Parkplatz realisiert wurde, fertig. 1600 Lkw-Ladungen haben bislang 13000 Kubikmeter Erdreich abgefahren, 2500 Quadratmeter Nutzfläche sind so entstanden. Allein das neue halbautomatische Flaschenlager hat eine Fläche von 1100 Quadratmeter und kann 600000 Flaschen aufnehmen. Im neuen Barrique-Keller werden Weine der Winzer in 790 Eichenholzfässern gelagert.
Als »Herzstück des Neubaus« bezeichnet Markus Ell das »Vinotorium«, ein Saal für exklusive Weinverkostungen, das an ein Kirchengewölbe erinnert. Ell nennt es stolz die »Kathedrale des Weins«: »Der Raum entfaltet eine enorme Wirkung«, ist der Geschäftsführer begeistert. Die ersten Reaktionen fallen durchweg positiv aus. Denn die Generalprobe hat der Raum bereits am Montag und Dienstag überstanden: Mitglieder der Oberkircher Winzer eG waren zur Besichtigung eingeladen, gestern Abend waren die Mitarbeiter an der Reihe und heute können sich die Jungwinzer vom Ergebnis der gut  einjährigen Bauarbeiten überzeugen.
»Wir haben ein Format entwickelt und umgesetzt, das es in der Form noch nicht gibt«, ist Ell überzeugt, einen »Reizpunkt zu setzen, der seinesgleichen sucht«. Das »Vinotorium« bietet gut 100 Personen Platz, 60 bis 70 sind es, wenn Tische und Stühle aufgestellt werden. Für private Feierlichkeiten steht der Raum allerdings nicht zur Verfügung, er sei besonderen Weinproben und gesellschaftlichen Ereignissen vorbehalten. Dazu gehört bald eine virtuelle Kellerführung: Ein neuer Imagefilm ist in Vorbereitung. Er soll 2018 auf eine bereits bestehende Leinwand geworfen werden. »Das ist eines unserer nächsten Projekte«, betont Ell. 
Jetzt ist er erst einmal froh, dass die umfangreichen Bauarbeiten in Oberkirch zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnten. Zur Eröffung am nächsten Mittwoch hat sich unter anderem Peter Hauk angesagt, Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Ihm wird dabei eine weitere Besonderheit des »Vinotoriums« präsentiert: ein 1,8 Tonnen schweres Steinfass. Aus einem neun Tonnen schweren Granitblock geschlagen fasst es 1000 Liter Wein. Aber nicht irgendeinen: Klingelberger 1782. Zwölf Weinbaubetriebe zwischen Oberkirch, Durbach und Ortenberg haben sich diesem Projekt in der Ortenau gewidmet. Ein Wein, der auf Granit wächst und in Granit reift – so schließt sich der Kreis.

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